Kliniken in finanziellen Nöten: Muss die Stadt wieder helfen?

Bei den städtischen Krankenhäusern fehlt Geld. Warum das so ist - und wie das Rathaus wohl darauf reagieren wird.
| Christina Hertel
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"Kosten weit über den Erwartungen" prognostiziert die Stadt für das Schwabinger Krankenhaus.
"Kosten weit über den Erwartungen" prognostiziert die Stadt für das Schwabinger Krankenhaus. © imago images/Sven Simon

München - Vor zehn Jahren gingen die städtischen Kliniken pleite. Heute sind wieder viele Millionen nötig, um sie zu retten. So geht es aus einer geheimen Beschlussvorlage hervor, über die der Stadtrat nächste Woche entscheidet und die der AZ vorliegt.

In diesen Unterlagen lässt sich nachlesen, dass die München Klinik immer tiefer in die roten Zahlen rutscht. Um die Liquidität für die nächsten zehn Jahre zu sichern, sind demnach 141,1 Millionen Euro an Krediten notwendig. Doch dieses Geld reicht nicht: Die Stadt muss wohl mit noch einmal 224,1 Millionen Euro aushelfen.

Hohe Baukosten der Grund für ein Millionen-Defizit

Ein Grund für dieses Defizit ist, dass die Kosten für die Bauarbeiten an den Kliniken deutlich teurer geworden sind, als ursprünglich angenommen. Zum Beispiel habe eine Überprüfung am Klinikum in Bogenhause ergeben, dass wohl 86 Millionen Euro mehr gegenüber der Vorjahresplanung anfallen.

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Bereits 2016 hatte der Stadtrat eine Kostenobergrenze bei 395 Millionen Euro gezogen. Aktuell laufen die Schätzungen laut der Beschlussvorlage auf 488,3 Millionen Euro. Außerdem wird die Baustelle auch nicht wie ursprünglich geplant 2019, sondern erst 2024 fertig.

Sanierung trotz angespannter Finanzlage alternativlos

Auch an den anderen Standorten laufen die Kosten immer mehr aus dem Ruder: Für das Klinikum in Schwabing zeigte eine Machbarkeitsstudie bereits im Oktober, dass der Sanierungsaufwand mit zirka 190 Millionen Euro "weit über den Erwartungen" liege.

Deshalb wurde damals beschlossen, Flächen für die Verwaltung anzumieten und die Dermatologie nach Bogenhausen zu verlagern. Trotzdem sind jetzt noch einmal 17,3 Millionen Euro mehr nötig. Die Planer seien ihrer Aufgabe nicht gewachsen gewesen, heißt es in den Unterlagen. Auch am Klinikum in Neuperlach gibt es Verzögerungen - und deutlich höhere Kosten von 64 Millionen Euro.

Fließen wird das Geld aber wohl trotzdem: Trotz äußerst angespannter Haushaltslage erscheint die Fortführung der Sanierung als alternativlos. Auch in kommunaler Hand sollen die Kliniken bleiben: Die Versorgung von an Covid-19 erkrankten Bürgern habe gezeigt, wie wichtig das sei.

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