Inselkammer: In Siegertsbrunn fing alles an

Die Münchner Unternehmerfamilie trauert um ihr Mitglied Jannik Inselkammer. 1877 legt die Familie mit einem Gasthaus den Grundstein zur Brau-Dynastie - eine Chronologie.
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Die Keimzelle der Familie Inselkammer steht seit Jahrhunderten in Siegertsbrunn, südlich von München.
AZ Die Keimzelle der Familie Inselkammer steht seit Jahrhunderten in Siegertsbrunn, südlich von München.

Die Münchner Unternehmerfamilie trauert um ihr Mitglied Jannik Inselkammer. 1877 legt die Familie mit einem Gasthaus den Grundstein zur Brau-Dynastie - eine Chronologie. 

München - Die Inselkammers sind eine der bedeutendsten und einflussreichsten Wirte- und Brauer-Dynastien Münchens. Wobei die Wiege der Familie südlich der Stadtgrenzen liegt, in Siegertsbrunn. Dort richtete der Gutsbesitzer Franz Inselkammer im Jahr 1877 ein Gesuch an das königliche Bezirksamt in München, weil er in seinem Anwesen eine Gastwirtschaft errichten wollte.

Er bekam die Erlaubnis – allerdings mit Auflagen: „Ohne Beherbung, keine Völlerei, keine verbotenen Spiele, keine Hehlerei und keine Unsittlichkeit in den öffentlichen Räumen.“ Ob sich nun alle daran gehalten haben oder nicht: Das Gasthaus Inselkammer gibt’s in Siegertsbrunn immer noch.

Ein Blick auf das verzweigte Familien-Geflecht: Der jetzt tödlich verunglückte Jannik Inselkammer († 45) wurde als Sohn des Münchner Brauunternehmers Hans Inselkammer geboren. Dessen Cousins sind der Besitzer der Brauerei Aying Franz Inselkammer sowie der Wirt Peter Inselkammer (Platzl-Hotel, Pfistermühle, Ayingers am Platzl, Platzl-Gassen, Armbrustschützenzelt). Inzwischen hat allerdings Peter Inselkammers gleichnamiger ältester Sohn die Fäden in der Hand. Diesem Zweig der Familie gehört bis heute übrigens auch das historische Wirtshaus in Siegertsbrunn.

In der Brauerei Aying wollte man den tragischen Unfall Jannik Inselkammers nicht kommentieren. Eine Mitarbeiterin erklärte der AZ am Telefon lediglich: „Es ist sehr still bei uns heute aus diesem Anlass.“

Trotz ihres großen Einflusses drängt die gesamte Familie Inselkammer nicht ins Licht der Öffentlichkeit. Auch am Mittwoch, als der Tod Jannik Inselkammers bekannt wurde, hielt man sich mit öffentlichen Stellungnahmen weitgehend zurück.

Jannik Inselkammer selbst hätte es wohl auch nicht anders gemacht: Weggefährten beschreiben ihn als bescheiden auftretenden und dennoch sehr dynamischen Mann. Er sei nie abgehoben gewesen. Für Jannik Inselkammer, so hieß es gestern oft, habe auch nie der letzte Cent Rendite im Mittelpunkt gestanden. So habe er sich – neben seiner Funktion als Augustiner-Chef – auch um qualitätsvollen Wohnungsbau verdient gemacht. Der 45-Jährige war unter anderem Geschäftsführer der Inka AG für Beteiligungen in München.

 

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