Schockanrufer zocken Ärztin im Kreis München ab: Halbe Million Euro weg

Schockanrufer zocken Ärztin im Kreis München ab: Halbe Million Euro weg
Der Anruf für die 63-jährige Medizinerin aus Unterhaching im Landkreis München am Montagabend war ein Schock: Der Mann am Telefon gab sich als Kripobeamter aus und berichtete von einer Einbrecherbande, die man gefasst habe. Dabei sei den Ermittlern ein Zettel in die Hände gefallen, auf dem der Name der Ärztin stand, behauptete der Anrufer. Was die 63-Jährige nicht ahnte: Das Ganze war ein dreister Bluff, eine uralte Masche, von der manche glauben, dass Gauner sie nicht mehr anwenden. Ein Irrtum, wie der jüngste Fall beweist.
Vorsicht mit persönlichen Angaben am Telefon
Geschickt horchte der Anrufer die Frau aus, erkundigte sich nach Wertgegenständen, die sie in ihrer Wohnung hat. An diesem Punkt sollte man sofort misstrauisch werden, wissen erfahrene Kriminaler "Niemals sollte man Fremden gegenüber am Telefon Auskunft geben über die eigenen finanziellen Verhältnisse, Vermögen oder Bankdaten", warnt eine Polizeisprecherin.
Eine halbe Million in einer Sporttasche
Der vermeintliche Polizist machte der Medizinerin ein verlockendes Angebot. Er schlug ihr vor, dass Kollegen am nächsten Tag vorbeikommen und die Vermögenswerte abholen, um sie in Sicherheit zu bringen und zu verwahren. Die Unterhachingerin war damit einverstanden und legte daraufhin Goldbarren, Gold- und Silberschmuck sowie Bargeld im Gesamtwert von rund einer halben Million Euro in einer Sporttasche bereit. Am nächsten Tag tauchten vormittags zwei Männer auf, die die Sporttasche an der Haustür abholten.
Polizei bietet niemals an, Wertgegenstände aufzubewahren
Das war der nächste Fehler, der den Tätern in die Hände spielte: "Die Polizei wird niemals anbieten, Geld, Schmuck, Edelmetalle oder andere Wertgegenstände in Obhut zu nehmen", betont die Polizeisprecherin.
Als die 63-Jährige den Betrug am Dienstagabend bemerkte, informierte sie den Notruf 110. Das Kommissariat 61 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Die Personenbeschreibung der Gesuchten
Täter 1: männlich, ca. 30 Jahre alt, ca. 1,65 Meter groß, hager bzw. schlank, jugendliche Figur, südosteuropäische Erscheinung, leicht bräunlicher Hautton, dunkle Augen, kurze Haare; dunkelgrau gekleidet, Hemd mit Karomuster, Mütze mit schmalem Rand, dunkle Turnschuhe
Täter 2: männlich, ca. 25 Jahre alt, ca. 1,65 Meter groß, jugendliche Figur, eher dünn bzw. schmächtig, südosteuropäische Erscheinung, leicht bräunlicher Hautton, kurze Haare; schwarze Kleidung, eventuell Pullover, dunkle Turnschuhe.
Zeugenaufruf:
Wer hat am Montag und Dienstag (24. und 25. August 2026) im Bereich Fasanenpark, Bussardstraße und Albert-Schweitzer-Straße (Unterhaching) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, Telefon. 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Tipps der Münchner Polizei
Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass diese deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten. Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde.
Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können. Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten. Vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat. Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.