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Kritik am KVR aus dem Rathaus: "Immerhin nicht auf die Idee gekommen, die Schneebälle zu konfiszieren"

Ein Social-Media-Post mit fast 25.000 Likes löst an der Alten Pinakothek eine große Schneeballschlacht aus. Dem Initiator drohen womöglich Konsequenzen. Die ÖDP fragt: "Schießt das KVR mit Kanonen auf Spatzen – oder besser auf Schneebälle?"
AZ/dpa |
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Nach einem Aufruf in den Sozialen Medien haben sich mehrere Hundert Menschen vor der Alten Pinakothek an einer Schneeballschlacht beteiligt.
Nach einem Aufruf in den Sozialen Medien haben sich mehrere Hundert Menschen vor der Alten Pinakothek an einer Schneeballschlacht beteiligt. © Theo Miess/dpa

Update, 23. Februar, 11.17 Uhr: Die Debatte um "Deutschlands größte Schneeballschlacht", zu der der Münchner Schauspieler und Influencer Daniel Tonnar Leyva aufgerufen hatte, erreicht jetzt auch das Rathaus. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) prüft, ob gegen den Initiator der Spontan-Veranstaltung ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden soll, die ÖDP/München-Liste hinterfragt das kritisch.

Schneeballschlacht an der Alten Pinakothek: ÖDP fragt "nach den Prioritäten"

"Tausende Schneebälle, kalte Finger, Riesen-Gaudi: Was für viele Münchnerinnen und Münchner nach einem harmlosen Winterspaß klang, rief das Kreisverwaltungsreferat auf den Plan", heißt es in einer Mitteilung der Stadtratsfraktion, die nun eine Anfrage startet: "Das KVR reagierte prompt, ordnete die Aktion öffentlich als mögliche Veranstaltung oder Versammlung ein und stellte rechtliche Konsequenzen in Aussicht."

Unbestritten sei, dass die Stadt größere Menschenansammlungen im Blick behalten müsse, Sicherheit gehe vor. "Aber wenn eine spontane, wetterabhängige Aktion, derart viel Aufmerksamkeit bindet, darf man zumindest nach den Prioritäten fragen", heißt es weiter. Dass der Initiator aufgefordert wurde, seinen Aufruf zurückzunehmen und sogar geprüft werde, ob ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden soll, stößt bei der ÖDP/München-Liste auf großes Unverständnis.

Tobias Ruff wünscht sich "ein bisschen mehr Gelassenheit beim Winterspaß"

"Das KVR nimmt es ganz genau! Also, wenn es um Schneeballschlachten geht. Immerhin sind die Zuständigen nicht auf die Idee gekommen, die Schneebälle als Beweismittel zu konfiszieren", sagt der Fraktionsvorsitzende Tobias Ruff: "Der Schnee schmilzt verlässlich von selbst, illegale Wahlplakate im öffentlichen Raum leider nicht. Ein bisschen mehr Gelassenheit beim Winterspaß und etwas mehr Konsequenz bei echten Dauerproblemen würden München gut zu Gesicht stehen."

ÖDP-Chef Tobias Ruff will prüfen lassen, ob es Konsequenzen haben könnte, dass die Umfrage öffentlich wurde (Archivbild).
ÖDP-Chef Tobias Ruff will prüfen lassen, ob es Konsequenzen haben könnte, dass die Umfrage öffentlich wurde (Archivbild). © Sigi Müller

Während Schneebälle "eine sehr überschaubare Halbwertszeit" hätten, hingen am Frankfurter Ring weiterhin zahlreiche illegal angebrachte Plakate, die bereits vor zwei Wochen gemeldet worden seien, so die ÖDP/München-Liste. Die Fraktion möchte wissen, wie intensiv soziale Medien nach solchen Aufrufen beobachtet werden, wie Entscheidungen über öffentliche Warnungen zustande kommen, wie viel Personal im konkreten Fall eingesetzt wurde und ob dem Organisator der Schneeballschlacht tatsächlich ein Bußgeld droht. 

In der Alten Pinakothek gibt's die größte Rubens-Sammlung Deutschlands

Auch seitens der Pinakotheken, auf derer Grund die Aktion stattfand, nahm man die Schneeballschlacht locker. Die Leute hätten Spaß gehabt und es sei alles glimpflich abgelaufen, hatte Sprecherin Tine Nehler am Freitag kommentiert. Man habe lediglich aufgepasst, dass die Besucherinnen und Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht unvermittelt von Schneebällen getroffen wurden. "Ansonsten fanden wir es lustig", sagte sie. Immerhin gebe es neben der vielleicht größten Schneeballschlacht Deutschlands draußen im Innern der Alten Pinakothek die größte Rubens-Sammlung Deutschlands.

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Erstmeldung, 22. Februar, 10.02 Uhr: Mehrere Hundert Menschen haben sich nach einem Aufruf in den Sozialen Medien eine Schneeballschlacht an der Alten Pinakothek in München geliefert. Unter anderem auf Instagram hatte nach den heftigen Schneefällen der Nutzer "dailydaniel0" zu "Deutschlands größter Schneeballschlacht" aufgerufen. 

"Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der diese Idee cool findet", sagte er auf Instagram. Wenn das Ganze mindestens tausend Likes habe, finde es statt. Am Ende waren es fast 25.000 Likes. Nach Angaben von Augenzeugen folgten mindestens 300 Menschen dem Aufruf – gut eine halbe Stunde lang flogen demnach die Schneebälle. 

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Schneeball und Rubens 

Die Leute hätten Spaß gehabt, es sei alles glimpflich abgelaufen, sagte Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken, auf deren Boden die Aktion stattfand. "Wir haben darauf geachtet, dass Besucherinnen und Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht von Schneebällen getroffen werden. Ansonsten fanden wir es lustig." Immerhin gebe es neben der vielleicht größten Schneeballschlacht Deutschlands draußen im Innern der Alten Pinakothek die größte Rubens-Sammlung Deutschlands. Die Polizei sagt auf AZ-Anfrage am Sonntag, sie habe keine Erkenntnisse über Verletzungen. Die Polizei war vor Ort und es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben. 

Allerdings war die Schneeballschlacht nicht bei den Behörden angemeldet, wie es bei derartigen Veranstaltungen notwendig ist. "Um die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten, ist für öffentliche Veranstaltungen grundsätzlich eine Genehmigung notwendig. Eine solche hat der Veranstalter nicht beantragt", teilte das Kreisverwaltungsreferat mit. Dem Initiator sei deshalb empfohlen worden, den Aufruf zurückzunehmen.

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Coole Idee – uncoole Folgen?

Das sei ihm "in dem Ausmaß" nicht bewusst gewesen, ließ dieser auf Instagram wissen – und rief die Teilnehmer auf, keine Eisbrocken zu werfen, keine Steine in die Schneebälle zu bauen und nicht auf Köpfe zu zielen. 

Beim KVR hieß es grundsätzlich, Veranstalter hafteten für mögliche Schäden und ihnen könnten Kosten für Polizei- und Rettungsdiensteinsätze entstehen. Werde eine nicht genehmigte Veranstaltung dennoch durchgeführt, könne dies Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich ziehen. Ob die Schneeball-Gaudi hier tatsächlich Konsequenzen haben wird, blieb zunächst offen.

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  • Manfred_Festa vor 18 Stunden / Bewertung:

    Er versteht es halt nicht.

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  • Manfred_Festa am 22.02.2026 11:39 Uhr / Bewertung:

    Der Vorfall in München zeigt auf drastische Weise, wie schnell die Grenze zwischen harmloser Winterfreude und rechtlichem Risiko im digitalen Zeitalter verschwimmt. Es wirkt fast schon tragikomisch, dass eine Schneeballschlacht polizeiliche Ermittlungen und potenzielle Kostenbescheide nach sich zieht. Doch die Reaktion der Behörden ist die logische Konsequenz einer Zeit, in der virale Dynamiken unkontrollierbare Massen mobilisieren, ohne dass eine entsprechende Infrastruktur für Sicherheit oder Abfallentsorgung bereitsteht. Der Initiator wird hier zum unfreiwilligen Exempel für die Verantwortung des Einzelnen im Netz. Wer per Mausklick Tausende versammelt, kann sich später nicht auf die reine Naivität privater Absichten berufen. Dieser Fall mahnt zur Vorsicht: Die Leichtigkeit sozialer Medien entbindet niemanden von der Haftung für die reale Welt. Am Ende bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn ein Stück kindlicher Unbeschwertheit unter der Last bürokratischer Vorschriften zerbricht.

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  • 1Muenchner am 22.02.2026 12:07 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Manfred_Festa

    Interessante Betrachtung des Geschehens. Besser als der Artikel selbst.

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