Joachim Winterscheidt verklagt Firmen wegen Baumängeln an Münchner Haus
Cornelia Kallert wartet mit aufmerksamem Blick vor dem Verhandlungsraum 101 am Lenbachplatz 7 des Landgerichts München I. Die Richterin und Pressesprecherin ist wie alle anderen – Vorsitzende Richterin, Anwälte, Beklagte und Presse – wegen einer "Very Important Person" hier. Ob dieser VIP heute aber tatsächlich persönlich erscheint, weiß Cornelia Kallert in diesem Moment selbst noch nicht.
Für den Fall der Fälle ist sie aber zur Stelle, denn der berühmte Kläger hat eine Bitte: "Herr Winterscheidt möchte nicht angesprochen werden", erklärt sie. Ein Wunsch, der hinfällig bleibt: Der Fernsehstar Joachim Winterscheidt (47) kommt nicht. Er lässt sich in der Sache vertreten. Aus beruflichen Gründen sei er "bedauerlicherweise nicht in München", lässt sein Anwalt Torsten Ilgner ausrichten.
Joachim Winterscheidt verklagt Firmen wegen Mängeln an Münchner Haus
Doch worum geht es eigentlich? Joachim Winterscheidt ließ in München ein Einfamilienhaus errichten. Nun klagt er gegen mehrere der beteiligten Baufirmen – darunter ein Architekt, ein Unternehmen für Metallbau und eines für Landschaftsarchitektur.
"Mangelhaft", ist das Wort, das immer wieder fällt, als die zuständige Richterin die Streitpunkte verliest. Die Verhandlung am Donnerstag soll sich um die fehlerhafte Abdichtung im Bereich des Autolifts drehen, den der Fernsehstar in sein Haus einbauen ließ. Streitwert: knapp 133.000 Euro.
Insgesamt vier Verfahren wurden in der Sache um den VIP-Kläger und die beklagten Baufirmen eröffnet. Gesamtstreitwert: circa 678.000 Euro, wie Cornelia Kallert der AZ bestätigt.
Anwälte teilen mit: Man will sich einigen
Einen Verhandlungstermin hat Joachim Winterscheidt schon Mitte Januar hinter sich gebracht. Dort einigte man sich laut Medienberichten auf einen Vergleich von 50.000 Euro.
Auch in den übrigen Streitpunkten will man sich einigen, teilen die Anwälte der beiden Seite mit. Dazu möchte man sich in einer sogenannten Mediation besprechen. Das ist ein freiwilliges, außergerichtliches Verfahren, bei dem versucht wird, eine Lösung zu finden, die beide Parteien zufriedenstellt, ohne dass ein Richter ein Urteil fällen muss.
Es geht also erst einmal fernab der Öffentlichkeit weiter – Joachim Winterscheidt dürfte das sicher freuen. So besteht vorerst keine Gefahr für ihn, vor einem Gerichtssaal "angesprochen" zu werden.

