Kongresshalle wird zur Event-Location: Gaudi und Tralala

Ein Teil der Halle an der Ludwigsbrücke soll vorübergehend zwischengenutzt werden. Aus dem Areal wird eine Event-Location.
| Robert Braunmüller/az
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Verkommt: der Kongresssaal des Deutschen Museums.
dpa Verkommt: der Kongresssaal des Deutschen Museums.

München - Wo einst Furtwängler, Karajan und Bernstein dirigierten, die Callas, The Who und Jimi Hendrix auf der Bühne standen, klingt heute keine Musik mehr.

Noch in der Nachkriegszeit war der Kongresssaal aus den 30er Jahren an der Ludwigsbrücke Münchens größter Konzertsaal – doch weiter ging es nicht. Nach der Eröffnung der Gasteig-Philharmonie 1985 wurde die Halle an private Betreiber vergeben.

Lesen Sie hier: Chef des Deutschen Museums -

Weil sich das „Forum der Technik“ mit Planetarium und Imax-Kino nicht rechnete, kaufte das Deutsche Museum den Bau 2008 zurück. Eine gelungene Wiederbelebung ist seither nicht erfolgt. Im Gegenteil: Das Ding steht seit Jahren leer.

Bau-Chef Dieter Lang, der auch die aktuellen Modernisierungsarbeiten im Deutschen Museum leitet, sprach am Mittwoch von einer geplanten „Übergangslösung“. Das bedeutet konkret: Sollten die finanziellen Mittel, die durch den Umbau im Museum knapp bemessen sind, ausreichen, soll die Kongresshalle zu einem unbestimmten Zeitpunkt wieder vom Deutschen Museum bespielt werden.

Lesen Sie hier: Seit 40 Jahren - Erste Hilfe fürs Museum

Weil man aber verhindern möchte, dass das Gebäude weiterhin leer steht, soll jetzt ein Abschnitt der Halle an einen Dritten vermietet werden. Geplant sei eine Nutzung im gastronomischen oder Event-Bereich. So soll ein Teil des Gebäudes wieder mit Leben gefüllt werden. Vorübergehend.


 

AZ-Meinung - Gaudi und Tralala

 

Der AZ-Kulturredakteur, Robert Braunmüller, über die Zukunft des Kongresssaals.

Was wurde nicht alles versprochen! Ein „Forum der Zukunft” sei hier geplant, hieß es. Als neues Herzstück des Deutschen Museums und repräsentativer Haupteingang. Alles nur heiße Luft.

Seit Jahren verrottet der leerstehende Kongresssaal des Deutschen Museums. Er ist ein Schandfleck dieser Stadt. Der Museums-Generaldirektor Wolfgang Heckl hat keine Mühe gescheut, einen Konzertsaal an dieser Stelle zu verhindern. Und was passiert nun? Aus Geldmangel vorläufig nichts.

 

Münchens ärgerster Schandfleck

 

Der Kongresssaal soll als Eventlocation zwischengenutzt werden. Nicht etwa als zusätzliche Ausstellungsfläche oder für eine museale Nutzung. Sondern als Gaudifläche für Tralala. Das ist einfach nur peinlich. Ein Armutszeugnis für das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt.

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