Drei-Sterne-Hoffnung und Zittern: München vor großer Michelin-Nacht

Die Gerüchteküche kocht. Schließlich kommt morgen die höchste Gourmet-Instanz zu Wort: Am Dienstag werden die neuen Bewertungen der Feinschmeckerbibel Guide Michelin für Deutschland bekanntgegeben.
Wird München im Glanz der begehrten Michelin-Sterne leuchten? Wer wird neuer Sternekoch, neue Sterneköchin? Wer konnte die strengen Restauranttester überzeugen und die bisherige Bewertung behalten, vielleicht einen weiteren Stern bekommen?
Am Dienstagabend wird es Antworten geben sowie glückliche und auch enttäuschte Spitzenköche, die allesamt Tag für Tag Hochleistungen erbringen. Im historischen Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main findet die „Guide Michelin Ceremony“ statt, bei der die Sterne-Verleihung im Mittelpunkt steht. Dass die bayerische Landeshauptstadt in der kulinarischen Oberliga spielt, steht außer Frage.
München hat bereits zwei Drei-Sterne-Restaurants
Mit dem Restaurant Jan von Jan Hartwig und der Schreiberei mit Tohru Nakamura am Gourmetherd hat München inzwischen sogar zwei Drei-Sterne-Restaurants. Eine Auszeichnung, mit der deutschlandweit bisher nur zwölf Gourmettempel geadelt wurden.
Niemand zweifelt daran, dass sich an Hartwigs und Nakamuras Höchstbewertung etwas ändern wird. Bei der Vorjahres-Bilanz von vier Zwei-Sterne-Lokalen (Alois, Atelier, Komu und Tantris) sowie neun Restaurants mit je einem Stern dürfte es jedoch nicht bleiben. Schließlich hat sich in Münchens Edelgastronomie einiges getan.

So hat beispielsweise Küchenchef Anton Gschwendtner, der dem Restaurant Atelier im Bayerischen Hof bislang zwei Sterne beschert hat, das Hotel verlassen. Konnte der neue Küchenchef, Kevin Romes, diese Bewertung halten?
Mit Spannung wird auch das Urteil über das neue Käfer-Restaurant in der BMW-Welt erwartet. In den Räumlichkeiten des bisherigen Zwei-Sterne-Lokals EssZimmer ist dort das komplett neue The Cloud entstanden. Küchenchef Jens Madsen hat das nicht leichte Erbe von Vorgänger Bobby Bräuer angetreten. Gibt es einen Stern? Vielleicht sogar zwei?
Drei Sterne für Alois im Dallmayr?
Ihre Zwei-Sterne-Auszeichnung wird Küchenchefin Rosina Ostler vom Alois im Feinkosthaus Dallmayr fraglos verteidigt haben. Manch einer munkelt sogar von einem dritten Stern, was allerdings einer kleinen Sensation gleichkäme.
Im Acquarello von Mario Gamba hofft man auf zumindest (wieder) einen der begehrten Sterne: Letztes Jahr hatte das italienische Lokal seine langjährige Auszeichnung verloren. Die Hoffnung, endlich doch mal mit einem Stern geadelt zu werden, ist im Restaurant Schwarzreiter im Hotel Vier Jahreszeiten groß. Verdient hätte es Küchenchef Franz-Josef Unterlechner.
Bleibt abzuwarten, wie die Guide-Michelin-Tester tatsächlich entschieden haben. In Sternenglanz wird München fraglos leuchten. Wie hell, das wird sich morgen zeigen.