Mehr rechte Straftaten in München - weniger linke Delikte

Am Freitag hat die Münchner Polizei die Kriminalstatistik für 2019 veröffentlicht. Insgesamt ging die Zahl der Straftaten deutlich zurück. Auffällig sind vor allem die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität, wo es große Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr gibt.
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Hubertus Andrä ist Münchens Polizeipräsident.
Peter Kneffel/dpa Hubertus Andrä ist Münchens Polizeipräsident.

München - Mehr rechte Kriminalität, bei gleichzeitig deutlich weniger Straftaten aus dem linken Spektrum. Das ist eine der Erkenntnisse aus der Kriminalstatistik 2019, die Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä am Freitag vorgestellt hat.

Demnach gab es im vergangenen Jahr insgesamt 562 Delikte aus dem rechten Spektrum. Das sind 93 mehr als noch 2018 und bedeutet einen Anstieg von fast 20 Prozent. Bei der politisch motivierten Kriminalität Links ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Im Vergleich zum Jahr 2018 sind die Straftaten aus dem linken Spektrum 2019 um 215 auf insgesamt 378 gesunken. Das macht einen Rückgang von rund 36 Prozent.

Hubertus Andrä ist Münchens Polizeipräsident.
Hubertus Andrä ist Münchens Polizeipräsident. © Peter Kneffel/dpa

Im Themenfeld "Hasskriminalität" kann das Münchner Polizeipräsidium jedoch einen Anstieg verzeichnen. Hier gab es im vergangenen Jahr 309 Delikte, das macht einen Zuwachs von knapp 34 Prozent.

Rückgang bei Gesamtstraftaten in München

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 97.628 Straftaten beziehungsweise versuchte Straftaten beim Polizeipräsidium München registriert. Das entspricht einem Rückgang von 8,9 Prozent im Vergleich zu 2018.

"Eine vergleichbar niedrige Kriminalitätsrate konnten wir letztmalig für das Jahr 1979 ermitteln", betont Polizeipräsident Hubertus Andrä. "Das ist ein Top-Ergebnis und ein historischer Tiefststand." Vor 40 Jahren hatte München allerdings knapp 280.000 Einwohner weniger als heute. 60.190 Taten konnten 44.825 Verdächtige zugeordnet werden.

Gesunken ist auch die Zahl der Einbrüche um 19,4 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt allerdings nur bei 18,6 Prozent – im Gegensatz zu knapp 62 Prozent für alle Delikte.

2018 wurden in München sechs vollendete Morde begangen

Bei Tötungsdelikten und versuchten Tötungsdelikten ist der Rückgang besonders auffällig. Die Zahl sank um 33,3 Prozent laut der am Freitag im Präsidium präsentierten aktuellen Kriminalitätsstatistik. Sechs vollendete Morde wurden begangen, die mutmaßlichen Täter sind gefasst.

Dazu zählt auch der Fall der seit letzten Sommer vermissten Maria G. (41) und ihrer Tochter Tatiana (16). Die Leichen wurden bis heute nicht gefunden. Roman H., der Ehemann und Stiefvater, sitzt in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft hat jüngst Anklage gegen den 46-Jährigen erhoben wegen Totschlags und Mord. "Mit Ausnahme eines versuchten Tötungsdelikts konnten alle geklärt werden", so Andrä. Auch die Rohheitsdelikte, darunter fallen etwa Körperverletzungen, sind gesunken. Die Zahl lag bei 16.569 Fällen, ein Minus von 5,7 Prozent. Die Gewaltdelikte sanken um 3,5 Prozent auf 3869 Delikte.

Auch bei den Sexualstraftaten registrierte man im Präsidium einen deutlichen Rückgang. 1.303 Straftaten wurden angezeigt. Die Aufklärungsquote liegt bei fast 79 Prozent. Alle Tatverdächtigen waren Männer, in 32 von 39 Fällen gab es eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter.

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