Laptop statt Zettel: München will Wahlstimmen künftig auch digital erfassen

Bei Wahlen soll die am Sonntag erstmals erprobte digitale Stimmzettelerfassung nach dem Willen der zuständigen Behörde in ganz München eingesetzt werden. Ein Pilotversuch bei der Kommunalwahl verlief laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) erfolgreich.
In 23 von insgesamt 690 Münchner Briefwahlbezirken erfassten die Wahlhelfenden die gezählten Stimmen direkt am Laptop. "Die Wahlhelfenden, die mit dem digitalen Tool die Stimmen für Stadtrat und Bezirksausschuss auszählten, kamen am Sonntag und Montag deutlich schneller voran als die Vergleichsgruppe", teilte das KVR mit. Einige Wahlvorstände seien so schnell mit der Auszählung fertig gewesen, dass sie anschließend andere Briefwahl-Teams unterstützen konnten.
Auch das Feedback der Testerinnen und Tester sei positiv ausgefallen. Durch das neue System seien die vorläufigen Endergebnisse in diesem Jahr früher verfügbar gewesen als bei vergangenen Kommunalwahlen.
Tools soll künftig stadtweit eingesetzt werden
Wahlleiterin und Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller sowie IT-Referentin Laura Dornheim wollen nun eine Initiative starten, um das Tool künftig stadtweit einzusetzen. Sobald die Stichwahl des Oberbürgermeisters abgeschlossen ist, werden Wahlamt und das IT-Referat den Pilotversuch detailliert evaluieren.
Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob das Wahllokalerfassungssystem zudem dazu beiträgt, die Auszählung der Stimmen präziser zu machen. "Ist das der Fall, könnte die neue Erfassungsmethode schon bei der kommenden Migrationsbeiratswahl und perspektivisch auch bei künftigen Kommunalwahlen zum Einsatz kommen", teilte das KVR mit.