Keine Kurzstreckenflüge mehr vom Flughafen? So sieht das die Stadt

Ohne Kurzstreckenflüge vom Münchner Flughafen sieht Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland negativ beeinträchtigt.
| Guido Verstegen
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Eine Lufthansa-Maschine steht am Flughafen München kurz vor dem Abflug am Gate.
Eine Lufthansa-Maschine steht am Flughafen München kurz vor dem Abflug am Gate. © Sven Hoppe/dpa
München - Keine Kurzstreckenflüge mehr von Münchner Flughafen? Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft, hat auf einen Antrag von Stadträtin Brigitte Wolf (Die Linke) reagiert und stellt den Sinn einer solchen Regelung in Frage.

Baumgärtner verweist auf fehlende Anschlüsse ans DB-Schienennetz

"Eine Verlagerung von Kurzstrecken-Flugverkehren auf Bus und Bahn ist derzeit aufgrund des zeitweise überlasteten Straßennetzes sowie aufgrund der fehlenden Anschlüsse der Flughäfen an das überregionale Schienennetz nicht vollständig möglich", schreibt Baumgärtner zu dem Antrag, in dem Brigitte Wolf fordert, OB Dieter Reiter möge sich als Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafen München GmbH (FMG) dafür einsetzen, dass Flüge vom Flughafen München zu Zielen, die per Bahn in weniger als viereinhalb Stunden erreichbar sind, nicht mehr angeboten werden und der verbleibende Flugverkehr nicht ausgeweitet wird.

Baumgärtner: Münchner Flughafen gehört zur Daseinsvorsorge

Die Bereitstellung eines Netzes an Verkehrsflughäfen gehöre zur Daseinsvorsorge, die Gewährleistung größtmöglicher Konnektivität durch eine entsprechende Infrastruktur sei für die Wirtschaft und für München als Touristendestination essentiell, betont Baumgärtner.

"Nahezu der gesamte Inlandsverkehr von/ab München wird von der Lufthansa-Gruppe angeboten, die am Flughafen München ihr Drehkreuz betreibt", so Baumgärtner. "Insoweit ist faktisch beinahe jeder Inlandsflug nicht nur ein Punkt zu Punkt-Verkehr, sondern auch ein Zubringerflug."

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Flugzeug und Bahn: Vergleich der Reisezeiten

Er verweist zudem darauf, dass - vorausgesetzt, die Deutsche Bahn könnte ausreichend Transportkapazitäten zur Verfügung stellen - derzeit alle IC/ICE-Züge am Münchner Hauptbahnhof endeten. Ein "nahtloser Übergang" sei am Flughafen trotz derzeit geführter Diskussionen über Realisierungsmöglichkeiten auf absehbare Zeit jedoch nicht in Sicht. Auch mit signifikanten Verbesserungen der S-Bahn-Verbindung zum Flughafen sei nicht vor Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke zu rechnen.

Baumgärtner: "Reine Kurzstreckenflüge sind vor allem auch für Geschäftsreisende von Bedeutung, denen das Flugzeug ermöglicht, innerhalb eines Tages einen Geschäftstermin wahrzunehmen, ohne dass viele Überstunden anfallen bzw. eine Hotelübernachtung gebucht werden muss." So betrage beispielsweise die Reisezeit auf der Strecke München-Berlin viereinhalb Stunden, die reine Flugzeit liege bei 65 Minuten, das Gleiche gelte in etwa auch für die Strecke München-Köln.

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Flughafen begrüßt Fernbahnanschluss

Aus Sicht der Flughafen München GmbH wäre es zielführend, attraktive Angebote auf der Schiene gerade in Bezug auf Reisezeit und Preis zu schaffen, um den Kunden geeignete Alternativen anbieten zu können. Der Flughafen München würde weiterhin einen Fernbahnanschluss des Flughafens sehr begrüßen.

Baumgärtner ist sicher, dass "eine grundsätzliche Unterbindung von (innerdeutschen) Kurzstrecken-Flügen" die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland "negativ beeinträchtigen" würde, er erwartet "Abwanderungen von Firmen ins Ausland" und damit lediglich "eine Verlagerung des Verkehrs".

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