Immer weniger Vögel in München – eine Art bereitet große Sorgen
Vom 9. bis 11. Januar hat der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) erneut zur Wintervogelzählung aufgerufen. Insgesamt 1.909 Teilnehmer beteiligten sich in München an der "Stunde der Wintervögel" (Bayern: 29.608). Dabei konnten in 1.392 Gärten (Bayern: 21.355) insgesamt 25.049 (Bayern: 626.603) gezählt werden. Im Schnitt macht das 17,99 (Bayern: 29,38) gezählte Vögel pro Garten und 6,05 (Bayern: 7,97) verschiedene gesichtete Vogelarten.
Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Gesamtzahl der gesichteten Vögel stark zurückgegangen, 2025 wurden noch 33.564 Vögel gezählt. Grund für den Rückgang dürfte allerdings auch die gesunkene Teilnehmerzahl sein. 2025 beteiligten sich noch 2194 Personen an der Wintervogelzählung und damit 285 mehr als in diesem Jahr.
Ganz oben in der Münchner Rangliste findet sich heuer die Kohlmeise. 5375 Exemplare wurden am Vogelzähl-Wochenende gesichtet. Auch bei der Rabenkrähe (2811), der Amsel (2495) und der Blaumeise (2425) wurden Exemplare im vierstelligen Bereich gemeldet.
Große Sorgen hingegen bereitet in München die Anzahl der Spatzen. Während der Haussperling (wie Spatzen auch genannt werden), bayernweit 101.903 mal gezählt wurde und damit mit deutlichem Abstand die Rangliste in Bayern anführt, ist er in München mit 765 gesichteten Vögeln erst auf Platz 11 zu finden. Bei der Wintervogelzählung im Jahr 2025 waren in München noch 1313 Spatzen (Rang 7) gezählt worden, also knapp doppelt so viele wie in diesem Jahr.
Schon im Sommer 2025 hat es sich abgezeichnet, dass die Spatzenpopulation in München stark geschrumpft ist und kaum noch in der Stadt zu sehen war. "Spatzen, die Gebäudebrüter und Samenfresser sind, brauchen in München unbedingt mehr Hecken und Sträucher zum Verstecken und auch, um dort Futter zu finden", sagt Vogelexpertin Isabel Rohde vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV).
"Die Winterdaten zeigen uns auch, dass wahrscheinlich im Sommer nicht viele Brutvögel überlebt haben. Entweder sind die kleinen Spatzen verhungert oder sie haben keinen geschützten Platz gefunden."

Nicht viel besser sieht es beim Feldsperling aus. Während er in Bayern insgesamt 72.506 Mal beobachtet werden konnte (Rang 3), flatterte er den Vogelzählern in München nur 791 Mal vor die Linse (Rang 9).
| Rang | Vogelart | Anzahl der in München gezählten Exemplare |
| 1 | Kohlmeise | 5375 |
| 2 | Rabenkrähe | 2811 |
| 3 | Amsel | 2495 |
| 4 | Blaumeise | 2425 |
| 5 | Straßentaube | 990 |
| 6 | Buntspecht | 949 |
| 7 | Elster | 806 |
| 8 | Stieglitz | 796 |
| 9 | Feldsperling | 791 |
| 10 | Buchfink | 773 |
| 11 | Haussperling | 765 |
| 12 | Grünfink | 661 |
| 13 | Saatkrähe | 634 |
| 14 | Rotkehlchen | 573 |
| 15 | Kleiber | 508 |
Auch bei den verschiedenen Finkenarten ist in München ein starker Rückgang zu beobachten. Zwar schaffte es der Buchfink mit 773 gesichteten Exemplaren noch auf Platz 10 der Münchner Rangliste, doch die Anzahl der Buchfinken pro Garten sind im Vergleich zum Vorjahr um 37,5 Prozent zurückgegangen.
Auch beim Grünfinken und dem sonst im Norden beheimateten Bergfinken wurden in diesem Jahr weniger Sichtungen gemeldet. "Jetzt scheint es, dass die heimischen Finken mit dem Bergfink nach Süden weitergezogen sind. Das kann ein Hinweis sein, dass München wohl nicht genug Futter zu bieten hatte", so Rohde.
Es gibt aber auch erfreuliche Sichtungen. So wurden in München gleich vier Waldkäuze gesichtet, das gab es schon länger nicht mehr.
| Rang | Vogelart | Anzahl der in Bayern gezählten Exemplare |
| 1 | Haussperling | 101.903 |
| 2 | Kohlmeise | 89.569 |
| 3 | Feldsperling | 72.506 |
| 4 | Amsel | 62.046 |
| 5 | Blaumeise | 59.961 |
| 6 | Buchfink | 28.414 |
| 7 | Elster | 19.282 |
| 8 | Grünfink | 18.950 |
| 9 | Rotkehlchen | 16.943 |
| 10 | Rabenkrähe | 15.781 |
| 11 | Buntspecht | 14.718 |
| 12 | Stieglitz | 12.953 |
| 13 | Schwanzmeise | 9712 |
| 14 | Kleiber | 9580 |
| 15 | Türkentaube | 8273 |
Um die Vogelbestände in München zu schützen, rät Vogelexpertin Isabel Rohde, Körnerfutter und Fettfutter wie Meisenknödel rauszulegen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Knödel keine Plastiknetze haben, an diesen können sich die Krallen verfangen und die Vögel sterben.
Zudem wünschen sich Vogelschützer mehr Hecken in den Münchner Gärten. Diese sollten im Herbst dann auch nicht zurückgeschnitten werden. "So können Vögel im Winter dort Futter und auch einen Unterschlupf finden", erklärt Rohde.
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