Jetzt ist Schluss mit lustig: Ein Münchner Fasching (fast) ohne Bälle

Die Gesellschafts- und Gaudi-Events der „Silbernen Rose“ und der „1000 Torten“ sind für heuer abgesagt. Offizielle begründung: Der Umbau des Deutschen Theaters.
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Über 30 Jahre lang war der „Ball der Silbernen Rose“ im Deutschen Theater eine feste Größe im Fasching - heuer fällt er aus.
SB PhotoDesign Über 30 Jahre lang war der „Ball der Silbernen Rose“ im Deutschen Theater eine feste Größe im Fasching - heuer fällt er aus.

MÜNCHEN - Die Gesellschafts- und Gaudi-Events der „Silbernen Rose“ und der „1000 Torten“ sind für heuer abgesagt. Offizielle begründung: Der Umbau des Deutschen Theaters.

Okay, es gibt den Wiener Opernball. Doch gleich danach kam für viele Münchner der „Ball der Silbernen Rose“. Seit über 30 Jahren zählt das Fest im Deutschen Theater zu den Höhepunkten der Münchner Faschingssaison. „Der Ball ist einfach ein einmaliges Erlebnis“, urteilte Bandleader Hugo Strasser.

Schade, dass Münchens Ball-Fans heuer auf das Faschings-Highlight verzichten müssen. Heiko Plapperer-Lüthgarth, der den Ball seit Jahren organisierte, hat das Event kurzerhand abgeblasen. Als Begründung wurde der Umbau des Deutschen Theaters und der vorübergehende Umzug in Münchens Norden genannt. In Fröttmaning feiert sich’s eben nicht ganz so stilvoll wie in der City.

Es gibt auch keine 1000 Torten mehr

Anderen Bällen geht’s nicht besser. Auch auf den Konditorenball, besser bekannt als „Ball der 1000 Torten“, müssen die Münchner heuer verzichten. „Erst nach den erfolgten Umbaumaßnahmen im Deutschen Theater werden wir prüfen, ob er wieder durchgeführt wird“, heißt es bei der Innung. Die rund 1000 Gäste, die bei der traditionellen Tombola versuchten, eine der grandiosen Torten zu ergattern, werden das nicht gerne hören.

Der Niedergang der Münchner Ball-Saison scheint unterdessen nur noch schwer zu stoppen. Immer wieder beklagen sich Traditionalisten, dass es legendäre Veranstaltungen wie den Waschermadl-Ball nicht mehr gibt.

„Zumeist liegt das daran, dass sich die Veranstaltung über den Eintritt allein schon lange nicht mehr rechnen“, weiß Uli Kreuzer, Präsident der Faschingsgesellschaft Narrhalla. Saalmieten und Programmkosten kämen den Veranstaltern so teuer, dass nur noch mit zahlungskräftigen Sponsoren derartige Events realisiert werden können – doch die sind nicht erst seit der Finanzkrise zurückhaltend geworden. Immerhin können sich die Münchner ihren alljährliche Gastronomenball noch leisten. Er findet am Dienstagabend mit über 500 Wirten und dem längsten Buffet der Stadt im Bayerischen Hof statt.

Daniel Aschoff

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