Im zweiten Anlauf: CSU macht Stephanie Jacobs zur Umweltreferentin

Stephanie Jacobs soll neue Umweltreferentin werden. Die 38-Jährige hat zwar kein Parteibuch, ist politisch aber im christsozialen Umfeld groß geworden.
| Florian Zick
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Daniel von Loeper

München - Sie ist hübsch, gebildet und vor allem: kein Mitglied bei irgendwelchen kruden Abtreibungsgegnern. Mit Stephanie Jacobs hat die CSU gestern ihre neue Kandidatin für den Posten des städtischen Umweltreferenten vorgestellt – nach dem Reinfall mit Markus Hollemann nun eine Lösung auf Nummer sicher.

Jacobs ist zwar kein Parteimitglied, die 38-Jährige hat allerdings fast ihre gesamte Karriere über für CSU-Politiker gearbeitet, zuletzt im Umweltministerium an der Seite von Marcel Huber. Anders als der ödp-Politiker Hollemann ist sie für die Partei deshalb keine Unbekannte, sondern eine absolut berechenbare Größe.

Hollemann war Ende Januar kurz vor seine Wahl über seine Mitgliedschaft bei umstrittenen Vereinen wie der „Aktion Lebensrecht für Alle“ gestolpert. Die CSU, die für das Amt des Umweltreferenten das Vorschlagsrecht innehat, musste sich nach neuen Kandidaten umsehen.

Skurrilerweise war es erst das Hollemann-Desaster, das Stephanie Jacobs auf die Stelle bei der Stadt aufmerksam gemacht hat. Die gebürtige Fränkin befand sich während der ersten Runde noch in Elternzeit, ein neuer Job wäre für sie zu früh gekommen. Doch mittlerweile ist der kleine Sohn ein Jahr und drei Monate alt, im besten Kita-Alter also. Da kann sich auch die junge Mutter wieder neuen Aufgaben zuwenden.

Als Umweltreferentin will sich Jacobs vor allem darum kümmern, München sauberer und ruhiger zu machen. Gelingen soll das nicht durch Zwänge und Verbote. „Es ist utopisch zu glauben, es könne autofreie Städte geben“, sagt Jacobs. Sie will stattdessen den Ausbau der Elektromobilität ankurbeln und so die Stickstoffbelastung der Münchner Stadtluft reduzieren.

Im Gesundheitsbereich, der auch zu ihren Aufgaben zählt, will Jacobs mit Vergünstigungen und Anreizen Pflegekräfte nach München locken. So soll der allseits diskutierte Pflegenotstand beseitigt werden. Und als Mutter zweier Söhne – neben dem Kleinen gibt es noch einen Vierjährigen – will Jacobs auch ein Auge auf die Vorsorge bei Kindern haben.

Vielleicht, sinnierte Hans Podiuk gestern, der Chef der Rathaus-CSU, wäre es besser gewesen, Jacobs hätte sich schon für den ersten Durchgang beworben. Aber so bekomme München nun eine qualifizierte und erfahrene Umweltreferentin, sagte er – immerhin im zweiten Anlauf.

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