Münchnerin verschenkt Luxusimmobilie für den guten Zweck

Direkt gegenüber der Residenz in allerfeinster Innenstadtlage entsteht ein wunderbares Projekt: Eine Münchnerin hat ihre Luxusimmobilie verschenkt – zugunsten der vielen kranken Kinder im Haunerschen Kinderspital. Professor Christoph Klein, der ärztliche Direktor dort, würde sich wünschen, es gäbe mehr solch wunderbarer Projekte in München. 
Nina Job
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Nobel: So soll das Gebäude von Heilmann und Littmann in der Residenzstraße 24 ausschauen, wenn es komplett fertig saniert ist.
Nobel: So soll das Gebäude von Heilmann und Littmann in der Residenzstraße 24 ausschauen, wenn es komplett fertig saniert ist. © Niersberger Group

"Ein durchaus strenges Regiment" habe Marianne Schmidbauer-Landes geführt in dem denkmalgeschützten Haus in der Residenzstraße 24. Vor allem, wenn es mit der Kehrwoche nicht so lief, habe die Geschäftsfrau ganz schön resolut werden können, heißt es.

Die edle Stifterin auf einem unscharfen Foto: Marianne Schmidbauer-Landes litt schon als Kind unter gesundheitlichen Problemen.
Die edle Stifterin auf einem unscharfen Foto: Marianne Schmidbauer-Landes litt schon als Kind unter gesundheitlichen Problemen. © privat

Marianne Schmidbauer-Landes († 75) führte zusammen mit ihrer Adoptivmutter das Jugendstilhaus direkt gegenüber der Residenz, in dem früher jahrzehntelang das Modehaus W & G Linke ansässig war. Der Vater ihrer Adoptivmutter hatte die Immobilie einst gekauft, er wiederum hatte in der Theatinerstraße ein Schreibwarengeschäft geführt. Das Haus wurde 1907 von den bekannten Architekten Jakob Heilmann und Max Littmann gebaut.

Als Marianne Schmidbauer-Landes 2008 kinderlos starb, hätte es mit dem schönen Haus in edelster Innenstadtlage laufen können wie so oft in München. Das millionenschwere Gebäude wäre geradezu prädestiniert gewesen zum Spekulationsobjekt. Ausländische Immobilienfonds hätten sich vermutlich darum gerissen, die Mieten wären bis an die Schmerzgrenze gestiegen, um maximale Renditen für Anleger herauszuholen.

Doch in diesem besonderen Fall lief alles ganz anders. Marianne Schmidbauer-Landes entschied, über ihren Tod hinaus Gutes zu tun. In ihrem Testament verfügte sie, dass mit dem Gebäude dauerhaft den schwer- und schwerstkranken Kindern im Haunerschen Kinderspital geholfen werden muss. Bereits als junges Mädchen hatte sie selbst – und lebenslang – unter gesundheitlichen Problemen gelitten. Sie war auch selbst über längere Zeit Patientin in der Kinderklinik gewesen.

Der Platz für den Kran ist knapp bemessen: Die Straße ist eng, die Residenz direkt gegenüber.
Der Platz für den Kran ist knapp bemessen: Die Straße ist eng, die Residenz direkt gegenüber. © Daniel von Loeper

Die Geschäftsfrau vermachte das prächtige, aber sanierungsbedürftige Haus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) – verbunden mit der Auflage, eine Stiftung zu gründen, die sich dauerhaft finanziell an der medizinischen Betreuung und Versorgung der kleinen Patienten im Haunerschen beteiligt.

Sie hatte "offenbar den Wunsch, etwas zurückzugeben", sagte Christoph Kahl, Leiter der LMU-Stiftungen am Donnerstag voriger Woche. Da wurde unter dem neuen, frisch gezimmerten Dachgewölbe Richtfest gefeiert. Seit April 2025 wird das Jugendstilgebäude komplett saniert.

Christoph Kahl, Leiter der Stiftungen der LMU, Projektleiterin Xenia Löffler und René Fabian, Geschäftsführer der Niersberger Group.
Christoph Kahl, Leiter der Stiftungen der LMU, Projektleiterin Xenia Löffler und René Fabian, Geschäftsführer der Niersberger Group. © Daniel von Loeper

Dabei wurde auch der Dachstuhl wieder als Tonnengaube aufgebaut – so wie er 1907 und vor der Teilzerstörung im Krieg von den Architekten entworfen worden war.

Zimmerermeister Ulrich Schödel (25) und Maurer Ronny Heinig (42) beim Richtfest.
Zimmerermeister Ulrich Schödel (25) und Maurer Ronny Heinig (42) beim Richtfest. © Daniel von Loeper

Da die Stiftung die hohen Kosten für die Sanierung nicht selbst hätte aufbringen können, hat die Stiftung das Gebäude seit 2023 verpachtet: für 99 Jahre an die Niersberger Group aus der Metropolregion Nürnberg. Die Unternehmensgruppe ist ein Komplettanbieter für die Planung, Realisierung und Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Sie ist nun zugleich Pächterin, Projektentwicklerin und bald auch Betreiberin des Wohn- und Geschäftshauses.

Spektakulär: die neue Tonnengaube. Sie ist dem Originalbau von 1907 nachempfunden. Hier oben entsteht eine Luxuswohnung.
Spektakulär: die neue Tonnengaube. Sie ist dem Originalbau von 1907 nachempfunden. Hier oben entsteht eine Luxuswohnung. © Daniel von Loeper

Im Sommer sollen bereits die ersten Mieter einziehen. Das Erdgeschoss und der erste Stock sind an den Online-Möbelhändler Westwing vermietet, der hier einen Flagship-Store eröffnen will. Außerdem mieten eine Rechtsanwaltskanzlei und ein Denkmalimmobilienberater Flächen.

Unter dem Dach entsteht zudem neuer Wohnraum – genauer: eine 240 Quadratmeter große Luxuswohnung über zwei Etagen. Auf der einen Seite werden die künftigen Mieter auf die Residenz schauen, auf der anderen auf die Theatinerkirche und die Frauentürme. Die Wohnung ist noch zu haben, die Miete wird rund 10.000 Euro pro Monat betragen.

Letztlich wird es Luxuswohnen für einen guten Zweck: Aus den Mieteinnahmen des Hauses wird Geld für das Haunersche Kinderspital generiert. In den ersten zehn Jahren müssten sich die Sanierungskosten amortisieren, erklärt René Fabian, Geschäftsführer der Niersberger Group. Danach fließt die volle Erbpacht, die die Niersberger Group an die Marianne-Schmidbauer-Landes-Stiftung zahlt. Diese wiederum unterstützt dann das Kinderspital mit dem Geld. Das Projekt, so Fabian, zeige eindrucksvoll, wie Denkmalschutz, moderne Nutzungskonzepte und gesellschaftliches Engagement erfolgreich zusammengeführt werden können.

Auch der ärztliche Direktor des Haunerschen Kinderspitals Prof. Christoph Klein lobt das Projekt: "Das Haunersche Kinderspital ist auf Spenden angewiesen." Er wünscht sich, es gäbe mehr solche Immobilieneigentümer und Menschen wie Marianne Schmidbauer-Landes in München.

Das Haus in der Residenzstraße 24 im Jahr 1967: Der Dachstuhl war nach dem Krieg nur notdürftig erneuert worden.
Das Haus in der Residenzstraße 24 im Jahr 1967: Der Dachstuhl war nach dem Krieg nur notdürftig erneuert worden. © Stadtarchiv München

In der Residenzstraße 24 neben einer Treppe hängt immer noch eine Klingel, auf der ihr Name steht. Unten im Keller hatte sie ein bescheidenes kleines Büro – ohne Fenster.

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  • Kritik vor 13 Minuten / Bewertung:

    Zahlen werden - zufällig - nicht genannt. Wieviel Geld fließt denn jetzt an die Stiftung? Und in 10 Jahren?

    Für mich - persönlich - eine Milchmädchenrechnung! Ein Verkauf und der Erlös an die Stiftung wäre mir sinnvoller erschienen.

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  • Der Münchner vor 35 Minuten / Bewertung:

    In der Haunischen am Goetheplatz bin ich geboren!

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  • Witwe Bolte vor 25 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Der Münchner

    Das Haunersche am Goetheplatz ist eine Kinderklinik, keine Frauenklinik, dort kommt niemand auf die Welt. Vielleicht meinen Sie die Maistrasse?

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