Im Streit: Mann wirft Hund aus dem Fenster

Der Yorkshire Terrier wird bei dem Sturz aus vier Meter Höhe so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden muss. Der Tierquäler bekommt eine Geldstrafe.
| J. Schneider
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Klein, aber mutig: Yorkshire Terrier sind meist selbstbewusst und wachsam und können daher auch gute Wachhunde sein, die vor größeren Hunden und Fremden nicht zurückschrecken.
dpa Klein, aber mutig: Yorkshire Terrier sind meist selbstbewusst und wachsam und können daher auch gute Wachhunde sein, die vor größeren Hunden und Fremden nicht zurückschrecken.

München - Gefühllos, die Leiden eines Tieres missachtend, so hat sich Markus L. (38) verhalten. Im Streit mit seiner Lebensgefährtin packt er ihren kleinen Yorkshire Terrier und wirft ihn vom Balkon. Das Tier wird tödlich verletzt. Der eklatante Verstoß gegen das Tierschutzgesetz wurde per Strafbefehl geahndet.

Der Fall sollte am Dienstag aber noch einmal vor Gericht kommen, weil Markus L. Einspruch gegen den Strafbefehl erhoben hatte. Genauer gesagt: gegen die verhängte Höhe des Tagessatzes. Die Tat selber bestreitet er nicht. Doch der Angeklagte erschien nicht. Während Gericht und Staatsanwaltschaft gerne noch verhandelt hätten, gingen der Angeklagte und seine Anwältin offenbar davon aus, dass bereits alles klar sei.

So klar wie das Tatgeschehen: Laut Staatsanwaltschaft war es am 24. Juli des vergangenen Jahres zu dem verhängnisvollen Streit zwischen Markus L. und seiner Lebensgefährtin Carmen S. gekommen.

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Demnach stand der Mann während der heftigen Diskussion auf dem Balkon im ersten Stock des Hauses, sie auf der Grünfläche direkt vor dem Balkon im Freien.

Der Tierquäler rief beim Wurf: „Hier, du hast noch was vergessen!“

Im Lauf des Streits habe der Mann plötzlich den Hund seiner Freundin, einen Yorkshire Terrier, über die Balkonbrüstung hinweg aus einer Höhe von mindestens vier Metern in den Vorgarten des Anwesens hinab geworfen. Der Gipfel der Gefühllosigkeit: „Hier, du hast noch was vergessen!“, soll ihr Markus L. noch während des Yorkshire-Wurfes zugebrüllt haben.

Der 38-Jährige habe – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – bei seiner Aktion zumindest billigend in Kauf genommen, dass der kleine Hund durch den Aufprall schwer verletzt wird. Es war ein Bild des Jammers: Das Tier blieb am Boden liegen, kotete sich ein und konnte auch nicht mehr selber aufstehen. Der Terrier atmete nur noch schwer.

Die Verletzungen erwiesen sich als so schwer, dass der Yorkshire Terrier nicht mehr gerettet werden konnte. Ein Tierarzt schläferte den kleinen Hund noch in derselben Nacht ein, um ihm weitere Schmerzen zu ersparen.

Das Amtsgericht erließ in der Folge einen Strafbefehl über 90 Tagessätze (in unbekannter Höhe) wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Das Paar soll sich inzwischen wieder vertragen. Trotz der Tiertragödie.

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