In Tracht oder mit Sonntagshut: Historische Münchner Biergarten-Fotos

Eine Münchner Tradition im Wandel der Zeit: Wie die Städter einst in die Ausflugslokale strömten und zum Steinkrug noch ihr feinstes Sonntagsleiberl anzogen. Ein historischer Blick in Münchner Biergärten und Trinkhallen.
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Ganz schön zutraulich! Auf diesem Foto aus dem Jahr 1920 wird ersichtlich, warum der Hirschgarten heißt, wie er heißt. Klicken Sie sich hier durch die historischen Biergarten-Bilder. Prost!
Stadtarchiv 16 Ganz schön zutraulich! Auf diesem Foto aus dem Jahr 1920 wird ersichtlich, warum der Hirschgarten heißt, wie er heißt. Klicken Sie sich hier durch die historischen Biergarten-Bilder. Prost!
Derf's no was sei? 1967 trägt man im Hirschgarten Anzug und Krawatte, ist aber entspannt.
Stadtarchiv 16 Derf's no was sei? 1967 trägt man im Hirschgarten Anzug und Krawatte, ist aber entspannt.
Das Bier ist hier heimisch: 1767 wurde in dem Park für die kurfürstlichen Brauhäuser Hopfen angebaut. Danach probierte man's mit Seidenraupen und Maulbeerbäumen, mit mäßigem Erfolg. Ab 1780 wurde das Areal zum Jagdrevier für den Adel, das Kurfürst Karl Theodor jedoch bald den Münchner Bürgern für Erholung zur Verfügung stellte. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Gastronomie im Hirschgarten. Dieses Foto entstand deutlich später: 1967.
Stadtarchiv 16 Das Bier ist hier heimisch: 1767 wurde in dem Park für die kurfürstlichen Brauhäuser Hopfen angebaut. Danach probierte man's mit Seidenraupen und Maulbeerbäumen, mit mäßigem Erfolg. Ab 1780 wurde das Areal zum Jagdrevier für den Adel, das Kurfürst Karl Theodor jedoch bald den Münchner Bürgern für Erholung zur Verfügung stellte. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Gastronomie im Hirschgarten. Dieses Foto entstand deutlich später: 1967.
Eigentlich ist's doch ein schöner Tag, die Frauen haben sich die Perlenkette herausgesucht und das Sommerkleid gebügelt, aber für den grantigen Herrn mit Hut scheint dieser Tag im Sommer 1953 kein glücklicher zu sein. Zumindest scheint er keine gute Zeit zu haben, trotz Sonne, trotz Bier im Steinkrug, trotz Zeit im Ausflugslokal in Grasbrunn. Der auf dem Tisch zu sehende Krug, der Keferloher, stammt übrigens genau von hier - daher auch der Name. Das Bier fließt hier schon seit Jahrhunderten, nach der Schlacht auf dem Lerchenfeld, bei der Otto der Große 955 seinen größten militärischen Sieg feierte und die Ungarn zurückdrängte, wurde Keferloh ein Umschlagplatz für die Pferde der besiegten ungarischen Soldaten. Daraus entwickelte sich ein Viehmarkt und schließlich auch ein Bier- und Landwirtschaftsfest.
Stadtarchiv 16 Eigentlich ist's doch ein schöner Tag, die Frauen haben sich die Perlenkette herausgesucht und das Sommerkleid gebügelt, aber für den grantigen Herrn mit Hut scheint dieser Tag im Sommer 1953 kein glücklicher zu sein. Zumindest scheint er keine gute Zeit zu haben, trotz Sonne, trotz Bier im Steinkrug, trotz Zeit im Ausflugslokal in Grasbrunn. Der auf dem Tisch zu sehende Krug, der Keferloher, stammt übrigens genau von hier - daher auch der Name. Das Bier fließt hier schon seit Jahrhunderten, nach der Schlacht auf dem Lerchenfeld, bei der Otto der Große 955 seinen größten militärischen Sieg feierte und die Ungarn zurückdrängte, wurde Keferloh ein Umschlagplatz für die Pferde der besiegten ungarischen Soldaten. Daraus entwickelte sich ein Viehmarkt und schließlich auch ein Bier- und Landwirtschaftsfest.
Auch dieses Foto vom Gut Keferloh zeigt den Biergarten zu Jahrmarkt-Zeiten - die Aufnahme stammt ebenfalls aus dem Jahr 1953.
Stadtarchiv 16 Auch dieses Foto vom Gut Keferloh zeigt den Biergarten zu Jahrmarkt-Zeiten - die Aufnahme stammt ebenfalls aus dem Jahr 1953.
Was für ein Gebäude! Der Bavaria-Keller im Jahr 1895. Seit 1812 stand der Keller an der Hangkante der Theresienhöhe, unter den Kastanien wurde Bier ausgeschenkt. Abriss: 1970.
Stadtarchiv 16 Was für ein Gebäude! Der Bavaria-Keller im Jahr 1895. Seit 1812 stand der Keller an der Hangkante der Theresienhöhe, unter den Kastanien wurde Bier ausgeschenkt. Abriss: 1970.
Wie das Sonnenlicht so schön hineinscheint, 1888, in den Hirschbräukeller an der Zollstraße, Ecke Bayerstraße nahe der Gleise. Drei Jahre zuvor hatte Georg Pschorr ihn übernommen, er lag praktisch neben seiner eigenen Brauerei.
Stadtarchiv 16 Wie das Sonnenlicht so schön hineinscheint, 1888, in den Hirschbräukeller an der Zollstraße, Ecke Bayerstraße nahe der Gleise. Drei Jahre zuvor hatte Georg Pschorr ihn übernommen, er lag praktisch neben seiner eigenen Brauerei.
Aumeister: Der Name bezeichnet eigentlich einen Beruf: Hier im Norden des Englischen Gartens kümmerte sich der Wald- und Aumeister um das Wild in den Isarauen. Das heutige Lokal war das Dienstgebäude (von 1811) und steht unter Denkmalschutz. An dem Tag 1910, als das Foto gemacht wird, sitzen aber nur zwei versprengte Gäste im Biergarten.
Stadtarchiv 16 Aumeister: Der Name bezeichnet eigentlich einen Beruf: Hier im Norden des Englischen Gartens kümmerte sich der Wald- und Aumeister um das Wild in den Isarauen. Das heutige Lokal war das Dienstgebäude (von 1811) und steht unter Denkmalschutz. An dem Tag 1910, als das Foto gemacht wird, sitzen aber nur zwei versprengte Gäste im Biergarten.
An der Rosenheimer Straße 34 konnte man (bis 1922) im Schleibinger-Keller einkehren. 1910 stehen die Fässer vor dem Wirtsgebäude schon bereit, um hineingerollt zu werden. Viele Brauereien siedelten sich schon Ende des 18. Jahrhunderts auf dem Gasteig an, denn an anderen Orten der Stadt konnte man keine tiefen Bierkeller anlegen - der Grundwasserstand war zu hoch. Hier in Haidhausen gab es 50!
Stadtarchiv 16 An der Rosenheimer Straße 34 konnte man (bis 1922) im Schleibinger-Keller einkehren. 1910 stehen die Fässer vor dem Wirtsgebäude schon bereit, um hineingerollt zu werden. Viele Brauereien siedelten sich schon Ende des 18. Jahrhunderts auf dem Gasteig an, denn an anderen Orten der Stadt konnte man keine tiefen Bierkeller anlegen - der Grundwasserstand war zu hoch. Hier in Haidhausen gab es 50!
1925 sind im Hof des Hofbräuhauses die Gäste in Gespräche vertieft. Nur das Mädchen in dem weißen Kleidchen und der kleine Bub links scheinen sich arg zu langweilen zwischen all den behuteten Männern.
Stadtarchiv 16 1925 sind im Hof des Hofbräuhauses die Gäste in Gespräche vertieft. Nur das Mädchen in dem weißen Kleidchen und der kleine Bub links scheinen sich arg zu langweilen zwischen all den behuteten Männern.
Derselbe Ort, der Hofbräukeller 1943. Die Zeiten haben sich geändert, einige der Gäste tragen Nazi-Uniformen.
Stadtarchiv 16 Derselbe Ort, der Hofbräukeller 1943. Die Zeiten haben sich geändert, einige der Gäste tragen Nazi-Uniformen.
Wirtschaft Neuhofen: Einst lag das Haus an der Plinganserstraße vor den Toren der Stadt. Der ehemalige Distlhof in Mittersendling wechselte mehrmals die Besitzer und wurde 1700 unter Kurfürst Max Emanuel zum Edelsitz Neuhofen. Ende des 19. Jahrhunderts war hier ein beliebtes Ausflugslokal, das mit der Tram zu erreichen war. Das Foto wurde 1905 aufgenommen.
Stadtarchiv 16 Wirtschaft Neuhofen: Einst lag das Haus an der Plinganserstraße vor den Toren der Stadt. Der ehemalige Distlhof in Mittersendling wechselte mehrmals die Besitzer und wurde 1700 unter Kurfürst Max Emanuel zum Edelsitz Neuhofen. Ende des 19. Jahrhunderts war hier ein beliebtes Ausflugslokal, das mit der Tram zu erreichen war. Das Foto wurde 1905 aufgenommen.
Das Besitzerehepaar (Mitte hinten) des Rabagartens in der Schellingstraße 68 ist auf diesem Foto mit Soldaten und einer Kellnerin zu sehen. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1910.
Stadtarchiv 16 Das Besitzerehepaar (Mitte hinten) des Rabagartens in der Schellingstraße 68 ist auf diesem Foto mit Soldaten und einer Kellnerin zu sehen. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1910.
Im Augustinerkeller an der Arnulfstraße trinkt man im Sommer 1962 noch fein herausgeputzt seine Maß. Die Pfeife für den Herren darf freilich nicht fehlen. AZ-Spaziergänger Sigi Sommer war hier Stammgast.
Stadtarchiv 16 Im Augustinerkeller an der Arnulfstraße trinkt man im Sommer 1962 noch fein herausgeputzt seine Maß. Die Pfeife für den Herren darf freilich nicht fehlen. AZ-Spaziergänger Sigi Sommer war hier Stammgast.
Auch eine Szene aus dem Augustinerkeller von 1962: Herrenüberschuss - oder Frauenmangel.
Stadtarchiv 16 Auch eine Szene aus dem Augustinerkeller von 1962: Herrenüberschuss - oder Frauenmangel.
August 1971: Die Bierfässer werden nicht per Laster, sondern noch ganz klassisch mit Rössern zum Augustinerkeller angeliefert. Das Kind vorne links im Bild scheint das aber wenig zu beeindrucken.
Stadtarchiv 16 August 1971: Die Bierfässer werden nicht per Laster, sondern noch ganz klassisch mit Rössern zum Augustinerkeller angeliefert. Das Kind vorne links im Bild scheint das aber wenig zu beeindrucken.

München - Die Maß unterm Kastanienbaum gehört zum Münchner Sommer wie das Salz zur Brezn. Und das schon seit Jahrhunderten, wie ein Blick ins Stadtarchiv zeigt. Viel Spaß mit dieser süffigen Bildergalerie!

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