Lange Nacht der Museen: Das ist das Programm
Wer um Mitternacht ein Museum betritt, ist üblicherweise jemand, der Artefakte bewacht. Oder jemand, der diese klauen will. Am Samstag, 17. Oktober, stehen zu dieser Zeit auch regulären Besucherinnen und Besuchern die Türen offen. Zum 27. Mal findet die Lange Nacht der Münchner Museen statt. Mehr als 100 Museen, Galerien und Kulturorte öffnen von 18 Uhr bis 1 Uhr nachts ihre Pforten.
Historische Trambahnen sind dieses Jahr im Fokus
Bereits der Pressetermin am Mittwochmittag ist an einem historischen Ort: im MVG-Museum. Dort sind Straßenbahnen und Busse vergangener Zeiten zu bewundern. Dieses Jahr feiert die Stadt das 150-jährige Jubiläum der Tram. Zur Langen Nacht veranstaltet die MVG schon tagsüber einen Fahrzeugkorso mit historischen Trambahnen in der Innenstadt.
Die Veranstalter der Langen Nacht aus Politik und Kultur sprechen vor einer historischen Straßenbahn der Baureihe A, Baujahr 1901. Dieses Fahrzeug ist fahrbereit und nimmt beim Korso teil. Am Abend präsentiert sich das Gefährt dann für die Lange Nacht. Aus der Politik anwesend sind Kulturbürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) sowie der bayerische Kunstminister Markus Blume (CSU). Selbstbewusst bezeichnet Blume München als "Museumshauptstadt". Das Programm ist jedenfalls umfangreich.

Rollende Oldtimer auch am Deutschen Museum
Einiges zu entdecken gibt es im Deutschen Museum. In gut 20 Ausstellungen finden sich interaktive Stationen, die man beim nächtlichen Bummel ausprobieren kann. Im DNA-Labor kann man DNA isolieren oder pipettieren üben. Und die Science-Shows im Auditorium bringen wie die Vorführungen im Chemie-Hörsaal das Publikum regelmäßig zum Staunen. Wer auf Oldtimer-Autos steht, kann beim Shuttle des "Rollenden Museums" mitfahren. Der pendelt zwischen der Museumsinsel und dem Verkehrszentrum.
Artefakte aus der Steinzeit
In der Archäologischen Staatssammlung erleben Besucher eine Zeitreise durch Bayerns Vergangenheit. Zu bestaunen ist das älteste Objekt des Museums, ein 140.000 Jahre alter Faustkeil aus der Steinzeit. Oder auch das älteste Musikinstrument Bayerns, eine steinzeitliche Flöte aus Rehknochen. Stündlich gibt es dort auch Führungen, die verschiedene Schwerpunkte in der Archäologie setzen.

Die Zukunft des Theaters
"Was wäre, wenn?" Das fragt sich das Deutsche Theatermuseum. Das Theater ist ein Labor der Zukunft, ein Raum, in dem mögliche Welten erprobt und gesellschaftliche Fragen verhandelt werden. Die Ausstellung "Future, now!" zeigt anhand ausgewählter historischer und aktueller Beispiele, wie das Theater Zukunft entwirft, Verantwortung reflektiert und neue Formen des Zusammenlebens erprobt.
Wie viel Tickets kosten und wie Sie die Museen erreichen
Ob Artefakte, Kunst, Mobilität oder Theater – ganz München vereinigt sich zu einer großen Kulturshow. David Boppert ist Chef der "Münchner Kultur", die die Lange Nacht federführend organisiert: "Die Vielfalt ist begeisternd", sagt er zur AZ. Für 20 Euro kann jeder alle Museen besuchen, die bei der Langen Nacht teilnehmen. Sechs Shuttlebuslinien steuern alle zehn Minuten Museen und Galerien im Stadtgebiet an. Diese tragen die Nummern 90 bis 95. Für die Shuttlebusse reicht das Ticket für die Lange Nacht. Damit kann sich jeder individuell seine eigene Nacht zusammenstellen.
Samstag, 17. Oktober, 18-1 Uhr. Tickets sind verfügbar unter https://tickets.muenchenticket.de/shop/212. Vor Ort gibt es Tickets während der "Langen Nacht" am Odeonsplatz sowie in allen teilnehmenden Museen.
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