Klimwandel: München wird zur Schwammstadt

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung soll in Zukunft darauf achten, dass genug Verdunstungszonen in der Stadt erhalten bleiben - und Regenwasser nicht einfach in die Kanalisation abläuft.
| Lukas Schauer
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Hitzeperioden und Starkregen-Ereigbnisse sind auch in München keine Ausnahmen mehr.
Hitzeperioden und Starkregen-Ereigbnisse sind auch in München keine Ausnahmen mehr. © dpa/dpa

München - Der Klimawandel ist auch in München längst angekommen: Hitzeperioden genauso wie Starkregenereignisse sind keine Ausnahmen mehr.

Vor diesem Hintergrund hat der Planungsschuss des Stadtrats am Mittwoch beschlossen, dass sogenannte Schwammstadt-Prinzip künftig noch stärker bei allen Planungsprozessen zu verankern.

München wird Schwammstadt

Was ist damit gemeint? Wie der Name schon sagt, geht es darum, das Wassermanagement zu verbessern. Regenwasser etwa soll nicht in die Kanalisation eingeleitet, sondern lokal genutzt werden: Das Konzept orientiert sich dabei am natürlichen Wasserkreislauf.

Niederschlagswasser soll also dort, wo es anfällt, verdunsten, versickern oder gespeichert werden und damit Vorsorge gegen Überflutung, Trockenheit und Hitze leisten.

Bei großen Neubau-Planungen in München sollen diese Aspekte nun schon ab den ersten Planungsschritten berücksichtigt werden. Hierfür spielen Grünflächen sowie Bäume und Sträucher eine zentrale Rolle, indem sie dazu beitragen, Wasserspeicherung und Verdunstung zu erhöhen. Die Kühlwirkung durch Verdunstung hat zudem eine klimaregulierende Wirkung.

Regenwasser soll lokal aufgefangen und genutzt werden

Maßnahmen zum Regenwassermanagement im Sinne des Schwammstadt-Prinzips sind beispielsweise die Einrichtung von Regenrückhalte-, Versickerungs- und Verdunstungsflächen, der Einsatz von wasserdurchlässigen Belägen sowie Dachbegrünungen.

"In München wird angestrebt, in der gesamten Stadt eine vernetzte Grüne Infrastruktur – Grünflächen und Vegetation – zu schaffen. Insbesondere Baumpflanzungen, Pflanzgruben für Straßenbäume und Dachbegrünung könnten sich überall in der Stadt umsetzen lassen", heißt es von Seiten der Stadt dazu.

Grüne Infrastruktur soll Klimwandelfolgen mildern

Dass die Belastungen des Klimawandels in München längst spürbar sind, hat auch eine aktuelle TU-Studie gezeigt. Für das Projekt "Grüne Stadt der Zukunft" haben die Forschenden ermittelt, wie sehr die Bewohner unter Hitze leiden.

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Ergebnis: Nicht alle sind gleichermaßen betroffen, an bestimmten Orten und in bestimmten Vierteln leiden die Menschen aber schon länger unter dem Hitzestress.

München ist die am stärks­ten ver­sie­gelte Groß­stadt

Generell wird es in der Innenstadt wärmer als am Stadtrand. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen Hitze und Hitzeempfinden sowie der Dichte der Stadt", sagte eine Forscherin der "SZ".

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Die Hoffnung von Politik und Verwaltung ist nun, dass mit dem Schwammstadt-Prinzip in Zukunft zumindest etwas Abhilfe geschaffen werden kann. Dass in München fast 50 Prozent des Stadtgebiets bebaut, betoniert oder asphaltiert sind und die Stadt damit in Deutschland den höchsten Anteil versiegelter Fläche hat, daran wird das Schwammstadt-Konzept wohl vorerst aber nichts ändern.

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