Maxvorstadt: Szenetreff im Autohaus

Nochmal richtig abfeiern: Die Dachauer Straße 92 mausert sich zum Ausgeh-Hot-Spot– bevor ein Supermarkt, ein Bäcker und ein Fitness-Club auf das Areal ziehen und die Party ein Ende hat.
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Das Gelände an der Dachauer Straße 92 hat sich als "Off-location" etabliert.
Gregor Feindt Das Gelände an der Dachauer Straße 92 hat sich als "Off-location" etabliert.

MAXVORSTADT - Nochmal richtig abfeiern: Die Dachauer Straße 92 mausert sich zum Ausgeh-Hot-Spot– bevor ein Supermarkt, ein Bäcker und ein Fitness-Club auf das Areal ziehen und die Party ein Ende hat.

Als letztes ist die Reparaturwerkstatt dran: Florian Pop (35) steht auf einer Leiter und rollt Kabel auf, Quirin Schwanck (29) verstaut Diskokugeln in Kartons und reibt sich die Augen. Seit Tagen schuften die beiden in der Ex-BMW-Niederlassung in der Dachauerstraße 92 – sie räumen auf nach der großen Silvesterparty mit insgesamt mehr als 3000 Gästen. Bis Montagmittag soll alles geschafft sein.

Pop und Schwanck hatten gemeinsam mit Hubertus Becker und einer ganzen Reihe stadtbekannter Partyveranstalter - darunter Filip Bakija von der Yum-Yum-Partyreihe - zum Jahresendspurt geladen. Bereits im Oktober veranstalteten sie hier drei Tage lang die Kunstmesse Stroke01. Und so wie es aussieht, dürfen sie im Januar wieder kommen. „Eine Zeit lang hieß es, nach Silvester ist Schluss mit Veranstaltungen“, sagt Quirin Schwanck. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, im Januar wieder zu kommen. Fest geplant ist noch nichts, aber vielleicht wird es ein Flohmarkt.“

Dort, wo an Neujahr zahlreiche DJs auflegten, wurden bis Frühjahr 2009 BMWs verkauft und konnten Autofahrer ihre Pannen beheben lassen. Doch seit dem Auszug des Autohauses hat sich das über 2000 Quadratmeter große Gelände einen Namen als sogenannte „Off-Location“ gemacht: Es ist kein fester Club, aber ein Raum für verschiedene Feste und Veranstalter.

Pilgerstätte der Nachtschwärmer.

Deren Ideen sind vielfältig, Party-Veranstalter warben für eine besondere Party-Atmosphäre – mit „knarzenden Rolltoren, röhrenden Lüftungen und quietschenden Eisentüren“. Die „abgefahrene Tiefgarage“ wurde stadtbekannt. Und das nächtliche Niemandsland nördlich vom Stiglmaierplatz wandelt sich regelmäßig zur Pilgerstätte der Nachtschwärmer.

„Wir verlassen das Viertel“, war auch auf den Flyern für die Silvesterparty zu lesen. Gemeint ist das Glockenbachviertel, das üblicherweise den Ton im Nachtleben angibt. Das wird nach Einschätzung von Quirin Schwanck auch so bleiben, aber: „Es ist gut für München, wenn sich neue Räumlichkeiten auftun. Wir sind ständig auf der Suche nach Räumlichkeiten, die für ein paar Monate frei sind.“

Der erste Schritt war im letzten Jahr die temporäre Bar „Horses, Cars & Stars“ in einem kurz vor der Sanierung stehenden Haus in der Schellingstraße. Schwanck: "Das hat viel losgetreten. Aus einem Projekt entwickelt sich etwas Neues und so fort."

Die Zukunft der Ex-BMW-Niederlassung? Ein Discounter, eine Bäckerei und ein Fitness-Studio

Und so planen Schwanck und die Kollegen von der Agentur „Contentkiosk“ bereits Projekte für das neue Jahr, vom offenen Künstlerhaus in der Isabellastraße bis zur Kunstmesse „Stroke02“ im Mai. Und im Sommer soll es ein Festival als Fortsetzung der Silvesterparty geben, das Motto dann: "München feiert gemeinsam." Wo das Ganze stattfindet, muss sich allerdings erst zeigen. Die Ex-BMW-Niederlassung wird bis dahin wohl andere Zwecke erfüllen.

Denn die Zeiten, in denen das Gelände an der Dachauer Straße die meiste Zeit leer steht, sollen bald vorbei sein. „Ein Lidl-Markt, eine Bäckerei und ein Fitnessstudio sollen hier entstehen“, sagt Marcel Schnell vom Bezirksausschuss Maxvorstadt. Die Pläne werden bei der nächsten Sitzung am 12. Januar besprochen.

Vanessa Assmann

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