Mehr Baustellen – aber München steckt weiter in der Krise

Der positive Trend bei den Baugenehmigungszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen: In München entsteht weiterhin viel zu wenig neuer Wohnraum. Auf Landesebene erteilten die Behörden in den ersten Halbjahren 2021 und 2022 für jeweils gut 35.000 neue Wohneinheiten die Baufreigabe. Dann kam es zu einem erheblichen Rückgang, teilt das Marktforschungsinstitut des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) mit.
In der ersten Jahreshälfte 2024 erreichten die Zahlen mit nur noch rund 20.000 Baugenehmigungen – das ist ein Minus von 43 Prozent gegenüber 2022 – einen Tiefpunkt. Seit 2025 bewegen sich die Genehmigungszahlen laut IVD wieder leicht nach oben: Im ersten Halbjahr 2026 wurden im Freistaat knapp 24.000 neue Wohnungen zum Bau freigegeben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 11,6 Prozent.
"Ein moderater Aufwärtstrend"
In München setzte die Abwärtsspirale bereits im Jahr 2022 ein. Während es bayernweit ab 2025 eine erste Erholung gab, ging es in München weiter bergab. In den ersten sechs Monaten 2025 wurden nur noch knapp 1700 neue Wohneinheiten genehmigt – rund 69 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2021. Der Einbruch fiel also noch massiver aus als im Bayern-Trend. Der derzeit wahrnehmbare Anstieg in Sachen Baugenehmigungen mit plus 18 Prozent im Halbjahresvergleich 2025 zu 2026 dürfe daher "keinesfalls fehlinterpretiert" werden.
"Sehr schwierige Marktbedingungen infolge gestiegener Baukosten und Zinsen, hoher energetischer Anforderungen an Neubauten sowie einer gedämpften gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben die Baugenehmigungszahlen in Bayern ab Herbst 2022 erheblich nach unten gedrückt", sagt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Seit 2025 werde "ein moderater Aufwärtstrend" beobachtet, der sich auch im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt habe. Aber: "Die angespannte Lage vor allem in Ballungsräumen wie München spitzt sich weiter zu."