"Insellösungen" - ADAC wettert gegen Pop-up-Radwege

Der ADAC wettert gegen die Pop-up-Radwege in München - und fordert ein "durchdachtes Gesamtkonzept".
| ako
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
44  Kommentare Artikel empfehlen
Der Pop-up-Radweg auf der Theresienstraße.
Der Pop-up-Radweg auf der Theresienstraße. © privat

München - Die im vergangenen Jahr getesteten Pop-up-Radwege sollen nun dauerhaft bleiben - eine Entscheidung, die polarisiert. Der ADAC ist von dieser vermeintlichen Lösung für den Münchner Innenstadt-Verkehr nicht überzeugt und fordert bei der Diskussion um nachhaltige Lösungen die Einbeziehung aller möglichen Formen des Stadtverkehrs. 

"Fahrradstreifen auf wichtigen Verbindungen sind Insellösungen"

Nach einem Beschluss des Münchners Mobilitätsausschusses sollen nun auf der Rosenheimer Straße, Elisenstraße, Theresienstraße sowie der Gabelsbergerstraße dauerhaft weiße Radwege eingerichtet werden. Die zusätzlichen Fahrstreifen waren im vergangenen Jahr bereits in Form von Pop-up-Radwegen getestet worden- während der Corona-Lockdowns. "Die verkehrlichen Verhältnisse in München zu Zeiten von Corona sind jedoch keineswegs vergleichbar mit dem gewöhnlichen Verkehrsaufkommen", argumentiert Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern.

Lesen Sie auch

Er ist skeptisch: "Keine Frage: Das Fahrrad ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der innerstädtischen Mobilität, der ÖPNV das Rückgrat. Fahrradstreifen auf wichtigen Verbindungen wie der Rosenheimer Straße sind jedoch Insellösungen, die keine Verbesserung der Gesamtsituation bringen."

Laut Kreipl müsse außerdem auf den Pendelverkehr besonderes Augenmerk gelegt werden: "Die Landeshauptstadt eines Flächenlandes wie Bayern braucht aufgrund der engen Verflechtung der Stadt- und Umlandbeziehungen einen funktionierenden Autoverkehr."

Zuvor hatten sich bereits CSU-Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sowie die CSU-Stadtratsfraktion gegen die dauerhaften Radwege ausgesprochen. "Gerade bei größeren Entfernungen können die Menschen oft nicht auf das Auto verzichten. In dieser Situation Autofahrspuren zu streichen, wird die derzeitigen Verkehrsprobleme meines Erachtens nur noch weiter verstärken",  sagte Schreyer. 

In der kommenden Woche soll die Stadtratsvollversammlung dem Beschluss zustimmen, die Markierungsarbeiten starten dann bereits im April.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 44  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
44 Kommentare
Artikel kommentieren