Luise-Kiesselbach-Tunnel: Hier blitzt es 400 Mal am Tag

Alleine im Mai sind über 13 000 Raser erwischt worden. Besonders viele erwischt es an der Einfahrt von der Garmischer Autobahn in die Röhre.
| Ralph Hub
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Die Blitzer im Luise-Kiesselbach-Tunnel leisten ganze Arbeit.
Mobil in Deutschland e.V. Die Blitzer im Luise-Kiesselbach-Tunnel leisten ganze Arbeit.

München - Im Luise-Kiesselbach-Tunnel blitzt es öfter als auf dem roten Teppich beim Filmfest in Cannes. Über 13 000 Temposünder wurden im Mai erwischt, im April über 9400.
Zum Vergleich im Richard-Strauss-Tunnel waren im selben Zeitraum lediglich 3600 Raser.

Problemzone ist offenbar die Einfahrt aus Richtung Garmischer Autobahn. Im Tunnel wird danach wegen der engen Kurven der Rampen die Geschwindigkeit auf 40 beziehungsweise 30 Stundenkilometer reduziert.
Warum es ausgerechnet im Kiesselbach-Tunnel so viele erwischt, ist Polizei und Stadt ein Rätsel. Denn die Zufahrt von der A 95 ist lange vorher zugepflastert mit Hinweisschildern. „Radarkontrolle“ steht beiderseits der Fahrbahnen, rund 300 Meter davor gilt bereits Tempo 40.

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Trotzdem brettern jeden Tag rund 400 Autofahrer mit Karacho durch die Messstellen. Bis 15 Stundenkilometer kostet es 25 Euro Strafe, bis 20 sind es 35 Euro, darüber 80 Euro.
Spitzenreiter war im April ein Raser, der satte 130 Sachen auf dem Tacho hatte. Der „Sieger“ im Mai brachte es auf Tempo 111.

Ein Jahr alt ist der Kiesselbach-Tunnel inzwischen in Betrieb. Doch die neuesten Zahlen des Polizeipräsidiums zeigen, dass manche Autofahrer noch immer nicht damit zurechtkommen - vor allem nicht mit den Tempolimits.

60-Mal wurde der Führerschein einkassiert

Allein im Mai kassierten über 13 000 Autofahrer Verwarnungen, weil sie die Höchstgeschwindigkeit um bis zu 20 Stundenkilometer überschritten hatten.
688 Fahrer, die noch schneller unterwegs waren, bekamen Anzeigen, bei 60 wurde der Führerschein einkassiert.

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Innerhalb von zwei Monaten wurden insgesamt fast 23 000 Autos geblitzt. Ist der Tunnel, wie der Automobilclub „Mobil in Deutschland“ bei der Eröffnung geunkt hatte, eine riesige Radarfalle? Von „rund 30 Blitzern“ war damals die Rede. Tatsächlich sind es sechs Standorte mit insgesamt 13 Kameras.

Polizeisprecher Peter Beck weist entsprechende Vorwürfe zurück. Die Radarkontrollen sind laut Polizei keine Abzocke, sondern bittere Notwendigkeit. 2016 ereigneten sich im Kiesselbach-Tunnel bereits 39 Unfälle mit drei Verletzten. Angesichts von etwa drei Millionen Autos pro Monat ist der Anteil der Raser im Tunnel niedrig, 0,31 Prozent.

Für Finanzminister Söder entwickelt sich der Tunnel zu einer sprudelnden Geldquelle. Über eine halbe Million Euro Bußgeld hat ihm der Temporausch im Tunnel in nur zwei Monaten eingebracht.

 

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