Medi24: Neues Telemedizin-Angebot soll Arztpraxen entlasten

Ein Schweizer Anbieter stellt in München eine Beratungs-Hotline vor. Die Mitarbeiter geben Tipps bei Beschwerden. "Wir wollen vor allem unnötige Arztbesuche vermeiden", heißt es bei Medi24.
| Lisa Marie Albrecht
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Milan Kingreen (l.) und Angelo Eggli.
Sigi Müller Milan Kingreen (l.) und Angelo Eggli.

München - Fieber, Schwindel, Unwohlsein – und deswegen gleich in die Notaufnahme? Nicht unbedingt, sagt der Telemedizin-Anbieter Medi24, der jetzt den deutschen Markt erobern will.

Auf dem 7. Bayerischen Tag der Telemedizin präsentierte das Schweizer Unternehmen, eine Tochter der Allianz, in München ihre Rund-um-die-Uhr-Telefonberatung. Das Konzept: An sieben Tagen in der Woche können Menschen Fachberater kontaktieren, wenn sie eine medizinische Frage oder Beschwerden haben.

Die Berater, die mindestens zehn Jahre Erfahrung im Gesundheitswesen mitbringen müssen – etwa als Krankenschwester oder Mediziner –, geben dann eine Empfehlung, ob und wann ein Arztbesuch nötig ist. "Wir wollen vor allem unnötige Arztbesuche vermeiden", sagt Milan Kingreen von Allianz Partners, der das Projekt in Deutschland aufbaut. Das würde Notaufnahmen genauso wie volle Arztpraxen entlasten.

Telemedizin-Anbieter Medi24: Maschine vergisst nicht

Den Arztbesuch könne das Gespräch natürlich nicht ersetzen, so Kingreen zur AZ. Vielmehr sei es eine vorgeschaltete Möglichkeit zu beurteilen, ob sich der Patient vielleicht selbst helfen kann. Dafür werden am Telefon Tipps gegeben.

Angelo Eggli, Geschäftsführer von Medi24, sagt, in der Schweiz hätten 2018 über 280.000 Personen von dem Angebot Gebrauch gemacht. Die Zufriedenheit liege bei mehr als 90 Prozent. Die Berater arbeiten mit einer Software, bei der sie Antworten auf bestimmte Fragen eingeben können und dadurch automatisch zur nächsten Frage weitergeleitet werden.

Eggli ist überzeugt: Durch dieses System sei man sogar "sicherer als der Hausarzt", weil die Maschine nicht vergessen könne, bestimmte Fragen zu stellen. Die Voraussetzung dafür, dass solche telemedizinischen Angebote überhaupt möglich sind, ist eine Lockerung der ärztlichen Berufsordnung vom Mai 2018.

Telemedizin kann zum Beispiel helfen, wenn in manchen Regionen – etwa auf dem Land – der nächste Arzt schwer verfügbar ist.
______________________________________________________________________

Die Beratungs-Hotline ist in München kostenfrei unter Telefon 089/ 4444 55555 nutzbar.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
0 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
Ladesymbol Kommentare