Investor für Münchner Traditionsunternehmen Hallhuber gefunden

Aufatmen bei den Hallhuber-Mitarbeitern. Für die Tochtergesellschaft des in finanzielle Schieflage geratenen Mode-Riesen Gerry Weber wurde ein Investor gefunden.
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Das Geschäft wird vorerst weitergehen: Hallhuber-Filiale in der Münchner Stachuspassage.
imago/Joko Das Geschäft wird vorerst weitergehen: Hallhuber-Filiale in der Münchner Stachuspassage.

Vier Jahre war das Münchner Modeunternehmen Hallhuber im Besitz von Gerry Weber. Im Januar 2019 hat der Modekonzern jedoch einen Insolvenzantrag gestellt. Nun soll ein Investor für das Münchner Traditionsunternehmen gefunden worden sein.

München - Die rund 2000 Hallhuber-Mitarbeiter in den weltweit 410 Shops können aufatmen: Der Geschäftsbetrieb beim Münchner Traditionsunternehmen ist bis auf Weiteres gesichert. Die schwer angeschlagene Mutterfirma Gerry Weber hat einen Investor für Hallhuber gefunden und wird sich nun voraussichtlich weitgehend von seinem einstigen Hoffnungsträger trennen müssen.

Der Konzern teilte in der Nacht zum Freitag mit, er habe einem Investor eine Kaufoption auf Hallhuber eingeräumt. Im Gegenzug sagte dieser eine Brückenfinanzierung in Höhe von zehn Millionen Euro für die Tochterfirma zu – der Geschäftsbetrieb kann somit weiterlaufen.

Geschäftsbetrieb kann weiterlaufen

Macht der namentlich nicht genannte Investor von der Kaufoption Gebrauch, verliert Gerry Weber die Kontrolle über das Tochterunternehmen. Gerry Weber wird dann nur noch mit maximal 14 Prozent an Hallhuber beteiligt sein. Die Kaufoption kann allerdings erst nach Erfüllung verschiedener Bedingungen gezogen werden, die voraussichtlich in diesem Mai vorliegen sollen.

Die Transaktion sei "ein wesentlicher Schritt zur operativen und finanziellen Sanierung der Gerry-Weber-Gruppe", hieß es vom Unternehmen. Die Tochter galt lange als größter Wachstumsträger des Konzerns, schrieb aber in den vergangenen Geschäftsjahren rote Zahlen und trieb den Verlust des Konzerns in die Höhe.

Insolvenzantrag gestellt

Die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern hatte im Januar beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt – mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren.

Betroffen von dem Insolvenzantrag war zunächst nur die Muttergesellschaft mit den Marken Taifun und Samoon. Für Hallhuber wurde kein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Gerry Weber hatte das Münchner Modeunternehmen Ende 2014 übernommen – über den Kaufpreis war Stillschweigen vereinbart worden. Gerry Weber wollte damit in ein jüngeres Damenmodesegment für die trendorientierte Frau ab Mitte 20 eintreten.

Hallhuber erst 2014 von Gerry Weber übernommen

Hallhuber mit Sitz am Frankfurter Ring war im September 1977 von Josef Hallhuber und seinem Sohn Klaus gegründet worden. Im gleichen Jahr eröffneten sie das erste Geschäft in Sendling, das es heute noch gibt.

1995 schnappte sich Karl Schleicher, dem das Bekleidungsunternehmen Rosner aus Ingolstadt gehört, den Mode-Riesen. Klaus Hallhuber stieg aus, seine Ex-Frau Susanne (zwei Kinder) leitet bis heute die Design-Abteilung.

Lesen Sie hier: Gerry Weber in der Krise - Modekonzern stellt Insolvenzantrag

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