Tunnelsperrung für einen ganzen Monat: Das müssen Autofahrer in München jetzt wissen

Der Luise-Kiesselbachtunnel ist ein wichtiger Knotenpunkt in Münchens Verkehrsnetz. Wegen eines Unfalls, der bereits länger her ist, findet dort im Sommer eine einmonatige Sperre statt. Aus diesem Grund empfiehlt die Stadt, den Münchner Südwesten großräumig zu umfahren oder möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen.
Guido Verstegen
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Nach den sofortigen Reparaturen im April 2024 war die Geschwindigkeit im Luise-Kiesselbach-Tunnel in diesem Bereich auf 40 km/h begrenzt worden.
Nach den sofortigen Reparaturen im April 2024 war die Geschwindigkeit im Luise-Kiesselbach-Tunnel in diesem Bereich auf 40 km/h begrenzt worden. © imago images/Wolfgang Maria Weber

Es ist eine Hauptverkehrsader in München und eine Staufalle in der Rush Hour: Der Luise-Kiesselbach-Tunnel wird in der Zeit vom 1. Juli bis 2. August in nördlicher Fahrtrichtung vollständig gesperrt. Der Grund für die Sanierungsmaßnahme des Baureferats liegt über zwei Jahre zurück.

Lkw-Brand verursachte erhebliche Schäden unter anderem an der Tunneldecke

Die während der Arbeiten notwendige Sperrung betreffe in etwa den Abschnitt zwischen den Autobahnen A95 und A96, teilt die Stadt weiter mit. Ein schwerer Lkw-Brand hatte am 17. April 2024 erhebliche Schäden an der Tunneldecke und der technischen Infrastruktur der Oströhre, also in Fahrtrichtung Nord, verursacht.

Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h

Die infolge des Brandes drohende dauerhafte Sperrung hätten Baureferat und Mobilitätsreferat abwenden können: "Nach sofortigen Reparatur-Arbeiten und mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h konnte der Tunnel bereits 20 Stunden nach dem Brand bis auf Weiteres freigegeben werden."

Umfangreiche Sanierung: "Vorübergehende Vollsperrung der Fahrtrichtung Nord notwendig"

Nun folge "die fachgerechte Betoninstandsetzung der Tunneldecke sowie die vollständige Erneuerung der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen Sicherheitssysteme" – wie Lüftung, Brandmeldung, Funk, Beleuchtung und Löschwasserleitung.

Der Fahrer des brennenden Kleintransporters hatte sich damals selbst in Sicherheit gebracht und musste nicht ins Krankenhaus.
Der Fahrer des brennenden Kleintransporters hatte sich damals selbst in Sicherheit gebracht und musste nicht ins Krankenhaus. © Berufsfeuerwehr München

Weil zu diesem Zweck sämtliche sicherheitsrelevante Überwachungssysteme wie Kameras, Brandmelder und die Löschwasserleitung demontiert werden müssten, sei die "vorübergehende Vollsperrung der Fahrtrichtung Nord notwendig", heißt es weiter. Zudem werden die durch den Brand angegriffenen Bereiche der Tunneldecke unter anderem mit Hochdruckstrahlern bearbeitet, so das Baureferat.

Stadt warnt vor "Rückstauungen" im Verkehr und will Ausweichstrecken optimieren 

Das Baureferat will die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich halten und ergreift den Angaben zufolge "umfassende Maßnahmen zur Verkehrslenkung und Verkehrsführung". So sollen die Umleitung die Tunneloberfläche – insbesondere die Garmischer Straße – beschildert und die Ampelschaltungen entsprechend angepasst werden.

"Es wird empfohlen, den Münchner Südwesten großräumig zu umfahren" 

"Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, das üblicherweise den Tunnel passiert, kann es hier zu Rückstauungen kommen", warnt die Stadt, die mehrere Ausweichstrecken im Stadtgebiet für den Verkehr optimieren will.

Da der Kleintransporter genau unter den baulichen Lüftungsmotoren brannte, fielen diese im Laufe des Brandes aus.
Da der Kleintransporter genau unter den baulichen Lüftungsmotoren brannte, fielen diese im Laufe des Brandes aus. © Unfall Luise-Kiesselbach-Tunnel 2024

Gezielte Beschilderung, die Anpassung von Ampelschaltungen und teilweise auch gezielte Sperrungen im Umfeld der Baustelle tragen demnach dazu bei, dass der Verkehr insgesamt besser fließen kann und Staus reduziert werden. Rettungs- und andere Blaulichtfahrzeuge können den Tunnel Richtung Norden während der Instandsetzung weiterhin nutzen.

"Es wird empfohlen, den Münchner Südwesten großräumig zu umfahren oder, soweit möglich, auf andere Verkehrsträger wie die öffentlichen Verkehrsmittel auszuweichen, da es trotz aller Verkehrslenkungs- und Informationsmaßnahmen voraussichtlich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen wird", so die Stadt.

Im gesamten Stadtgebiet sowie auf den zuführenden Autobahnen werden in Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH bereits im Vorfeld zahlreiche Hinweise auf die Sperrung aufgestellt. Diese werden je nach Fahrtziel alternative Routen aufzeigen.

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  • kartoffelsalat vor 40 Minuten / Bewertung:

    Um es mit den Auto&Beton-Parteien zu sagen:

    - Wir brauchen noch viel mehr Tunnel!
    - Autoverkehr muss immer und überall über allem stehen!
    - Baustellen abschaffen!
    - Wer den Umweltverbund fördern will ist ein Ideologe!

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  • 1Muenchner vor 25 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von kartoffelsalat

    Ich glaube, die meisten wünschen sich weder endlose Baustellen noch Stau oder schlechte Verkehrsverbindungen. Die eigentliche Frage ist doch, wie wir den begrenzten Raum in unseren Städten sinnvoll nutzen.

    Tunnel können an manchen Stellen sinnvoll sein, genauso wie gute Radwege, ein attraktiver ÖPNV und sichere Fußwege. Statt Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen, sollte es darum gehen, für möglichst viele Menschen praktikable Lösungen zu finden.

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  • kartoffelsalat vor 15 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von 1Muenchner

    Exakt. Alles Argumente dafür, dass die nach wie vor dominierende autozentrierte Verkehrspolitik nicht zukunftsfähig ist.

    Sonst weiter Stau, unausgewogener Flächenverbrauch, hohe Kosten, mangelhafte Sicherheit, ausgebremster ÖPNV.

    Dass nicht alles gleichzeitig auf höchstem Niveau gehen kann ist kein "Ausspielen" sondern Logik.

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