Kurz vor der Verjährung: Bankräuber gefasst

19 Jahre nach dem Banküberfall begeht ein Mann wieder eine Straftat. Jetzt muss er ins Gefängnis.
MÜNCHEN Unter dem Titel „Dumm gelaufen“ könnte der Fall laufen: In fünfzehn Tagen wäre der Bankraub vom 20. Dezember 1991 verjährt gewesen. Das inzwischen wohlhabende Unternehmer-Paar Albert (40, Anwalt Harald Baumgärtl) und Manuela A. (41) hätten ihr Leben weiterhin in aller Ruhe genießen können. Aber der Ex-Spezl und damalige Komplize Oliver Sch. (42) wurde letztes Jahr in ein Norma-Raubüberfall mit 570 Euro Beute verwickelt.
Und sein DNA-Abgleich gab einen Treffer mit dem alten Überfall. Das Trio und der Anstifter Egon L. (40) stehen jetzt wegen räuberischer Erpressung vor einem Münchner Schöffengericht. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu vier Jahren. Die drei Männer kannten sich von der Berufsschule für Kfz.-Mechaniker. Oliver Sch.: „Ich war damals Drogenabhängig, brauchte dringend Geld für neuen Stoff.“ Sein bester Freund Egon L. stellte ihm Albert A. vor und stachtle sie an: „Der Albert hat ein Auto, macht es doch zusammen.“ Albert A. hatte wegen der Auto-Leasingraten Finanzproblem.
Er sagte heute: „Ich habe nicht groß nachgedacht und mitgemacht.“ Mit seiner Manuela war er gerade frisch verheiratet. Das Paar machte alles gemeinsam. Sie saß während des Überfalls auf die Raiffeisenbank in Lochhausen im Auto. Mit Spielzeugpistolen stürmten Oliver Sch. und Albert A. die Schalterhalle: „Überfall!“ Mit der Beute von 15000 Euro kamen sie nicht weit. Auf der Flucht platzte das Security-Pack. „Wir haben das Geld vor der Bank liegen gelassen“, so Sch. Die Polizei kam nie auf ihre Spur. Jetzt das Urteil: Oliver Sch. muss 3 1/2 Jahre in Haft, Albert A. bekam zwei Jahre mit Bewährung, seine Gattin und Egon L ein Jahr mit Bewährung.