Luft in München besser als gedacht - trotzdem Problemstellen

Die Werte für Stickstoffdioxid (NO2) in der Münchner Luft sind rückläufig. An einigen Stellen sind sie trotzdem noch zu hoch.
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Und so sehen die Luftmessstationen aus (wie hier auf einem Dach an der Landshuter Allee)
Sven Hoppe/dpa 2 Und so sehen die Luftmessstationen aus (wie hier auf einem Dach an der Landshuter Allee)
Die einzelnen Werte der 20 Messstationen
Landeshauptstadt München 2 Die einzelnen Werte der 20 Messstationen

Die Werte für Stickstoffdioxid (NO2) in der Münchner Luft sind rückläufig. An einigen Stellen sind sie trotzdem noch zu hoch - insbesondere am Mittleren Ring.

München - Die Jahresmittelwerte der 20 von der Stadt München beauftragten NO2-Messstellen zeigen für 2018 eine deutlich rückläufige Entwicklung der NO2-Belastung in München.

Die Stadt teilte am Mittwoch mit: "An 16 von 20 Standorten wird der gesetzliche Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 eingehalten. Erwartungsgemäß liegen die Werte an den Messstellen in Wohngebieten deutlich unter dem Jahresgrenzwert auf dem Niveau der städtischen Hintergrundbelastung in Höhe von rund 20 µg/m3."

Aber: "An den beiden Messstellen an stark verkehrsbelasteten Straßenabschnitten des Mittleren Rings liegen die Werte hingegen bei 58 bzw. 57 µg/m3." Oder anders gesagt: Deutlich überschritten worden ist der Schwellenwert lediglich zweimal, an besonders verkehrsreichen Abschnitten am Mittleren Ring.

 

Die einzelnen Werte der 20 Messstationen
Die einzelnen Werte der 20 Messstationen © Landeshauptstadt München

 


Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte: "Dank unserer eigenen Messungen haben wir jetzt endlich belastbare Fakten. Die freiwillige Einrichtung der die fünf LÜB-Stationen des Freistaats ergänzenden Messstationen hat sich bewährt. Die Luft in München ist deutlich besser als vielfach angenommen und vom Freistaat 2017 berechnet wurde. Darüber bin ich sehr froh." 

Reiter zudem: "Ob die insgesamt flächendeckend rückläufige Tendenz der NO2-Werte auf einzelnen Hauptachsen des Münchner Straßennetzes strecken- oder flächenbezogene Fahrverbote rechtfertigen, wird die für diese Frage zuständige Regierung von Oberbayern gut abwägen müssen."

Grenzwert an vielen Stellen unterschritten 

Und Umweltreferentin Stephanie Jacobs teilte mit: "Die positive Tendenz unserer quartalsweise veröffentlichten Zwischenwerte hat sich nun für das gesamte Jahr 2018 bestätigt." Die Münchnerinnen und Münchner könnten in den Wohngebieten, wo sie sich dauerhaft aufhalten, unbesorgt sein, so Jacobs, "dort ist die Luft gut". Und auch an vielen Straßenabschnitten könne 2018 der gesetzliche Jahresgrenzwert für NO2 eingehalten werden.

Zu hohe Werte insbesondere am Mittleren Ring

Allerdings seien die Werte an den stark verkehrsreichen Straßenabschnitten - insbesondere am Mittleren Ring - noch zu hoch, so die Umweltreferentin. "Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, unseren im Juli 2018 beschlossenen Masterplan zur Luftreinhaltung konsequent weiter umzusetzen."

In der Mitteilung der Stadt vom Mittwoch heißt es: "Da die NO2-Belastung im Wesentlichen aus dem Diesel-Verkehr hervorgeht, ist es Ziel der 127 Maßnahmen des Masterplans zur Luftreinhaltung, die Attraktivität der umweltfreundlichen Verkehrsarten wie U-Bahn, Tram und Bus sowie des Radverkehrs in München deutlich zu steigern."

Die Stadt gehe "mit gutem Beispiel voran".und stelle unter anderem ihre Fahrzeugflotte auf E-Antriebe um und baue die öffentliche Ladeinfrastruktur mit bis zu 1.100 Ladepunkten bis Ende 2019 "deutlich" aus. Ab 2020 werde zudem die erste Buslinie mit E-Fahrzeugen "im Regelbetrieb" sein.

Die Messergebnisse für 2018 zeigen der Stadt zufolge zudem, "dass an vielen Stellen der Wert von 50 µg/m3 in München unterschritten ist".

Lesen Sie auch: Demo in München - Fahrverbot-Gegner gehen auf die Straße

 

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