Mega-Pläne fürs Arabellahochhaus: Dachgarten und Europas längste Rolltreppe
Davon ist Architekturprofessor Rudolf Hierl überzeugt: "Umbau ist innovativer als Neubau". Es sind auch 55.000 Kubikmeter Schutt, die hier ohne Abriss nicht anfallen. Die "graue Energie" bleibt im Beton gebunden. Als "ganz tolles Projekt" – als "Transformation im doppelten Sinne" – begrüßt Architekt Hierl am 7. Juli bei der Sitzung der Stadtgestaltungskommission die Revitalisierungspläne für das Arabellahochhaus in Bogenhausen.
Sein Fachkollege, der renommierte Münchner Architekt und Professor Andreas Hild, hat am 7. Juli die Umbaupläne vor Experten und Stadträten erklärt. "Das Haus braucht ein Zeichen", meint Andreas Hild.

Ein öffentlicher Dachgarten, auf den die längste Rolltreppe Europas führen wird, ist Teil dieser Marke für das "neue Arabella". "Ich möchte das Haus für die Münchner öffnen und es zugänglich machen, auch besser mit dem Rosenkavalierplatz vernetzen", so der Architekt.
Fassade und Fenster werden auf beiden Seiten abgeschnitten
Sein Trick: Fassade und Fenster werden auf beiden Seiten abgeschnitten. Der Rohbau erhält eine neue Schicht, die das Gebäude tiefer macht, neue Haustechnik erlaubt, größere Wohnungen, auch Maisonette-Strukturen mit Wendeltreppe.
An die Fassade kann vielleicht Solarenergie integriert werden. Die "neue Schicht" soll die alte (so typische) Sechzigerjahre-Fassade in ihrer Struktur weiter möglich machen, erläuterte Hild. Grün soll sprießen auf dem Dach, auf einer Privatterrasse für Bewohner und in einem ruhigen Wohnhof vor dem Arabellahaus.
Qualität der alten Fassade soll erhalten werden
"Das war ein introvertiertes Gebäude. Jetzt geht das Ganze nach außen. Es ist fähig, das ganze Gebiet zu transformieren", kommentierte Rudolf Hierl weiter. Der Amsterdamer Architekt Olaf Gipser lobte, dass die "textile und ornamentale Qualität" der ursprünglichen Fassade übernommen werden soll. "Sehr beeindruckend" fand Grünen-Stadträtin Susanne Weiß die Umbaupläne für das Riesengebäude. Sie ist, wie Linke-Stadtrat Christian Schwarzenberger, neu als Mitglied der Stadtgestaltungskommission.

Über mehr preisgedämpften Wohnraum könne man diskutieren
Linken-Stadtrat Schwarzenberger stellt fest, dass zehn Prozent geförderte Wohnungen geplant sind. Durch Erhalt und Ausbau des Hauses erfolgt jedoch eine 20-prozentige Baurechtsmehrung für den Eigentümer Bayerische Hausbau Real Estate aus Pullach. Er fragt an, ob der Bauherr mehr preisgedämpfte Wohnungen anbieten könne, wenn Geld von der Stadt da wäre. "Darüber kann man diskutieren", so ein Bauherrenvertreter.

Dominik Krause leitet zum ersten Mal diese Sitzung
Bürgermeister Dominik Krause leitet zum ersten Mal die Stadtgestaltungskommission, ruhig und souverän. Architekt Markus Allmann präsentiert seinen Entwurf für die Parkstadt Solln: Ein Supermarkt mit 1000 Quadratmetern Fläche, auf dem zwei Wohntürme stehen, gelegen an der Springerstraße 3. Die Idee: Die fünfeckigen Türme sollen sechs und zwölf Geschosse haben. Bis zu 150 Wohnungen könnten entstehen. Architektin Rita Ahlers fragt kritisch: "Reicht nicht ein Hochpunkt?" Stadtplanungsreferentin Elisabeth Merk (parteilos) gesteht diese Freiheit zu.
Pappenheimstraße: Neubau neben Denkmal "zu hoch"
In der Pappenheimstraße, Maxvorstadt, werden 49 Wohnungen plus Kita neben die denkmalgeschützte frühere Kriegsakademie gebaut. Heimatpfleger Bernhard Landbrecht legt Widerspruch ein. Er kritisiert, dass das neue Haus mit sieben Geschossen das historische Denkmal überragt – die Kommission hält dennoch an den sieben Stockwerken für den Neubau fest.
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