Konzertbesucher gefrustet: Pfand-Ärger am Königsplatz

Beim Open-Air am Königsplatz beträgt das Pfand auf Getränke drei Euro. Alle Zahlungen laufen bargeldlos. Irritierte Besucher fordern jetzt: "Bucht unser Pfandgeld aufs Konto zurück". Sie warten - und fühlen sich betrogen.
Eva von Steinburg
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Frank und Brigitte Ebeling vor der Open-Air-Bühne am Königsplatz.
Frank und Brigitte Ebeling vor der Open-Air-Bühne am Königsplatz. © privat

Sie hatte die Konzertkarten gewonnen – zwei Open-Air-Tickets für die "Millennium-Symphony" von Star-Geiger David Garrett am Königsplatz – verlost von der AZ-Vorteilswelt – das "Zuckerl" für die Abonnenten der Abendzeitung. Brigitte und Frank Ebeling aus München haben die Abendzeitung seit 15 Jahren abonniert.

Sie genossen das Konzert, obwohl es in Strömen regnete am vergangenen Freitag. Vor der Bühne machte das Paar ein lustiges Selfie. Als Brigitte eine Apfelschorle trinken wollte, wunderte sie sich bereits über den Getränke-Preis am großen Löwenbräu-Stand gegenüber der Bühne. "7,50 Euro für 0,5 Liter Apfelschorle – überteuert! Zum Glück hatten wir die Karten geschenkt bekommen", sagt Brigitte Ebeling.

Drei Euro? So viel Pfand habe ich davor nie zahlen müssen!

Der Verkäufer am Stand forderte zudem drei Euro Pfand für den "klassischen, neutralen, weißen Plastikbecher", sagt die 65-jährige Schwabingerin. Brigitte Ebeling ist überrascht: "Drei Euro sind relativ viel für Pfand. So viel habe ich davor nie zahlen müssen. Beim Tollwood und im Olympiapark sind es immer zwei Euro", wundert sie sich. Ihr Mann, Frank, der als Techniker arbeitet, bezahlt für die Schorle plus Pfand 10,50 Euro – mit seiner Uhr.
In der Pause bringt die Münchner Stadtführerin den Becher zurück. "Wir haben kein Bargeld. Wir buchen das Pfandgeld zurück", wird sie informiert. Obwohl ihr das nicht recht ist – und sie lieber Münzen bekäme, hält sie ihre EC-Karte ans Lesegerät. "Sehen Sie, das ist jetzt überwiesen!", sagt ihr die junge Frau am Stand.

Ich bin irritiert.

Doch nun ärgert sie sich. Das Problem: Seit sechs Tagen wartet sie schon auf Rücküberweisung des Becherpfands vom Königsplatz. "Ich bin irritiert. Bucht unser Pfandgeld aufs Konto, sonst fühlen wir uns betrogen!"

Brigitte Ebeling grübelt, ob andere Konzertbesucher auch auf Pfandgeld warten: "Nehmen wir an, 6000 Besucher kaufen bei David Garrett je ein Getränk. Dann hätte der Pfandabbucher 18.000 Euro, mit denen er arbeiten kann, solange er sie nicht erstattet", so ihre Überlegung.

Star-Geiger David Garrett.
Star-Geiger David Garrett. © IMAGO/Christoph Hardt

Argo Konzerte ist der Veranstalter des Garrett-Konzertes. Argo hat den Gastronomiedienstleister Kegel Impuls Event Service für das gastronomische Angebot bei der Veranstaltung beauftragt. "Das Pfandsystem wird vom Gastronomiedienstleister selbst umgesetzt", schreibt Argo-Sprecher Yannik Harrer.

Auf AZ-Anfrage: Der Pfandabbucher nimmt schriftlich Stellung

Die Kosten für ihr Getränk wurden abgebucht, von der Firma Kegel Impuls Event Service GmbH. Sie organisiert Pfand-Abwicklungen für Festivals.
Über die Google-Suche findet sich eine Telefonnummer als "Kontakt für Rückfragen zur Gutschrift". Die AZ ruft an. Mit dem Ärger der Münchner Konzertbesucher konfrontiert, möchte die Firma nur schriftlich Stellung nehmen. Zu den Beschwerden schreibt eine Sprecherin: "Wir bitten um Verständnis. Die Bearbeitungsdauer kann je nach Bank oder Kreditinstitut unterschiedlich ausfallen und bis zu sieben Werktage betragen."

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Fair ist, wenn das Pfandgeld schnell wieder am Konto ist

Über diese Auskunft wundern sich Münchner, die oft ausgehen oder im Fußball-Stadion etwas trinken. "Denn im "Bahnwärter Thiel" oder in der "Minna" ist das Pfandgeld schnell wieder auf dem Konto. So ist das fair", sagt ein Nachtschwärmer. "In der Allianz Arena funktioniert die Pfandrückerstattung immer reibungslos", meint ein Fußball-Fan.

Bei den großen Domplatzkonzerten in Fulda gab es das gleiche Problem

Fakt ist: Im Juni 2026, so die Fuldaer Zeitung, ist es bei den "Domplatzkonzerten" in Fulda durch die Firma Kegler Impuls Event Service schon zu "erheblichen Verzögerungen" bei der Pfandrückerstattung aufs Konto gekommen. Leser hatten sich aufgeregt.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) distanziert sich von dem Pfand-Ärger: "Probleme mit der Erstattung von Getränkepfand sind der Veranstaltungsbehörde bisher nicht bekannt. Die Landeshauptstadt München veranstaltet die Konzerte am Königsplatz nicht selbst", schreibt eine Sprecherin.

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Pfand-Ärger am Königsplatz gab es auch nach dem Open-Air Nick Cave & The Bad Seeds am 23. August. Auch hier warten Fans auf ihre Pfand-Rückerstattung – und sind genervt: Am vierten Werktag – nach dem Konzert – ist ihr Geld noch nicht auf dem Konto.

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