Kopf von Münchner Klima-Aktivist fast von Einsatzwagen überrollt

Bei einer Klima-Demo am vergangenen Freitag in Wien ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Aktivisten gekommen. Beinahe wäre dabei ein Einsatzwagen über den Kopf eines Münchner Demonstranten gerollt - ein Video zeigt die schockierenden Szenen.
| Bernhard Lackner
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Die Wiener Polizei steht aufgrund ihres Vorgehens gegen Klima-Demonstranten derzeit scharf in der Kritik.
Herbert P. Oczeret/apa/dpa Die Wiener Polizei steht aufgrund ihres Vorgehens gegen Klima-Demonstranten derzeit scharf in der Kritik.

Bei der "Fridays for Future"-Demo am vergangenen Freitag in Wien ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Aktivisten gekommen. Beinahe wäre dabei ein Einsatzwagen über den Kopf eines Münchner Demonstranten gerollt - ein Video zeigt die schockierenden Szenen.

Wien/München - Die Wiener Polizei wird derzeit von einem Skandal-Video erschüttert: Auf diesem ist zu sehen, wie ein Demonstrant während der "Fridays for Future"-Demo am vergangenen Freitag in der österreichischen Hauptstadt von Polizisten auf dem Boden fixiert wird. Der Kopf des Mannes liegt dabei unterhalb eines Einsatzwagens, direkt neben dem Hinterreifen. Plötzlich beginnt das Auto auf den Demonstranten zuzurollen, die Beamten können ihn gerade noch wegziehen.

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Bei dem Mann, der um Haaresbreite überrollt worden wäre, handelt es sich um den Münchner Anselm Schindler. Er vertritt die Kampagne "Make Rojava Green Again". Gegenüber der AZ schildert er das brutale Vorgehen der Polizei. Während er auf dem Bürgersteig gestanden und Fotos gemacht habe, sei er von den Polizisten weggeschickt worden. "Wir wollten wissen mit welcher rechtlichen Grundlage das passiert. Doch das wollten sie uns nicht sagen. Wir wurden dann von den Polizisten geschubst und sind langsam weggegangen", erzählt Schindler.

Aktivist fast überfahren: Das sagt die Polizei

Doch plötzlich eskalierte die Situation komplett. "Während ich losging, wurden mir dann ohne Vorwarnung die Arme hinter den Rücken gedreht. Ich wurde daraufhin zu einem Polizeiauto gebracht", so Schindler, den Rest sehe man im Video. Durch das rabiate Vorgehen der Polizei trug der Münchner Prellungen an Armen und Beinen sowie Schmerzen am Kiefer davon. Noch habe er gegen die Beamten keine Anzeige erstattet, behalte sich dies aber vor.

Am Mittwoch räumte die Polizei ein, dass es sich dabei um eine "gefährliche Situation" gehandelt habe. "Unabhängig von der bereits eingeleiteten strafrechtlichen Überprüfung wird dieser Vorfall im Zuge einer Evaluierung in die Einsatztaktik und das Einsatztraining einfließen", heißt es in einem Tweet.

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Schindler: Polizeigewalt ist kein Einzelfall

Polizeigewalt ist laut Schindler eher Alltag als Ausnahme. Der Grund für das überharte Vorgehen ist für ihn klar. "Die Willkür und Gewalt der Polizei in Wien war kein Ausrutscher sondern Symptom des Rechtsrucks. Europas Regierungen haben keine effektiven Lösungen für die Klimakrise anzubieten, deshalb reagieren sie mit autoritärem Gehabe", meint Schindler.

Einschüchtern lassen wolle er sich - selbst von derartigen Vorfällen - allerdings nicht. "Die Klimakrise  lässt sich nicht autoritär von oben lösen. Sondern nur demokratisch, also zivilgesellschaftlich, dezentral und von unten. Und weil wir das wissen machen wir weiter. Trotz der Repression, jetzt erst recht", sagt Schindler entschlossen.

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