Jubel am Eisbach: Neuer Test bringt Surferwelle am Haus der Kunst zurück

Freitagmittag an der Eisbachbrücke, die Sonne strahlt, der Eisbach rauscht, eine Menschenmenge schaut gebannt hinunter. „Sie kommt!“, ruft einer der jungen Männer im Neopren am Ufer, es ist 13.17 Uhr, als lauter Jubel aufbrandet. Und nicht nur der: Die Welle erhebt sich plötzlich mächtig über die ganze Breite des Eisbachs.
Ein Mann im gelben Arbeitsanzug lächelt breit auf seiner roten Klapptisch-Sitzkombi. "Darauf haben wir drei Monate gewartet", sagt Robert Meier-Staude und lehnt sich erkennbar erleichtert zurück. "Das können wir jetzt einfach mal genießen."

Wild genug für schönes Surfen
Meier-Staude ist der Strömungsexperte von der Hochschule München (HM), der mit seinem Team seit Wochen einen Weg sucht, die bei der Bachauskehr im letzten Oktober zerstörte Surferwelle am Haus der Kunst durch einen Einbau wieder dauerhaft und sicher in Gang zu bringen. Der dritte Vorversuch ist nun offenbar erfolgreich geglückt. Die Welle baut sich nicht nur über die ganze Flussbreite hoch auf, sie ist auch wild genug für schönes Flusssurfen. Es dauert nur Sekunden, dann springen die ersten Surferinnen und Surfer mit ihren Boards ins Wasser. Um die 20 Wellenreiter haben für diesen Versuchstag eine Genehmigung erhalten, auf eigene Gefahr die Welle zu testen.

Test mit einer Gitterkonstruktion
Zuvor hatte das Team um den Strömungsprofessor, zu dem auch Surfer der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) gehören, ein großes Gitter an einer Seilkonstruktion ins Wasser gelassen. Diesmal anders positioniert als beim letzten Test, der kein ausreichend gutes Ergebnis brachte.

Nach dem Versuch gilt wieder Surfverbot
Die Ergebnisse sollen nun dokumentiert und mit der Stadtverwaltung besprochen werden. Wie ein dauerhafter Einbau für eine sichere Surferwelle aussehen soll, ist noch unklar. Das Versuchsgitter wird freilich wieder abgebaut – ab Samstag gilt wieder Surfverbot.