Kein Ende in Sicht: Gewerbefreiheit lässt Pasing kulinarisch weiterwachsen

Wer in München gutes Essen sucht, braucht nicht zu fliegen: Rund um den Pasinger Bahnhof gibt es Restaurants aus (fast) allen Ländern – von türkischem Pide über koreanisches Barbecue bis zu feinem Sushi. Neu ist das "Peck" mit Spezial‑Färsenfleisch und Sauerteigbrot; die Szene wächst, viele wünschen sich noch ein Café oder Weinlokal.
von  Marie-Julie Hlawica
Rund um den Pasinger Bahnhof findet man nur Fast-Food-Ketten? Das stimmt so nicht, sagen die Besucher in der Gastronomie rundherum.
Rund um den Pasinger Bahnhof findet man nur Fast-Food-Ketten? Das stimmt so nicht, sagen die Besucher in der Gastronomie rundherum. © Marie-Julie Hlawica

Wenn es ums Essen geht, können sich Münchner weite Flugreisen sparen. Eine Fahrt in den Münchner Westen genügt. Rund um den Pasinger Bahnhof gibt es internationale Gastronomiebetriebe mit Gerichten aus (fast) allen Nationen – für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel.

Eben erst eröffnet hat das "Peck". Das steht übrigens für "Pasinger Eck". Dort, wo vor kurzem noch eine Telekom-Filiale war, werden seit zwei Wochen Pide, Lahmacun und Döner Kebap über den Tresen gereicht und an die Tische gebracht.

Es sei nicht irgendein Kebap, sagt Betreiber Ugur Pektas: "Wir servieren spezielles Färsenfleisch. Reines Beef, das die heimische türkische Küche besonders unterstreicht." Das Sauerteigbrot stellt eine Münchner Brotmanufaktur her. "Das gibt den Gerichten zusätzlich einen kräftigen Geschmack", sagt Ugur Pektas.

Peck steht für Pasinger Eck. Vor Kurzem war dort am Pasinger Bahnhofsplatz 2 noch eine Filiale der Telekom.
Peck steht für Pasinger Eck. Vor Kurzem war dort am Pasinger Bahnhofsplatz 2 noch eine Filiale der Telekom. © Marie-Julie Hlawica

Werbung hat er, der von seinem Bruder und einem achtköpfigen Team unterstützt wird, nicht gemacht. Trotzdem hat sich der neue Imbiss schnell herumgesprochen, sogar über WhatsApp-Gruppen. "Manche Gäste kommen jeden Tag", freut sich der Gastro-Chef. Nicht zuletzt der selbstgemachte Ofen-Milchreis habe als Süßspeise viele überzeugt, meint er.

Von Döner bis Kebap: Fans der türkischen Küche haben die Qual der Wahl

Nicht nur im Peck findet man in Pasing typisch türkische Küche: Direkt nebenan ist "Uggis Veggie Kebap", ums Eck in der Bäckerstraße ist "On der Döner", in der Landsberger Straße gibt es "Prime Kebap" und "Meliks Grillhaus".
Aber auch sonst hat Pasing kulinarisch viel zu bieten: Wer Lust auf urige bayrische Gerichte hat, findet sie im "Schweizer Hof". Das legendäre Gasthaus in der Planegger Straße 14 bewirtet schon seit 1879 seine Gäste.

Und wenn es schnell gehen soll: In einer der beiden bekannten Münchner Metzger-Filialen in der Gleichmannstraße (Boneberger und Vinzenzmurr) gibt es wechselnde Tagesgerichte, Grillhendl – und natürlich die klassische Leberkässemmel auf die Hand.
In Laufnähe, an der Josef-Retzer-Straße 48, ist die Taverna Kypros, die für griechisch-zypriotische Genüsse bekannt ist.

Dazu gibt es mitten in Pasing unterschiedliche asiatische Spezialitäten-Restaurants: zwei mit traditioneller chinesischer Küche, das Chinatown und das Nihao, in denen die typischen Teigtaschen "Jiaozi" auf den Tisch kommen.
Im "Mimi" an der Spiegelstraße kann man koreanische Streetfood-Küche probieren. Ab zwei Personen bietet das Restaurant ein typisches koreanisches Barbecue an. Auch als Nachspeise gibt es etwas Besonderes: Bingsu – eine koreanische Eisspezialität aus flockig leichtem Schneeeis mit feinen Toppings.

Besa Morina hat der AZ ihren Gastro-Geheimtipp verraten.
Besa Morina hat der AZ ihren Gastro-Geheimtipp verraten. © Marie-Julie Hlawica

Frische asiatische Küche bekommt man außerdem im "Batto" an der Gleichmannstraße, in der "Thai Fresh Cuisine" an der Kaflerstraße, oder dem "Viet Village" an der Bodenstedtstraße.

Japanisch, afghanisch und amerikanisches Fast Food

Sushi, Ramen und Bowls in einem feinen Ambiente bietet das japanische Restaurant "Nanami" an der Bodenseestraße 12 an.
Nur zwei Hausnummern weiter ist das afghanische Lokal Bamiyan.
Ebenfalls vertreten sind in Pasing vier amerikanische Fast-Food-Ketten, nur einen Katzensprung von den Bahngleisen entfernt. Nicht nur Fleisch-Liebhaber kommen auf ihre Kosten: Am Pasinger Bahnhofsplatz 4 kann man bei "Vincent" vegane Burger bestellen.

Auch eine Handvoll Pizzabäcker erreicht man zu Fuß vom Bahnhof aus in wenigen Minuten. Zum Beispiel das "Mozzamo" an der Gleichmannstraße beim Pasinger Marienplatz. Wer dort keinen Platz bekommt, hat es nicht weit. Gleich schräg gegenüber ist die L’Osteria.
Außerdem gibt es ums Eck an der Bodenseestraße 14 das "Da Noi" sowie das "La Via" an der Spiegelstraße 11 und die Osteria "Koru" an der Irmonherstraße 1. Sie alle bieten nicht nur Pizza, sondern auch klassische, italienische Pasta-Variationen an – da lohnt die Fahrt über den Brenner nicht.

Gabriela Fuchs und Carlo Debele treffen sich oft in Pasing.
Gabriela Fuchs und Carlo Debele treffen sich oft in Pasing. © Marie-Julie Hlawica

Das "Portofino" an der Gleichmannstraße 12 macht das halbe Dutzend an italienischen Lokalen in Pasing voll: Seit 1979 wird dort frisches Eis gemacht, wer mag, kann auch Flammkuchen und knusprige Bruschette bestellen.
Wer eher für zwischendurch einen schnellen Snack auf die Hand oder ein Gericht zum Mitnehmen sucht, wird bei den Pasing Arcaden fündig: ob bei "Indian Streetfood", der "Nordsee" mit ihren Fischspezialitäten, "Dunkin Donuts" oder den "Pommes Freunden". Wer es gesünder mag, bekommt bei "Dean&David" Salate und Bowls.

Einschränkungen? Es gilt die Gewerbefreiheit

Geht da überhaupt noch mehr in Pasing? Laut KVR-Sprecherin Linda Knorr gilt die Gewerbefreiheit. Das heißt, es gibt keine rechtlichen Vorgaben zur maximalen Anzahl von Gastronomiebetrieben.
Einzig zu Öffnungszeiten, Alkoholausschank, Sitzgelegenheiten, Toilettenanlagen, Ölabscheider und Lebensmittelabfällen mache die Stadt Regeln.

Ein paar Wünsche haben Pasinger tatsächlich für weitere Lokale und Restaurants in ihrem Viertel. Die AZ hat sich umgehört – und die Vorschläge gesammelt.

Josefine und Dorothea treffen sich in Pasing häufig zum Ratschen. Sie schätzen die Vielfalt, würden sich aber noch ein Wiener Kaffeehaus wünschen.
Josefine und Dorothea treffen sich in Pasing häufig zum Ratschen. Sie schätzen die Vielfalt, würden sich aber noch ein Wiener Kaffeehaus wünschen. © Marie-Julie Hlawica

"Wir verabreden uns hier gerne auf einen Kaffee", erzählen Josefine und Dorothea. Was ihnen allerdings in Pasing fehlt: "ein typisches Café, in dem man nett sitzen und ratschen kann". "Toll wäre ein Wiener Kaffeehaus!", finden die beiden.
Auch Gabriela Fuchs und Carlo Debele sind noch nicht ganz zufrieden mit dem Gastro-Angebot in Pasing: "Wir treffen uns immer hier in der Mitte, denn ich komme aus Sendling und Carlo aus Augsburg", sagt Fuchs. "Allerdings sind wir nicht so die Imbiss- oder Fast-Food-Freunde. Davon gibt es in Pasing wirklich genug. Aber ein gepflegtes Weinlokal – das wäre toll!"

Besa Morina ist rundum zufrieden: "Ich bin aus Aubing und fahre kaum noch in die Stadt, wenn ich gut essen gehen will. Ich bleibe in Pasing."
Ihr Geheimtipp: die "Hunsinger in der Goldenen Gans" am Pasinger Stadtpark, wo französische Fischküche mit asiatischen Einflüssen serviert wird. "Nicht billig, aber eine tolle Location!", findet Besa Morina.

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