In Münchner Innenstadt: Porschefahrer liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei und baut Unfall

Statt sich kontrollieren zu lassen, rast ein Mann in einem Porsche der Polizei davon. Erst ein Zusammenstoß mit einem anderen Pkw stoppt ihn. Die Polizei sucht Zeugen und weitere Geschädigte.
von  Myriam Siegert
Ein Porscherfahrer hat sich in der Münchner Innenstadt eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und dabei einen Unfall gebaut. (Symbolbild)
Ein Porscherfahrer hat sich in der Münchner Innenstadt eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und dabei einen Unfall gebaut. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Turbulenter Einsatz für die Münchner Polizei am Karfreitag-Nachmittag: Gleich mehrere Zeugen hatten gegen 14.30 Uhr über den Polizeinotruf mitgeteilt, dass ein Mann in einem Porsche auf der Hermann-Lingg-Straße fahre, nachdem er zuvor Betäubungsmittel konsumiert haben soll.

Eine Streife der Münchner Polizei rückte aus und traf den besagten Porsche in Fahrtrichtung Bavariaring an. Die Beamten wollten den Fahrer natürlich anhalten und kontrollieren. Das sah dieser offenbar anders: Er ignorierte die Anhalte-Signale und gab stattdessen Gas. Die Beamten fuhren mit Blaulicht und Martinshorn hinterher.

Viel zu schnell und über rote Ampeln

Deutlich zu schnell und im Zickzack-Kurs ging es durchs Bahnhofsviertel: Der Porschefahrer bog an der Kreuzung zur Schwanthalerstraße nach rechts und dann noch mal nach links ab, um auf die Bayerstraße zu gelangen. Er missachtete dabei die Verkehrsregelungen, fuhr über rote Ampeln und gefährdete so auch andere Verkehrsteilnehmer, so die Polizei in ihrer Mitteilung vom Ostermontag.

Im weiteren Verlauf streifte er einen entgegenkommenden BMW, fuhr aber dennoch weiter in Richtung Landsberger Straße. Auf Höhe der Landsberger Straße 35 kollidierte er schließlich mit einem entgegenkommenden Toyota sowie einer Absperrbake. Dadurch platzte ein Hinterreifen des Porsches und er kam schließlich zum Stehen.

Der Porschefahrer stand unter Kokain-Einfluss

Jetzt konnten die Beamten den Fahrer festnehmen. Laut Polizei ein 43 Jahre alter Deutsch-Rumäne ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Mit ihm im Fahrzeug saß außerdem eine 29 Jahre alte nigerianische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in München als Beifahrerin. Verletzt wurde durch den Verkehrsunfall niemand.

Vor Ort erhärtete sich der Verdacht, dass der 43-Jährige unter dem Einfluss von Kokain stand, zudem wurde bei ihm eine Blutentnahme angeordnet. Deren Ergebnisse standen am Ostermontag noch aus. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 43-Jährige entlassen. An allen Fahrzeugen sowie an der Absperrbake entstand jeweils ein Sachschaden.

Polizei sucht Zeugen und Geschädigte

Die Münchner Verkehrspolizei ermittelt gegen ihn nun wegen einer ganzen Reihe von Tatbeständen, insbesondere wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, verbotenem Kraftfahrzeugrennen, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort sowie dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Auch weitere Zeugen werden gesucht. Wer sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen kann, insbesondere wer durch die Fahrweise des Flüchtigen behindert oder gefährdet wurde, soll sich mit dem Unfallkommando, Tel.: 089/6216 3322, in Verbindung setzen.

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