Weihnachtliches Himmels-Spektakel: Jupiter und Saturn "verschmelzen"

Jupiter und Saturn sollen heute Abend zu einem "Stern" verschmelzen. Diese Konjunktion funktioniert so.
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Ein Bild von vergangenem Donnerstag aus Frankreich: Links ist der Mond zu sehen, rechts deutlicher kleiner Jupiter und Saturn.
Ein Bild von vergangenem Donnerstag aus Frankreich: Links ist der Mond zu sehen, rechts deutlicher kleiner Jupiter und Saturn. © imago/Hans Lucas

München - Am Abendhimmel des 21. Dezembers verschmelzen für unsere Augen die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems Jupiter und Saturn. Bei dieser sogenannten Konjunktion kommen sich die beiden Planeten der Vereinigung der Sternfreunde zufolge von der Erde aus gesehen besonders sehr nahe.

Der Grund: Beide sind mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten um die Sonne unterwegs. Der schnellere Jupiter überholt dann den ferneren Saturn. "Das diesjährige Überholmanöver ist etwas Besonderes. Die beiden Planeten werden fast zu einem gemeinsamen Lichtpunkt verschmelzen", sagt der Vorsitzende der Sternfreunde Sven Melchert.

Das Modell des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) veranschaulicht, wie Jupiter und Saturn in gerader Linie im Sonnensystem stehen – so kommt es zum Himmelsphänomen.
Das Modell des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) veranschaulicht, wie Jupiter und Saturn in gerader Linie im Sonnensystem stehen – so kommt es zum Himmelsphänomen. © DLR

Seltenes Phänomen: Jupiter und Saturn "verschmelzen"

Das Überholen komme alle 20 Jahre vor. Doch ein ähnlich enges Aufeinandertreffen wird es erst wieder im Jahr 2080 geben. Und nicht immer kann man das Spektakel auch sehen. Vor 20 Jahren seien die Riesen bei der Konjunktion am Nachthimmel nicht sichtbar gewesen. Und 2080 wird die größte Annäherung erst in der Morgendämmerung geschehen.

Beste Konjunktion von Jupiter und Saturn für eine lange Zeit

"Die Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 ist die Beste, die uns das Universum für lange Zeit zu bieten hat", sagt Melchert. Derzeit stünden die beiden Planeten am abendlichen Südwesthimmel. Ein Teleskop ist für eine Beobachtung nicht nötig. Der helle Jupiter stehe dann links unterhalb des Ringplaneten Saturn und mit bloßem Auge werde man beide nicht mehr voneinander trennen können. Mit einem Fernglas könne man dann neben Jupiter auch einige seiner vier großen Monde erkennen. Mit einer mindestens 30-fachen Vergrößerung sei auch das Ringsystem des Saturns zu sehen.

Wetter wird am Abend nicht optimal sein

Das Wetter am Abend des 21. Dezembers wird einem Blick auf das Schauspiel aber in weiten Teilen Deutschlands einen Strich durch die Rechnung machen. "Es sieht nicht so gut aus", sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. In der Westhälfte werde sich die Wolkendecke verdichten. Nebel und Wolken verhinderten einen Blick auf den Abendhimmel. Regional gebe es aber im Osten und Südosten Chancen.Auch am 22. Dezember, wenn die beiden Planeten noch immer dicht zusammenstehen, spielt das Wetter nicht mit. "Da braucht man sehr viel Glück."

Livestream: Wo kann ich die Konjunktion sehen?

Die Münchner Volkssternwarte plant für Montag ab 16.30 Uhr einen Livestream zur Konjunktion von Jupiter und Saturn. Das Deutsche Museum sendet ab 16 Uhr "Auf der Suche nach dem Stern von Bethlehem".

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