Merk im Interview: "Der Beruf ist sehr gefährlich"

Wie Bayerns Justizministerin Beate Merk den Mord in Dachau bewertet, wie sie den jungen Staatsanwalt erlebt hat – und was sich jetzt ändern soll.
Julia Lenders |
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Wie Bayerns Justizministerin Beate Merk den Mord in Dachau bewertet, wie sie den jungen Staatsanwalt erlebt hat –  und was sich jetzt ändern soll.

AZ: Sie kannten das Opfer persönlich – warum?

BEATE MERK: Ich kannte den jungen Staatsanwalt, weil er bei einer Besten-Ehrung nach der zweiten juristischen Staatsprüfung ausgezeichnet wurde.

Wie haben Sie ihn erlebt?

Er ist ein ausgezeichneter, wertvoller und hochgeschätzter junger Kollege aus der Staatsanwaltschaft gewesen, der schmerzlichst vermisst wird.

Sie sind als Justizministerin letztlich für die Sicherheit an Gerichten verantwortlich. Wie fühlen Sie sich nach so einem Vorfall?

Natürlich trifft es mich persönlich sehr und geht mir unwahrscheinlich nahe. Aber es ist so, dass wir in einem Beruf sind und leben, der sehr, sehr gefährlich ist.

Wie meinen Sie das?

Es gibt eine ganze Menge gefährlicher Berufe. Und der Beruf eines Staatsanwalts und Richters ist besonders konfliktgefährdet, weil vor Gericht in aller Regel Streitigkeiten entschieden werden. Weil hier möglicherweise sogar die Freiheit ein Ende findet.

Umso wichtiger ist das Thema Sicherheit. Wurden da bisher die richtigen Entscheidungen getroffen?

Wir haben uns mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt. Insbesondere nach dem fürchterlichen Anschlag in Landshut im Jahr 2009 haben wir gemeinsam mit den Leitern der Gerichte sowie den Personalvertretern über die Sicherheit gesprochen. Wir haben einen Konsens gefasst. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass wir offene Gerichte haben wollen. Das heißt, dass nicht jeder, der ein Gericht betritt, kontrolliert wird.

Sehen Sie nach Dachau Handlungsbedarf?

Wir beraten, welche Maßnahmen zusätzlich erforderlich sind. Ich sehe auf jeden Fall die Notwendigkeit, die Zahl unserer Wachtmeister zu verstärken, die im Zusammenhang mit der Sicherheit unserer Justizgebäude eine hochkarätige Arbeit leisten. Darauf weise ich bereits seit längerem hin.

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