Krause ruft den Wasser-Notstand aus – das sind die Konsequenzen für die Münchner

"Seit den 70ern nicht da gewesene Ausnahmesituation": Die Stadt greift zu drastischen Maßnahmen gegen den Wassermangel. Sogar ein Wahrzeichen am Marienplatz muss vorerst den Betrieb einstellen. Und OB Krause erklärt den Münchnern, wie sie sich nun in ihrem Alltag umstellen sollen. Die AZ erklärt die Lage.
von  Felix Müller
Hier sprudelt der Fischbrunnen noch. Doch nun soll er bis auf weiteres abgedreht werden.
Hier sprudelt der Fischbrunnen noch. Doch nun soll er bis auf weiteres abgedreht werden. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Ende letzter Woche hat man noch gehofft, dass Appelle helfen. Die Münchner sollten ihre Autos nicht mehr waschen, hieß es da zum Beispiel. Nun droht sich die Trinkwasser-Lage in München offenbar dramatischer zuzuspitzen.

In einer Mitteilung der Stadt vom späten Dienstagnachmittag werden explizit "Notmaßnahmen“ angekündigt. OB Dominik Krause ruft die Münchner noch dringlicher zum Wassersparen auf. Die Niederschläge seit Montag seien nach Angaben der Stadtwerke München (SWM) "nahezu unerheblich“, heißt es.

Ursachen, Oberbürgermeister, Konsequenzen: Ein AZ-Überblick

Die Ursachen des Problems: Die Rekordhitze der vergangenen Tage habe zu einem "außergewöhnlich hohen Trinkwasserverbrauch“ in München und in den mitversorgten Umlandgemeinden gesorgt, heißt es bei der Stadt. "Noch immer wird mehr Wasser verbraucht als gewöhnlich.“

Verschärfend komme hinzu, dass "durch historisch niedrige Niederschläge im Frühling dieses Jahres die Grundwasserneubildung und infolgedessen die Wasserentnahme in den Wassergewinnungsgebieten der Stadtwerke deutlich reduziert ist“. Das Fazit: "Die Entnahmekapazitäten sind nahezu ausgeschöpft.“

Was OB Dominik Krause sagt: Der Neu-OB hat am Dienstag eine Taskforce einberufen, die "Maßnahmen zum Wassersparen koordinieren" soll. Diese werde im Bedarfsfall mit der Regierung von Oberbayern, den betroffenen Umland-Kommunen und Landkreisen abgestimmt, heißt es in der Mitteilung. Krause sagte: "Wir haben eine seit den frühen 1970er Jahren nicht da gewesene Ausnahmesituation. Der durch die lang anhaltende Hitze deutlich gestiegene Wasserbedarf bringt das Versorgungssystem der Stadtwerke München an seine Grenzen. Wir werden deshalb als Stadt unverzüglich Maßnahmen zum Wassersparen ergreifen." Krause betonte aber auch: "Niemand muss sich Sorgen machen: Die Trinkwasserversorgung in München ist aktuell gesichert."

Er bitte "alle Münchnerinnen und Münchner mitzuhelfen“ beim Wassersparen. "Jeder Liter, der nicht verbraucht wird, hilft, die Situation zu entschärfen. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel. Lassen Sie uns in dieser Situation besonders sorgsam damit umgehen. Sollte der Wasserverbrauch nicht sinken, werden wir weitergehende Maßnahmen ergreifen müssen."

Das sind die ersten konkreten Maßnahmen der Stadt: Städtische Mitarbeiter sollen Wasser sparen. Zehn Brunnen sollen bis spätestens Donnerstag abgeschaltet sein, darunter prominente Standorte wie der Fischbrunnen vorm Rathaus (siehe unten).

Die Bewässerung von städtischen Grünanlagen wird reduziert oder ganz eingestellt. Die Bewässerung von städtischen Sportanlagen wird reduziert. Der Wasserverbrauch von Schulschwimmbädern soll auf "ein Minimum“ heruntergefahren werden, so die Stadt. Fenster in städtischen Gebäuden werden vorerst nicht mehr gereinigt. Auch die Autos der Stadt bleiben vorerst schmutzig. Laut Mitteilung wird "temporär“ auf das Waschen des Fuhrparks verzichtet. Das gilt auch für Feuerwehrautos. "Wasserintensive Übungen“ sollen außerdem auch erst mal ausgesetzt werden.

Doch auch ganz konkrete Tipps für normale Münchner hat Krause auf der Liste. Er appelliert zu duschen statt zu baden. "Das verbraucht statt etwa 150 Liter nur 30 bis 50 Liter Wasser." Und: Während des Zähneputzens könne man doch auch das Wasser abdrehen, so der OB.

Das sind die betroffenen Brunnen

43 Prozent des Wasserverbrauchs aller Brunnen verspricht die Stadt mit dieser Maßnahme einzusparen: Zehn Brunnen werden bis spätestens Donnerstag vorerst abgeschaltet. Diese Brunnen sind betroffen:

  • Marienplatz: Fischbrunnen
  • Alter Botanischer Garten : Neptunbrunnen
  • Petuelpark: Küchengarten/Wasserdüsen
  • Reindl-/Saherstraße: Mutter mit Kind
  • Münchner Freiheit: Kaskaden
  • Thierschplatz: Ceresbrunnen
  • Arthur-Kutscher-Platz: Arthur-Kutscher-Brunnen
  • Waisenhausstraße: Hubertusbrunnen
  • Altostraße (Giglweg): Dorfbrunnen/Giglbrunnen
  • Regerplatz: Reiherbrunnen

Zusätzlich wird bei 56 weiteren Brunnen mit Zeitschaltuhr die Betriebszeit auf 10 Uhr bis 20 Uhr begrenzt. Diese Brunnen sollen den Menschen weiter zur Abkühlung zur heißen Tageszeit dienen.   

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