Mehr Freiraum auch ohne Balkon und Garten: Hier wird München aufgehübscht

München - Ein bisschen was ist schon vorangegangen bei den Plänen der Stadt, das Viertel Moosach für die Bewohner lebenswerter rund machen. Vor einigen Jahren schon ist der Amphionpark, eine rund drei Fußballfelder große Grünanlage aus den 60er Jahren, aufgehübscht worden.
Bolzplatz, Streetballfeld, Hangrutsche, Sitzbänke – Kinder, Jugendliche und ältere Bürgerinnen und Bürger nutzen das rege. Auch das AWO-Sozialzentrum aus den 80er-Jahren, in dem sich das Alten- und Servicezentrum (ASZ) und eine Kita befinden, und das dringend eine Modernisierung und mehr Platz brauchte, ist letztes Jahr saniert und aufgestockt worden und hat so auch Wohnraum für Pflegekräfte geschaffen.

Stadt München hübscht Moosach auf: Mehr Raum, auch für Menschen ohne Balkon und Garten
Beide Orte – und was die nächsten Jahre in Moosach noch kommen soll – hat Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) am Donnerstag bei einem ihrer traditionellen Stadtviertelspaziergänge hergezeigt. Denn der Stadtrat hat Moosach, wo 16.300 Menschen leben, 2021 als "Sanierungsgebiet" festgelegt.
Es soll gerade für die Bewohner, die weniger Geld, keine Balkone oder Gärten haben, mehr Aufenthaltsqualität bieten. Allein in den nächsten vier, fünf Jahren sollen dafür rund 20 Millionen Euro an Städtebaufördergeldern in die Viertelpläne fließen, zu Großteilen von Bund und Land, aber auch die Stadt soll einiges finanzieren.

Wie lässt sich die Kiesfläche besser nutzen?
Am zentralen Moosacher St.-Martins-Platz etwa dürfte sich bald einiges tun. Ein Maibaum steht dort, die alte St.-Martins-Kirche (die älteste der Stadt), das Bürgerhaus Pelkovenschlössl, das denkmalgeschützte Hacklhaus, das von Vereinen genutzt wird. Vor allem aber liegt dort eine ausladende Kiesfläche, auf der zwar das Maifest, der Weihnachtsmarkt und die Stadtteilkulturwoche stattfindet, die aber Dreiviertel des Jahres ungenutzt ist.
Ein neuer Veranstaltungssaal soll dort nun hin, damit Menschen sich begegnen können. Das Hacklhaus soll saniert werden, und auch ein Azubi-Wohnheim, das es braucht, könnte Platz finden. Gerade läuft eine Umfrage dazu unter den Moosacher Bürgern. Das Ergebnis eines Wettbewerbs unter zwölf Planerbüros soll bis zum nächsten Frühjahr vorliegen.

Aufstocken für 600 bis 800 Wohnungen mehr
Ebenfalls verändern werden sich die Wohnsiedlungen westlich der Dachauer Straße. Rund 50 Gebäuderiegel aus den 40er- bis 60er Jahren stehen dort, mit 2200 Wohnungen. Der Großteil gehört der städtischen Münchner Wohnen, ein Teil der Sparkasse, einige Häuser sind in privatem Eigentum.
Die Gebäude sollen saniert, teilweise auch aufgestockt werden, sodass 600 bis 800 Wohnungen mehr entstehen. Und weil viele Straßen überbreit sind, soll einiges entsiegelt und begrünt werden.
Auch am Westfriedhof, eine Ruheoase neben dem lauten Wintrichring, hat sich einiges gefunden, was sich verbessern lässt. 15 neue Ruhebänke mit Armlehnen sind schon aufgestellt, es sollen weitere und auch Toilettenanlagen folgen. Für Letzteres dürften die Moosacherinnen und Moosacher besonders dankbar sein.
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