Kampf gegen Keime: München installiert Rolltreppen mit UV-Licht

Derzeit werden in München keimfreie Rolltreppen getestet. Bereits vor der Corona-Pandemie war die neue Technik Thema, jetzt bekommt es eine ganz neue Relevanz.
| AZ/dpa
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Die Technik wird derzeit am U-Bahnhof Marienplatz getestet und ausgebaut. (Archivbild)
Sven Hoppe/dpa 2 Die Technik wird derzeit am U-Bahnhof Marienplatz getestet und ausgebaut. (Archivbild)
Ein Mitarbeiter der Stadtwerke installiert die UV-Lampen an einer der Rolltreppen am Marienplatz.
Sven Hoppe/dpa 2 Ein Mitarbeiter der Stadtwerke installiert die UV-Lampen an einer der Rolltreppen am Marienplatz.

München - Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) testen keimfreie Rolltreppen. Sechs Rolltreppen im U-Bahnhof Marienplatz werden derzeit mit einer speziellen UV-Desinfektion ausgestattet. Die erste Rolltreppe mit dieser Technik ist seit dem 14. August in Betrieb. Ursprünglich war der Test schon um den Jahreswechsel herum geplant. Mit der Ausbreitung des Coronavirus bekommt er nun eine ganz neue Relevanz.

"Der Test ist auf mehrere Jahre angelegt. Im Fokus sehen bei der Erprobung insbesondere die Auswirkungen auf das Nutzerverhalten und das Material", sagt ein SWM-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. SWM und MVG wollen beispielsweise wissen, ob die UV-Bestrahlung mehr Fahrgäste dazu veranlasst, sich an den Handläufen festzuhalten. Zum anderen soll geklärt werden, wie das Gummi der Handläufe auf die dauerhafte Bestrahlung mit UV-Licht reagiert.

Ein Mitarbeiter der Stadtwerke installiert die UV-Lampen an einer der Rolltreppen am Marienplatz.
Ein Mitarbeiter der Stadtwerke installiert die UV-Lampen an einer der Rolltreppen am Marienplatz. © Sven Hoppe/dpa

Keimfreie Handläufe: So funktioniert's

Das Ganze funktioniert so: Die Module werden im Rücklauf der Rolltreppe, im verschlossenen Bereich, eingebaut und bestrahlen dort durchgehend den Handlauf mit UVC-Licht. Das UVC Licht zerstört dann die DNA der Mikroorganismen. Der Handlauf soll so innerhalb von Sekunden weitgehend keimfrei sein.

Das Landesamt für Gesundheit sieht die Technik kritisch, weil "sie lediglich punktuell eingesetzt werden" könne und kommt zu dem Schluss: "Die Installation von Handlaufdesinfektionsgeräten im öffentlichen Bereich stellt unter Berücksichtigung der Infektionswege keinen zielführenden Schutz dar." Das Landesamt betont: "Sinnvoller ist es, nicht die Oberfläche zu behandeln, sondern sich an die AHA-Regeln zu halten" - also Abstand zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen und Alltagsmasken zu tragen.

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