Kardinal Marx: Ungleichheit gefährdet Gemeinwohl

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ruft dazu auf, das Gemeinwohl im neuen Jahr stärker in den Blickpunkt zu rücken. Lokal und global sei absehbar, dass diejenigen leichter durch die Corona-Krise gekommen seien, die Kapital und Eigentum besäßen und nicht nur von ihrer Hände Arbeit leben müssten, sagte Marx laut einem vorab veröffentlichten Manuskript am Silvesterabend im Münchner Liebfrauendom. "Die Ungleichheiten werden sich weltweit verstärken, und das kann zu neuen Gefährdungen des Gemeinwesens führen."
| dpa
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Kardinal Reinhard Marx bei einem Gottesdienst.
Kardinal Reinhard Marx bei einem Gottesdienst. © Tobias Hase/dpa/Archivbild
München

Trotz der Corona-Impfungen sei die Krise noch nicht vorüber, sagte Marx. "Aber die abstrakten Zahlen sagen uns eigentlich wenig über das, was diese Krise für viele Menschen bedeutet." Er rief dazu auf, auf die Schicksale der Menschen hinter den Corona-Fallzahlen zu blicken. Erst dann werde erfahrbar, "dass es hier wirklich um Leben und Tod geht, um persönliche Schicksale, um Hoffen und Bangen, Sehnsucht und Angst", sagte er.

Das neue Jahr werde noch von der Corona-Pandemie geprägt sein, aber 2021 könne das Virus auch besiegt werden, sagte der Erzbischof Ludwig Schick einem Manuskript zufolge in seiner Silvesterpredigt. "Danach muss aber Neues aufgebaut werden. Das ist uns im neuen Jahr aufgetragen." Die neue Freiheit müsse vernünftiger und verantwortungsbewusster gelebt werden. Der Umgang miteinander solle respektvoller und achtsamer sein. "Wir müssen die Corona-Pandemie auch als Warnschuss verstehen, dass wir nicht so weitermachen dürfen wie bisher, und als Aufforderung, eine neue Post-Corona-Gesellschaft aufzubauen", betonte Schick.

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