Klinik-Alarm: Erste Patienten aus München sollen verlegt werden

Die Lage in den Krankenhäusern wird immer dramatischer. Schon zum Wochenende hin sollen nun die ersten Intensivpatienten von Münchner Kliniken in andere Bundesländer verlegt werden.
| AZ/dpa
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Die Intensivstationen sind mehr als voll, in den Krankenhäusern gibt es kaum noch Kapazitäten. (Archivbild)
Die Intensivstationen sind mehr als voll, in den Krankenhäusern gibt es kaum noch Kapazitäten. (Archivbild) © Robert Michael/dpa

München - Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage könnten zum Wochenende hin erste Intensivpatienten von München in andere Bundesländer verlegt werden.

Aus Münchner Kliniken könnten rund zehn Patienten dafür in Frage kommen, sagte die ärztliche Leiterin Krankenhauskoordinierung für München, Viktoria Bogner-Flatz, die mit ihrem Kollegen Dominik Hinzmann die Verlegungen organisiert. "So eine Verlegung macht man nicht gerne als Intensivmediziner. Aber es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir das tun müssen – weil es noch schlimmer kommt", sagte die Medizinerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

"Manchmal haben wir in München nicht ein einziges Intensivbett frei"

Auch Unfallopfer, Krebspatienten und andere Kranke müssten versorgt werden. Es gebe in München und Oberbayern nahezu keinen Spielraum mehr, was die intensiv- und notfallmedizinische Versorgung betreffe. "Manchmal haben wir in München nicht ein einziges Intensivbett frei. Wir telefonieren stundenlang, um Patienten unterzubringen, die eventuell noch im Schockraum liegen", sagte Bogner-Flatz.

Schon jetzt würden Patienten früher als sonst von der Intensiv- auf eine Normalstation verlegt und von dort früher nach Hause entlassen – mit allen damit verbundenen Risiken. "Wir haben aufgrund der Notlage Behandlungsstandards aufgeweicht und verlassen müssen – weil wir für manches die Ressourcen, die wir bräuchten, nicht bereitstellen können", sagte Bogner-Flatz.

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Die Inzidenzen seien "astronomisch hoch", die Corona-Patienten seien immer jünger. Gerade junge Patienten würden oft wochenlang mit der Chance auf eine Genesung beatmet – das blockiere Kapazitäten.

Die Situation habe sich am Vortag weiter zugespitzt, sagte Dominik Hinzmann, ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung für München. Es müssten nun alle Register gezogen werden. Deshalb sei das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten aus Bayern und dem Osten Deutschlands in andere Bundesländer aktiviert worden. Nun seien die Kliniken aufgefordert, dafür geeignete Patienten zu benennen.

Ärzte entscheiden, wer verlegt werden kann

Erste Patienten-Transporte per Hubschrauber, mit Bundeswehr-Maschinen oder zu Lande würden zum Ende der Woche oder am Wochenende erwartet, sagte Bogner-Flatz. "Wir haben schon zahlreiche Rückmeldungen von Kliniken bekommen."

Die Verlegungspläne beschränkten sich in München bisher auf Covid-19-Patienten. "Wer verlegt werden kann, wird nach einem intensivmedizinischen Katalog entschieden." Schwer Erkrankte, die in Bauchlage beatmet würden, seien nicht transportfähig. "Es dürfen nicht Patienten sein, die in sehr schlechtem Zustand sind."

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