Mathäser-Filmpalast: Kino am Stachus droht der Abriss

Dem größten Münchner Kino, dem Mathäser-Filmpalast am Stachus, droht der Abriss. Die Eigentümerin des Gebäudes, die Zurich Immobilien Deutschland AG & Co. KG, "erwägt ab den 2030er Jahren die Entwicklung eines Mixed-Used Stadtquartiers". So formuliert es das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Im Dezember sei eine Bauvoranfrage bei der Stadt München eingereicht worden.
"Die Bauvoranfrage ist ein erster, sehr früher Schritt für die Entwicklung eines neuen Quartiers", lässt sich Stefan Ziegler, Prokurist der Zurich Immobilien Deutschland AG & Co. KG, in der Mitteilung zitieren.
Die Bauvoranfrage sehe ein "multifunktionales Ensemble" vor, das neben Flächen für Arbeiten, Handel und Kultur vor allem auch "großflächig" Wohnraum integriert. Die Architektur soll variable Geschosshöhen und Gebäudetiefen sowie offene Durchgänge und Grünflächen bieten, heißt es in der Mitteilung außerdem.
"So lange wie möglich im Gebäude bleiben"
Jetzt gehe es darum, die rechtlichen und städtebaulichen Rahmenbedingungen mit der Stadt München zu prüfen. Vor den 2030er Jahren sei kein Baubeginn vorgesehen. Bis dahin kann das Kino laut der Mitteilung in dem Gebäude bleiben – und es laufen auch Gespräche, wie es in die zukünftigen Planungen integriert werden könne. Doch dann wird das Kino wohl deutlich kleiner als heute.
Gregory Theile, der Geschäftsführer von "Kinopolis", zu der das Mathäser und auch der Gloria-Filmpalast gehört, ist über die Pläne informiert. Bis 2033 laufe der Mietvertrag, sagt er zur AZ am Telefon. "Unser Wunsch ist, so lange wie möglich in dem Gebäude zu bleiben." Das Mathäser sei das größte und besucherstärkste Kino Deutschlands. "Natürlich wäre es für den Filmstandort nicht positiv, wenn es schließen müsste. Doch wir müssen jetzt erst einmal die Entwicklungen abwarten."
Auch Martin Scheuring, der für die Grünen im Bezirksausschuss sitzt und selbst in der Filmbranche arbeitet, macht sich Sorgen. Denn das Kino zahle auch Abgaben an die deutsche Filmförderung – wovon wiederum andere Künstler und Produktionen profitieren. Außerdem können die Münchner, aber auch Menschen aus dem Umland im Mathäser Filme auf besonders großen Leinwänden mit besonderer Bild- und Tontechnik erleben. Der Mathäser-Filmpalast hat 14 Säle, in denen insgesamt rund 3800 Besucher Platz haben.
Grüne: "Schade für die Kino-Kultur"
"Es wäre schade für die Kino-Kultur, würde München dieses Kino verlieren", sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, der auch im Bezirksausschuss sitzt. Bedauerlich findet er außerdem, dass der Eigentümer plant, das Gebäude abzureißen – obwohl es erst seit 2003 steht. Wenn ein Abriss unvermeidbar ist, sollte der Investor möglichst viele Wohnungen, aber zumindest auch einen Kinosaal unterbringen, fordert Bickelbacher.