Millionärin erdrosselt - Bruder in Ungarn festgenommen

Erst bietet er ihr seiner Schwester Hilfe beim Umzug an, dann tötet er die 38-Jährige aus Geldgier. So lautet die Anschuldigung der Polizei.
| Ralph Hub.
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Der Tatort: die vornehme Wohnanlage in der Nähe des Südfriedhofs in München. Mittlerweile sitzt Robert B. (36, l.) unter Mordverdacht in Stadelheim in U-Haft.
az, Daniel von Loeper, privat Der Tatort: die vornehme Wohnanlage in der Nähe des Südfriedhofs in München. Mittlerweile sitzt Robert B. (36, l.) unter Mordverdacht in Stadelheim in U-Haft.

München - Blitzschneller Fahndungserfolg für die Münchner Mordkommission. Nur eine Woche, nachdem die Millionärin Elvira S. tot in ihrer Luxuswohnung in der Thalkirchner Straße gefunden wurde, ist der mutmaßliche Täter gefasst. Fahnder brachten Robert B. (36), den Bruder des Opfers, gestern nach München.

Die gebürtige Ungarin saß auf gepackten Kisten. Elvira S. wollte aus der luxuriösen Mietwohnung ins noch luxuriösere Hochhaus „The Seven“ in die Müllerstraße umziehen.

Ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Robert B. lebt in dem Dorf Gara, etwa 200 Kilometer südlich von Budapest, in einem kleinen Häuschen. Ein eher bescheidenes Leben im Schatten seiner millionenschweren Schwester in München.

 

Ihr Bruder stand in ihrem Testament

 

Doch Elvira S. war ein großzügiger Mensch. Sie half ihrem kleinen Bruder, wenn er mal wieder knapp bei Kasse war. Die Millionärin schickte zudem regelmäßig Geschenke in ihre alte Heimat.

Auch für den Fall, dass ihr eines Tages etwas zustoßen sollte, hatte sie für die Familie vorgesorgt. Sie benannte ihren Bruder im Testament als einen der Erben. Damit hätte der Schach-Fan eines Tages ein Vermögen bekommen. Möglicherweise wollte er nicht länger warten – und tötete deshalb seine Schwester.

„Wir gehen davon aus, dass es bei der Tat um Geld ging“, sagt der Chef der Mordkommission, Kriminaloberrat Markus Kraus.

Lesen Sie auch: Millionärin (38) lebte wie in einer Festung - Tappte ihr Mörder in die Video-Falle?

 

Er verschwandt noch vor dem Umzug

 

Robert B. hatte seiner Schwester angeboten, beim Umzug zu helfen. In seinem Volvo fuhr er knapp 870 Kilometer bis München. Er war der Letzte, mit dem Elvira S. lebend gesehen wurde. Der Concierge beobachtete beide am Dienstag vergangener Woche im Foyer der Wohnanlage. Einen Tag später fand man die Frau tot in der Wohnung.

Ihr Bruder war inzwischen wieder nach Ungarn gefahren. „Verdächtigerweise noch bevor der Umzug begonnen hatte“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Robert B. geriet in den Fokus der Ermittlungen. Er soll seine Schwester erdrosselt haben.

 

Motiv: Habgier?

 

Zwei Fahnder der Mordkommission und eine Staatsanwältin flogen nach Ungarn und brachten ihn gestern nach München. Seitdem sitzt Robert B. in U-Haft. Er schweigt, macht keinerlei Angaben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm heimtückischen Mord aus Habgier vor.

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