"König von Haschheim" sammelt Unterschriften: Kommt jetzt eine neue Partei ins Rathaus?

Mühevoll sei es, mehr als 1000 Unterschriften zu sammeln, sagt Wenzel Cerveny, der am Montag bei ordentlichem Schneetreiben seinen Stand am Odeonsplatz aufgebaut hat. Der Mann, der einst in Aschheim damit scheiterte, einen der ersten Cannabisclubs Bayerns zum Laufen zu bringen, wie es die Teillegalisierung unter der letzten Bundesregierung vorsah, scheiterte 2025 damit endgültig. Unter anderem ein eilig gebauter Kinderspielplatz der Gemeinde in Sichtweite verhinderte das.
"Cannabis Bündnis Deutschland" sammelt Unterschriften
Nun möchte er gerne in den Münchner Stadtrat einziehen mit dem CBD-Bündnis, ausgeschrieben: "Cannabis Bündnis Deutschland" (CBD). Rastlos kämpft er für Aufklärung und gegen Fehlwahrnehmungen, die im Zusammenhang mit der Droge herrschten, sagt er. Und da sollte man sich immer wieder daran erinnern, dass der Mann nach eigenen Angaben selbst gar keinen Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert.

1000 Unterschriften braucht das CBD, um bei den kommenden Stadtratswahlen gewählt werden zu können. Cerveny sieht vor allem großes Potenzial in der Nutzpflanze Hanf, die gemeinsam mit dem falschen Cannabis-Bild unter einem schlechten Image leide. "Sie ist nachhaltig, wächst mühelos. Man kann damit Kleidung, Bettwäsche oder Taschen herstellen", weiß Cerveny. All das bot er in Aschheim auch an, in seiner "Natur Erlebniswelt", wo nebenan sein Cannabis-Club kontrolliert an Mitglieder THC-haltigen Hanf ausgeben sollte. All das scheiterte vorerst.
50 Unterschriften hat das CBD am Montagnachmittag
"Wir wollen vor allem aufklären", sagt Cerveny. Doch die Unterschriftenzahl ist ein deutlich größeres Hindernis als gedacht. "Ich finde das diskriminierend", sagt der Hanf-Aktivist. Denn bei Kommunalwahlen können Interessenten nicht direkt an den Ständen unterschreiben.
Seit Herbst 2025 baut er ihn mehrmals im Monat auf. "Wir hatten Tausende Gespräche und Interessenten. Könnte man direkt am Stand unterschreiben, hätten wir die 1000 Unterschriften längst", ist Cerveny sicher. So müssen alle, die sich am Stand informieren, später in ein Bürgerbüro, ins KVR oder ins Rathaus gehen, um ihre Unterschrift pro CBD zu setzen. Bis 19. Januar ist das noch möglich. Doch die Ausbeute ist bisher mager: etwa 50 Unterschriften.
Sprechendes Hanfblatt am Marienplatz
Montagvormittag, kurz nach zehn Uhr. Ein junger Mann mit Parka und brauner Mütze kommt zum Stand. Er möchte direkt unterschreiben. Cerveny muss ihn trösten. "Dafür müssten Sie schnell ins Neue Rathaus gehen", sagt er. Der Mann nimmt sich einen Flyer. "Das mach ich schnell", sagt er.
Cerveny setzt auf den Dienstag. Dann steht sein Stand am Marienplatz, vor der Stadtinfo, "wo man sofort für das CBD unterschreiben kann".