Leben ohne Plastik in München - so geht's

Ein neues Buch zeigt, wie man Müll und Kunststoffe vermeiden kann – mit Rezepten, Anleitungen zum Selbermachen und Einkaufstipps. Außerdem: was Plastik anrichten kann – und wo es doch unverzichtbar ist.
| Sophie Burfeind
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Ohne Plastik einkaufen geht zum Beispiel im "OHNE", dem verpackungsfreien Supermarkt in der Schellingstraße in München. Hier (v. l.): Geschäftsführerin Hannah Sartin mit den Kundinnen Hannah und Charlotte.
Daniel von Loeper Ohne Plastik einkaufen geht zum Beispiel im "OHNE", dem verpackungsfreien Supermarkt in der Schellingstraße in München. Hier (v. l.): Geschäftsführerin Hannah Sartin mit den Kundinnen Hannah und Charlotte.

München - Versuchen Sie mal, sich eine Herde mit einer Milliarde Elefanten vorzustellen. Oder eine Reihe von 822.000 Eiffeltürmen. Schwierig? Beides wiegt 8,3 Milliarden Tonnen. In etwa so viel Plastik haben die Menschen bislang produziert. Seit seiner Erfindung Anfang der Fünfzigerjahre hat der Plastikverbrauch unvorstellbare Ausmaße angenommen. Recycelt wurde davon nur ein Bruchteil.

Nur ein kleiner Teil des Plastikmülls liegt auf Deponien, der größte Teil liegt in der Umwelt, vor allem im Meer. Darauf haben US-Forscher im Fachblatt "Science Advances" hingewiesen. Bis 2050, schätzen sie, werden zwölf Milliarden Tonnen Plastik produziert sein. In winzige Partikel zerfallen, gelangt Plastik in unseren Körper und schadet der Gesundheit. Noch mehr aber schadet es der Umwelt: Es verwandelt Flüsse und Meere in Müllhalden und lässt Millionen von Fische und Vögel pro Jahr verenden.

Höchste Zeit also, auf Plastik zu verzichten. Nadine Schubert ist Expertin für ein plastikfreies Leben. In ihrem zweiten Buch "Noch besser leben ohne Plastik" (112 Seiten, Oekom Verlag, 13 Euro) gibt sie wieder viele Tipps, um ohne Plastik auszukommen. Die AZ stellt ein paar von ihnen vor. 

Hier gibt’s Unverpacktes

Wer in München lebt, hat es gut. Nicht nur, weil er in München lebt, sondern weil es in Großstädten besonders einfach ist, beim Einkaufen Plastik zu sparen. In vielen Großstädten gibt es nämlich schon verpackungsfreie Supermärkte – so auch hier.

"Ohne" heißt der Laden in der Schellingstraße, in dem es, wie der Name schon sagt, alles ohne Verpackung gibt. Also lose. In dem Laden von Hannah Sartin kann man sich trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte oder Müsli aus Gläsern abfüllen. Und aus Kanistern Flüssiges wie Reinigungsmittel und Shampoos. Daneben gibt es Süßigkeiten, Brot, Obst und Gemüse. Alles ist bio.

Wer unverpackt einkaufen will, sollte daran denken, Gefäße mitzubringen, in die er die Lebensmittel einfüllen kann. Das sollten idealerweise natürlich keine Plastiktüten sein, sondern Gefäße wie Schraub- und Bügelgläser, Brotzeitdosen, Baumwollsäcke oder Papiertüten. Erlaubt ist alles, die einzige Bedingung: Die Gefäße müssen sauber sein!

Während in Deutschland immer mehr Unverpackt-Läden eröffnen, tun sich die großen Läden noch schwer mit der Plastikfreiheit. Frankreich ist schon weiter: Hier herrscht seit vergangenem Jahr nicht nur ein Plastiktüten-Verbot an Supermarktkassen – auch die dünnen Plastikbeutel für Obst und Gemüse wurden aus den Läden verbannt. Bis 2020 sollen auch Plastikbecher und -geschirr der Vergangenheit angehören.

Plastik sparen im Büro und in der Schule

Solange man daheim ist, ist es nicht so schwierig, Plastik zu vermeiden. Was man einkauft, wie man den Kaffee zubereitet und die Wäsche wäscht, bestimmt man ja selbst. Zum Glück. Aber was ist, wenn man außer Haus ist? Auf der Arbeit und das Kind in der Schule?

Dann wird’s kompliziert: Im Büro kommt der Kaffee womöglich aus einer Kapselmaschine und das Wasser aus einem Plastik-Wasserspender mit Pappbechern. Nadine Schubert sagt: Scheuen Sie sich nicht, ihrem Chef Änderungsvorschläge zu machen! Hier ein paar Ideen:

  • Eine Alternative zu Plastik-Wasserspendern sind Wasserspender, die an die Wasserleitung angeschlossen werden. Statt Pappbechern einfach Gläser drunterstellen.
  • Pad- und Kapselmaschinen verursachen viel Müll. In Filterkaffeemaschinen wird der Kaffee schnell kalt. Frischen Kaffee ohne viel Müll gibt’s aus Kaffeevollautomaten: Auch sie brühen jede Tasse einzeln. Sie lohnen sich, wenn viele einzelne Tassen getrunken werden.
  • Kondensmilch gibt es in Tetrapacks und in kleinen Portionsdöschen – beides verursacht viel Müll. Eine umweltfreundliche Alternative: Frischmilch aus Glasflaschen. Ist noch dazu gesünder und schmeckt besser!
  • Zucker zum Kaffee gibt’s oft aus kleinen Päckchen zum Aufreißen. Weil Zucker nicht schlecht wird, kann er auch in einem Glas- oder Porzellanspender aufbewahrt werden. Das ist genauso hygienisch.
  • Und dann sind da noch Druckerpatronen: 90 Prozent von ihnen landen im Müll, wenn sie leer sind. Dabei bringen sie Geld. Große Toner für Laserdrucker werden außerdem oft von den Lieferanten zurückgenommen. Wie man mit Patronen Geld verdient? Das steht hier: www.geldfuermuell.de und www.abfallbringtgeld.de
  • Wer sich etwas zu Essen mitbringt: Statt in Frischhalte- oder Alufolie in einen haltbaren Behälter füllen, den man öfter verwenden kann.

Und wie sieht’s mit der Schule aus? Jedes Jahr werden in Deutschland um die 200 Millionen Schulhefte gekauft. Die werden dann meist in Plastikumschläge gesteckt. Hinzu kommen Filzstifte, Tintenpatronen, Lineale, Kleber und Radiergummis. Viel Plastik also. Es geht auch anders:

  • Umschläge aus Papier halten nicht lange, dickere Heftschoner aus recyceltem Karton schon.
  • Manche Lehrer schreiben transparente Schulbuchumschläge vor, damit man das Buch erkennt. Statt Plastikfolie tut’s auch Transparentpapier – das gibt es im Schreibwarenhandel.
  • Textmarker gibt es aus Holz. Füller gibt es aus Holz, Metall und recyceltem Kunststoff. Tintenpatronen können durch sogenannte Konverter ersetzt werden. Die setzt man anstelle einer Patrone in den Füller ein. Die Tinte kommt aus einem Tintenfass.
  • Radiergummis aus Naturkautschuk sind umweltfreundlich. Wichtig: Ohne Plastikverpackung kaufen!
  • Schulranzen und Mäppchen werden in der Regel aus Kunststoff hergestellt. Es gibt alternativ Büchertaschen aus Bioleder und stabile Rucksäcke aus Baumwolle und Hanf. Anschauen und bestellen kann man sie bei Öko-Versandhäusern und kleinen Manufakturen.

Tipps für plastikfreie Kosmetik

Wer schön sein will, muss dafür nicht zwangsläufig zu Cremes und Schminke aus der Drogerie oder dem Supermarkt greifen. Das sind nämlich kleine Plastikbomben. Nicht nur die Tube ist aus Plastik, auch innen drin sind oft winzige Kunststoffteilchen.

Es gibt viele Rezepte, wie man Pflegeprodukte selber machen kann. Damit spart man nicht nur Plastik, sondern auch Geld, und verwandelt sich im wahrsten Sinne des Wortes in eine natürliche Schönheit. Und wer möchte das nicht sein? Nadine Schubert verwendet im Alltag fast nur selbstgemachte Pflegeprodukte. Ein paar Rezepte zum Nachmachen:

  • Roggenmehl-Shampoo: 5 EL Roggenmehl, 300 ml Wasser, Zitronensaft oder Apfelessig. Mehl und Wasser vermischen und glatt rühren, dann als Shampoo verwenden. Nach dem Auswaschen empfiehlt sich eine saure Rinse, die aus einem Liter Wasser und einem EL Zitronensaft oder Apfelessig besteht. Die Rinse nicht ausspülen. Sie sorgt dafür, dass sich die Schuppenschicht auf dem Haar schließt.
  • Haarkur: 1 EL geraspelte Olivenölseife, 1 TL Olivenöl, 1 TL Honig, 100 ml Wasser. Alle Zutaten in einen Topf geben und leicht erhitzen. Dabei umrühren, sodass eine homogene Masse entsteht. Die Kur kann in eine leere Shampooflasche oder in einen Pumpspender gefüllt werden. Auf die nassen Haare auftragen und 5-10 Minuten einwirken lassen, danach ausspülen. Kann als Duschgel verwendet werden.
  • Bodybutter: 1 Tasse Sheabutter, 1 Tasse Kokosöl, 2 EL Öl (z.B. Jojoba-, Mandel- oder Olivenöl). Sheabutter und Kokosöl bei niedriger Temperatur in einem Topf schmelzen und abkühlen lassen, bis die Masse fest wird. Dann die übrigen Zutaten hinzugeben und mit einer Küchenmaschine oder einem Handrührgerät aufschlagen. Das sahneartige Ergebnis in ein Schraubglas füllen.
  • Entspannungsbad: 200 ml Milch, 1 EL Honig. Geht besonders schnell: Einfach Milch erwärmen und Honig einrühren, die Mischung ins Badewasser geben. Noch einfacher und schneller geht es mit einem EL Olivenöl in der Milch. Auch Schminke kann man ganz einfach selbst herstellen, lernt man in dem Buch.
  • Gesichtspuder: 1 EL Luvos Heilerde, 1 TL gemahlene Tonerde, weiß. Die beiden Zutaten in einem Glas mit weitem Hals oder in einer alten Puderdose mischen. Mit dem Pinsel auftragen.
  • Mascara: 5 g Bienenwachs, 1/2 TL Sheabutter, 1 TL Kokosöl, 1/2 TL Pfeilwurzpulver oder Maisstärke, 1/2 TL Gummi arabicum (optional), 10 g Aktivkohle. Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl in einer kleinen Schüssel im Wasser schmelzen. Dann Stärke und Gummi arabicum einrühren und darauf achten, dass keine Klümpchen entstehen. Das Aktivkohlepulver dazu geben und nochmal umrühren. Die Masse sollte schnell in ein kleines Creme- oder Marmeladenglas gefüllt werden. Dann mit der Bürste einer alten Wimperntusche auftragen: Dazu etwas Farbe an den Rand des Glases streichen und einen Teil wieder abstreifen, damit die Wimpern nicht verkleben.

Und was gibt’s für Männer, die natürlich schön sein wollen? Zum Beispiel eine Rasiercreme.

  • Für die braucht’s 2 EL Kokosöl, 1 TL Sheabutter, 1 TL Mandelöl. Die Öle im Wasserbad schmelzen und vermischen. Falls gewünscht, mit einem Handrührgerät aufschlagen und dann in einem Schraubglas aufbewahren.
  • Haarwachs: 15g Bienenwachs, 15 g Sheabutter, 10 g Kokosöl, 5 g Mandelöl. Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen, bei niedriger Temperatur Sheabutter und Kokosöl hinzugeben und schmelzen. Das Mandelöl zugießen und alles gut verrühren. Das flüssige Wachs in einem Glas abkühlen lassen – und dann stylen.

Vor allem in den Meeren wird Platsik zur gefahr. Quelle: dpa

Mikroplastik: Unsichtbare Gefahr

Plastiktüten und Plastikflaschen in Parks und an Stränden sind nicht zu übersehen. Es gibt aber auch eine Form von Plastikmüll, die wir nicht sehen können: Mikroplastik. Das sind Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind, und das Problem ist: Sie sind fast überall drin.

Sie sind in Cremes, Shampoos, Duschgels und Peelings, durch das Abwasser gelangen sie ins Meer, werden dort von Fischen gefressen und landen anschließend auf unserem Teller. Geschätzte 140 Millionen Tonnen Plastik schwimmen in den Ozeanen, ein Großteil davon liegt als Mikroplastik unsichtbar auf dem Meeresboden. Mikroplastik wird vor allem in der Kosmetikindustrie verwendet – als Schleifmittel, Füllmittel oder Bindemittel, durch sie fühlen sich die Produkte gelig oder "volumig" an. Über die Kanalisation gelangen Millionen dieser Mikropartikel täglich in die Kläranlagen, die aber nur wenige herausfiltern. Die meisten landen in Meeren und Flüssen, wo sie von verschiedenen Meerestieren gefressen werden (siehe unten). Außerdem gelangt Mikroplastik ins Wasser, wenn Kunststoffprodukte wie Plastiktüten zerfallen oder wenn Kleidung aus Kunstfasern wie Fleece gewaschen wird.

Woher weiß ich, wo Mikroplastik enthalten ist? Der BUND gibt seit 2013 einen Einkaufsratgeber heraus, den man im Internet herunterladen kann. Darin sind Kosmetikprodukte aufgelistet, in denen Mikroplastik drin ist. Es gibt auch Apps wie "Codecheck", mit denen man Produkte auf Mikroplastik überprüfen kann. Andere Länder sind in Sachen Mikroplastik übrigens schon viel weiter als Deutschland: In den USA etwa sind die Herstellung und der Verkauf von mikroplastikhaltigen Kosmetikprodukten verboten. In Deutschland gibt es nur eine freiwillige Selbstverpflichtung, die rechtlich nicht bindend ist – und nicht viel bringt.

Dabei gibt es längst viele Alternativen zu Mikroplastik. Sie sind nur etwas teurer.

Mhmm, riecht das gut...

Wenn ein Gericht duftet, bekommen wir automatisch Lust, es zu essen. Fischen geht es da nicht anders. Auch sie werden von Nahrung angelockt, die (ihrer Wahrnehmung nach) gut riecht. Das Problem dabei: Dazu gehört auch Plastik.

Wenn Plastikteilchen ein paar Wochen im Meer treiben, siedeln sich auf ihnen kleine Meeresorganismen und Algen an – und dieser Geruch lockt hungrige Fische an. Das konnten US-amerikanische Forscher von der University of California in Davis kürzlich bei einem Versuch mit Sardellen belegen. Dazu ließen sie millimeterkleine Plastikpartikel drei Wochen lang im Meer treiben und filterten anschließend alle Teilchen aus der Lösung. Die verbliebene Geruchslösung setzten sie in einem Aquarium Sardellen vor, die sie im Meer gefangen hatten. Das Ergebnis: Die Fische reagierten darauf wie auf echtes Futter. Auf reines Plastik reagierten sie nicht. Bislang haben Forscher nur spekulieren können, weshalb Fische in den Ozeanen große Mengen an Plastikteilchen fressen. Nun ist dafür schon mal eine Erklärung gefunden.

Gutes Plastik – schlechtes Plastik

Plastik ist nicht gleich Plastik. Also natürlich ist es das schon, wenn es ums Material geht. Aber nicht, wenn es um die Verwendung geht: Denn es gibt Fälle, in denen Plastik als Material sinnvoll sein kann und Fälle, in denen es das nicht ist. Nadine Schubert unterscheidet in ihrem Buch deswegen zwischen "gutem und schlechtem Plastik".

Was ist schlechtes Plastik? Zu schlechtem Plastik zählt sie all das, was nur kurz verwendet wird und dann keinen Nutzen mehr erfüllt.

  • Dazu gehört die Verpackung von Lebensmitteln, die nach dem Einkauf direkt weggeworfen wird; aber auch Geräte mit einer kurzen Lebensdauer, die aus billigen Plastikteilen bestehen.
  • Ebenfalls schlecht sind Kaffeekapseln. Drei Milliarden von ihnen landen mittlerweile pro Jahr im deutschen Müll – und es werden immer mehr. Sie sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel: Ein Kilogramm Kaffee kostet 60 Euro, wenn er in Kapseln verpackt ist. Das ist mehr als doppelt so teuer wie kapselloser Kaffee.
  • Pro Stunde werden in Deutschland 320.000 Coffee-to-go-Becher verkauft. Um sie herzustellen, werden 64.000 Tonnen Holz und 11.000 Tonnen Kunststoff benötigt. Nach ein paar Minuten landen die Becher im Müll, auf Autobahnauffahrten, in Flüssen und Parks.
  • "Hemdchenbeutel" heißen die Plastik-Beutel, die an den Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte angeboten werden. Auf sie kann man verzichten, weil sie meist sofort im Müll landen – im besten Fall enden sie als Mülltüte.

Wann ist die Verwendung von Plastik sinnvoll? Handys, Telefone, Staubsauger oder Laptops würden wohl nicht so gut funktionieren, wenn sie aus Holz oder Bambusfasern wären.  Auch eine Klobürste aus Plastik muss Ihnen kein schlechtes Gewissen bereiten. Aus hygienischen Gründen ist das Material zu empfehlen. Ist Bioplastik eine gute Alternative? Es gibt zwar mittlerweile viele Dinge aus Bioplastik – Tüten und Dosen aus Maisfasern, Bambus, Zellulose oder Milchsäure. Genauso Party-Teller aus Blättern. Gute Alternativen sind das aber nicht.

  • Biomüllbeutel aus Maisstärke werden in der Kompostieranlage aussortiert und landen in der Müllverbrennungsanlage. Die kann nämlich nicht zwischen Kunststoff aus Erdöl und aus pflanzlichem Kunststoff unterscheiden. Besser ist es, den Bio-Abfall in Zeitungspapier einzuwickeln.
  • Ähnlich ist es mit Partygeschirr aus Holz oder Blättern: Auch das landet nach der Party im Müll. Besser für die Umwelt ist Mehrweggeschirr, ganz klassisch aus Porzellan.

Das Umweltbundesamt kritisiert zudem, dass nicht jeder Biokunststoff ökologisch abbaubar ist. Es gibt keine einheitliche Definition von Bioplastik: In manchen Fällen heißt das einfach nur, dass die Dinge teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Hinzu kommt: Die Herstellung biobasierter Tüten spart zwar im Vergleich zu herkömmlichen Tragetaschen CO2 ein, erzeugt aber neue Probleme. Denn der Anbau von "Plastikrohstoffen" wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr hat negative Folgen für die Umwelt. Zur Herstellung von Diesel für die Maschinen und Düngemitteln wird Erdöl benötigt. Außerdem wird der Boden oft überdüngt und es werden Pestizide eingesetzt.

Und: Auch in Bioplastik können gesundheitsschädliche Zusatzstoffe enthalten sein wie UV-Stabilisatoren, Flammschutzmittel und Weichmacher.

Fazit: Bio-Plastik schont zwar fossile Bodenschätze, ist deswegen aber nicht besser für die Umwelt. Und auch nicht unbedingt für die Gesundheit.

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