Mehr Urnenplätze für Münchens Gottesäcker

Die Friedhöfe sind voll. Riem bekommt deshalb eine dritte Scholle. In Obermenzing und im Westfriedhof gibt’s mehr Platz für Urnengräber.
| Lea Kramer
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Im Mosaikgarten am Westfriedhof sollen 400 Urnengräber dazukommen.
Daniel von Loeper Im Mosaikgarten am Westfriedhof sollen 400 Urnengräber dazukommen.

München - Mehr Autos, mehr Hunde, mehr Menschen: München wächst und wächst: 1.552.762 Einwohner hat die Stadt mit Stand September 2019. Dass die nicht nur während ihres Lebens Platz brauchen, sondern auch am Ende in München die ewige Ruhe finden wollen, beschäftigte gestern den Stadtrat. Denn: Die Nachfrage nach Bestattungsplätzen ist groß.

Viele der Friedhöfe sind voll, deshalb muss die Stadt drei bestehende erweitern. Für die Anlagen in Riem, Obermenzing und auf dem Westfriedhof hat sie nun knapp zwei Millionen Euro bereitgestellt.

Schollen bieten Platz für 350 Erdgräber

Auf dem Friedhof in Riem gibt es momentan 3.700 Gräber, zu wenige für den stetig wachsenden Stadtteil. 2002 wurde der neue Teil der Ruhestätte in Betrieb genommen. Das Gestaltungskonzept sah vor, dass auf dem Gelände sukzessive Gräberfelder in sogenannten Schollen errichtet werden können.

Diese rechteckigen Felder werden von Erdwällen umfasst und nehmen ihrerseits die Grabflächen auf. Zwei von insgesamt vier dieser Schollen gibt es in Riem bereits, bis 2022 soll nun die dritte angelegt werden. In der dritten Scholle wird es Platz für 350 Erdgräber sowie 600 Urnenbestattungen geben. Das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) rechnet dort erst im Jahr 2035 mit einer "vollständigen Belegung". Insgesamt sind für die Erweiterung 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Hohe Nachfrage bei Urnengemeinschaftsanlage

In Obermenzing und auf dem Westfriedhof wird es künftig mehr Platz für Urnenbeisetzungen geben. Bereits 2011 wurden die sogenannten "Blütenblätter", eine Urnengemeinschaftsanlage, in Obermenzing angelegt. Wer dort einen Grabplatz kauft (ab 83 Euro jährlich), muss weder für Namensplatte noch für Grabpflege extra bezahlen. Die Nachfrage an dieser unkomplizierten Bestattungsform ist hoch. Fast 80 Prozent der 241 Bestattungsplätze sind schon vergeben, 92 weitere Gräber sollen jetzt folgen.

Durchschnittlich 21 Plätze jährlich vergibt das RGU dort. Die kommenden acht Jahre müsste der Platz ausreichen.

Ein weiterer Bestattungsort, den Angehörige wenig pflegen müssen, ist der "Mosaikgarten" im Westfriedhof. Der wurde 2015 für 1600 Urnen angelegt. Auch dort wird der Platz knapp, deshalb soll der Mosaikgarten etwa 400 weitere Gräber hinzubekommen. In der Anlage gibt es zwei mehr als sieben Meter lange Urnenwände, die mit bunten Glasmosaiken geschmückt sind sowie kleine und große Stelen, Grabplatten, Baumreihen, Hecken- und Staudenbänder. In der Grabnutzungsgebühr sind hier Denkmal, Bepflanzung sowie Grabpflege bereits enthalten. Der Westfriedhof ist beliebt, schon in drei Jahren könnte der Mosaikgarten erneut voll sein.

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