Immobilien-Experten: Münchner zieht es aufs Land

Viele Städter werden in die (billigere) Region ziehen, glaubt man in der Immobilienbranche.
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Arbeiten am See? Möglich dank Homeoffice.
Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa Arbeiten am See? Möglich dank Homeoffice.

Viele Städter werden in die (billigere) Region ziehen, glaubt man in der Immobilienbranche.

München - Arbeiten im Homeoffice – das hat (wenn nicht gerade die Kinder daheim lautstark stören) eine Menge Vorteile: Der Arbeitsweg fällt weg samt unpünktlicher S-Bahn oder einer Staukolonne am Ring. Besser konzentrieren kann man sich auch, wenn der Geräuschpegel der Kollegen im Großraum wegfällt. Dass auch nach der Corona-Krise noch viele Berufstätige weiter von daheim aus arbeiten wollen, zumindest teilweise, damit ist zu rechnen.

Das dürfte einen Trend verstärken: die Lust der Münchner, der vollen Großstadt den Rücken zu kehren und aufs Land zu ziehen. Samt Garten, in dem sich drohende Ausgangsbeschränkungen oder gar eine Quarantäne deutlich leichter aushalten lassen als in einer Wohnung ohne Balkon. Immer interessierter schauen die Münchner Häuslkaufwilligen deshalb auf die Immobilienpreise weiter draußen in der Region, die deutlich niedriger sind als in der Stadt.

Auf dem Land locken günstige Immobilien

In München muss man für ein Einfamilienhaus im Schnitt 1,18 Millionen Euro hinblättern. In Emmerting, 100 Kilometer östlich von München, fangen die Preise laut einer Immowelt-Untersuchung bei 278.000 Euro an – für ein renovierungsbedürftiges 100-Quadratmeter-Einfamilienhaus aus den 50er Jahren.

Das ist nur gut ein Viertel der Summe, die in München fällig wäre – und ein Schnäppchen gemessen daran, dass dort (laut dem Breitbandatlas der Bundesregierung) ein Glasfasernetz verlegt ist, mit dem eine viel schnellere Datenübertragung möglich ist als mit einem DSL-Anschluss über Kupferleitung. Perfekt für eine datenpannenfreie Arbeit daheim. Auch im nordöstlich gelegenen Altomünster (ebenfalls Glasfasergebiet) ist ein renovierungsbedürftiges Einfamilienhaus gerade für 498.000 Euro zu haben, halb so teuer wie in München also. Die Experten gehen davon aus, dass Glasfaser-Wohnorte auch für die Städter noch attraktiver macht – und, dass der Trend raus in die günstigeren Regionen sich weiter verstärkt.

Weniger Schnäppchen gibt es – wenig überraschend – in der näheren Umgebung, zumal im begehrten Süden rund um Starnberger-, Ammer- oder Wörthsee. In Eching am Ammersee-Nordufer etwa, wo sich dank schnellem Internet auch problemlos daheim arbeiten ließe, beginnen die Preise laut Immowelt für Häuser bei 895.000 Euro. Wenn man überhaupt etwas findet dort.


Sind Sie aus München raus aufs Land gezogen – oder planen Sie das? Schreiben Sie uns: lokales@az-muenchen.de

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