Luise-Kiesselbach-Tunnel gesperrt: München versinkt im Verkehrschaos

Seit der Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels steht der Verkehr im Münchner Südwesten vielerorts still. Pendler berichten von Staus und deutlich längeren Fahrzeiten. Betroffen sind nicht nur Autofahrer – auch mehrere Buslinien geraten durch die Großbaustelle unter Druck.
Niclas Vaccalluzzo
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Die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels sorgt für Staus im ganzen Umfeld. Auch hier in der Heckenstallerstraße geht am Donnerstag kaum etwas voran.
Die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels sorgt für Staus im ganzen Umfeld. Auch hier in der Heckenstallerstraße geht am Donnerstag kaum etwas voran. © Ben Sagmeister

Der Luise-Kiesselbach-Tunnel ist seit Mittwoch dicht – und München steckt im Stau. Schon die ersten Tage zeigen, was Autofahrer in den kommenden Wochen erwartet: kilometerlanges Verkehrschaos, Hupkonzerte und vor allem jede Menge Stillstand.

Wie berichtet, bleibt die wichtige Verkehrsader bis zum 2. August gesperrt. Nach einem Lkw-Brand vor zwei Jahren wird der Tunnel nun umfassend saniert. Das Problem: Die Baustelle trifft auf eine Stadt, die ohnehin bereits an vielen Stellen gleichzeitig aufgerissen ist.

Der Stau auf dem Mittleren Ring vor dem Luki-Tunnel reicht stadtauswärts selbst am frühen Nachmittag bis auf Höhe der Hansastraße.
Der Stau auf dem Mittleren Ring vor dem Luki-Tunnel reicht stadtauswärts selbst am frühen Nachmittag bis auf Höhe der Hansastraße. © Ralph Hub

Auf der Fürstenrieder Straße wird die Tram gebaut, der Landshuter-Allee-Tunnel saniert, die Brücke über die Dachauer Straße instand gesetzt. Hinzu kommen Bauarbeiten entlang der U6, weshalb auf der Lindwurmstraße derzeit Ersatzbusse (siehe Seite 4) unterwegs sind. Wer die Sperrung des Tunnels also umfahren will, landet zwangsläufig wieder an einer anderen Baustelle.

Staus und Chaos: Luise-Kiesselbach-Tunnel gesperrt

Am Donnerstagmorgen zeigte sich, welche Folgen das hat: Chaos pur. Die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels ließ auch die umliegenden Straßen kollabieren. Ein Zeuge berichtet der AZ, dass sich der Ausweichverkehr etwa auf der gesamten Passauerstraße staut. Verschärft werde die Lage dadurch, dass zwischen Brudermühl- und Heckenstallertunnel derzeit nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. Viele Autofahrer weichen deshalb zusätzlich auf die Passauerstraße aus. "Für knapp 650 Meter braucht man inzwischen gut zehn Minuten. Die Autofahrer werden echt zum Glühen gebracht", berichtet der Pendler.

Auch auf der sonst vergleichsweise flüssig befahrbaren Garmischer Straße – hier führt die ausgeschilderte Umleitung entlang – geht seit der Sperrung kaum noch etwas. Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten herrscht nahezu Stillstand. Autofahrer berichten, dass sich der Mittlere Ring generell bereits ab dem Candidplatz regelmäßig kilometerweit zurückstaut und nicht mehr normal befahrbar sei.

Auch Busverkehr von Sperrung betroffen

Doch nicht nur Autofahrer brauchen derzeit starke Nerven. Auch der Busverkehr gerät durch die massiven Staus ins Stocken. Betroffen ist unter anderem der Expressbus X30 zwischen Harras und Arabellapark. "Grundsätzlich wirken sich die Verkehrsbehinderungen infolge der Tunnelsperrung auf mehrere Buslinien aus", sagt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner der AZ.

Für Autofahrer werden die kommenden Wochen zur Geduldsprobe. Für einfache Strecken muss nun mit deutlich mehr Zeit gerechnet werden.
Für Autofahrer werden die kommenden Wochen zur Geduldsprobe. Für einfache Strecken muss nun mit deutlich mehr Zeit gerechnet werden. © Ben Sagmeister

Deshalb habe die MVG zusätzliche Puffer eingeplant. Bei besonders stark betroffenen Linien wie der 153 und 157 kommen zudem verkürzte Linienführungen beziehungsweise Ausweichrouten zum Einsatz.

Die Sanierungsarbeiten am Luise-Kiesselbach-Tunnel sollen noch bis zum 2. August dauern. Der Zeitpunkt der Sperrung – mitten in einer Phase zahlreicher weiterer Großbaustellen – stößt unter anderem bei der CSU auf Kritik. Das Mobilitätsreferat verteidigt den Termin hingegen als "Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung aller zuständigen staatlichen und städtischen Stellen".

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  • doket vor 28 Minuten / Bewertung:

    Autofahrer sind so doof, als wenn es durchs Hupen jemals schneller gegangen wäre.

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  • kartoffelsalat vor 2 Stunden / Bewertung:

    "650 Meter in zehn Minuten"

    Ea gäbe ja deutlich effizientere Mobilitätslösungen.

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  • Ostbayer vor einer Stunde / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von kartoffelsalat

    Wenn man vorher in der gleichen Zeit 10 km gefahren ist, dann wohl eher nicht.

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