Mallorca war gestern? Münchner entdecken jetzt diesen Urlaubs-Trend

Die Münchner verreisen viel und gerne. So erwartet der Flughafen in den Sommerferien sechs Millionen Reisende. 43.000 Flüge machen sich von München aus auf den Weg in die ganze Welt. Da wird einem ganz schwummrig bei der schieren Zahl an Starts.
Bis die Reisenden im Flieger Platz nehmen können, müssen sie jedoch viel vorbereiten und planen. Möglichkeiten dafür gibt es einige, vor allem im Internet. Der Gedanke daran mag schon überfordernd wirken. Daher gehen selbst in Zeiten unzähliger Online-Anbieter viele noch ins klassische Reisebüro. Ein Reisebüro findet der urlaubswillige Münchner etwa am U-Bahnhof Großhadern.
Die Mittelmeerregion bleibt ein Klassiker
Seit 2002 betreibt Raphael Trittner hier sein "Haderner Reisestudio". Entspannt und lässig sitzt er direkt hinter dem Eingang vor einem sehr großen Wandbild mit Pool und roten Liegen. Gute Aussichten also, um die kommende Urlaubsreise zu planen. Wie die Münchner in diesem Sommer reisen, verrät er ebenfalls: "Grundsätzlich sind es die klassischen Sachen, die vor allem Familien schon im Januar oder Februar buchen. Also etwa Griechenland, Spanien oder die Türkei. Viele machen auch kurze Trips nach Italien oder bleiben hier in Deutschland."

Der Norden Europas bringt Abkühlung
Ob die Hitze im Mittelmeerraum alle anspricht? Trittner sieht jedenfalls einen Trend in die nördlichen Länder Europas, was aus seiner Sicht daran liege, dass es dort kühler sei. "Jetzt im August beobachten wir auch mit den Waldbränden in Südeuropa, dass es verstärkt Reisen nach Norwegen oder Island gibt", sagt Trittner.
Reisebüros sind weiterhin gefragt, selbst bei den Jungen
Was dem Inhaber des Reisebüros in Großhadern besonders auffällt: Das Thema Sicherheit spielt bei vielen eine sehr große Rolle. Trotz einbrechender Nachfrage nach Beginn der Iran-Krise sieht Raphael Trittner vermehrt Besuche in seinem Reisebüro. Konkreter: Urlauber buchen vermehrt Pauschalreisen, auch weil diese einen Ansprechpartner garantieren. Bei Flugausfällen etwa kümmere sich der Reiseveranstalter um Alternativen.
Interessanterweise wagen auch junge Menschen den Schritt ins Reisebüro. "Bei 100 Angeboten im Internet sind selbst die Jungen überfordert. Wir nehmen ihnen dann die Entscheidung ab", sagt Trittner. Raphael Trittner selbst übrigens hält diesen Sommer in Großhadern die Stellung. Urlaub? Hat er schon an Pfingsten gemacht. In Namibia. Noch so ein Geheimtipp.
Tipps und Trends für alle, die in diesem Sommer noch kurzfristig wegwollen
"Mit den beginnenden Sommerferien ist jetzt Hauptreisezeit", betont Experte Trittner. "Daher ist es schwierig, attraktive Angebote zu finden. Man kann zwar noch buchen, aber die Preise dafür sind deutlich höher als bei einer längerfristigen Buchung. Wenn ich als Münchner einen Tipp raushauen müsste, dann würde ich auf die Schulferien schauen." Die gehen in Bayern ja bis Mitte September. "Da hat man dann in den letzten zwei Wochen noch Chancen, gute Angebote zu bekommen. Doch die ersten Augustwochen … – man kriegt noch etwas, aber es ist nicht billig."
Die Annahme, last minute in den Ferien ein Schnäppchen zu ergattern, das sei Unsinn. Die Preise dafür? Ziemlich happig. Eine Familie zahle laut Trittner für eine Woche Urlaub in der Türkei Mitte September insgesamt 5.000 Euro. Ein Rentnerehepaar müsse auch schon vierstellige Beträge hinlegen. Eine Woche Urlaub auf Mallorca im August kostet demnach knapp 1.000 Euro, zwei Wochen auf Rhodos Anfang September 2.200 Euro – und das alles pro Person. Die Kosten für eine kürzlich gebuchte Studienreise nach Skandinavien beliefen sich nach Trittners Angaben auf 2.800 Euro pro Person. Daher betont er erneut: "So früh wie möglich buchen. Sonst zahlt man ordentlich drauf."