Im Januar sterben die meisten Münchner

Eine Statistik zeigt: Zu Jahresbeginn und in den beiden Monaten danach müssen besonders viele Menschen in München ihr Leben lassen. Woran das liegt...
| Thomas Gautier
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Im Januar ist Sense: Zu Jahresbeginn sterben im Schnitt 1196 Münchner - viel mehr als im Mittelwert der vergangenen 22 Jahre. Im Sommer ist das Sterberisiko viel geringer.
Im Januar ist Sense: Zu Jahresbeginn sterben im Schnitt 1196 Münchner - viel mehr als im Mittelwert der vergangenen 22 Jahre. Im Sommer ist das Sterberisiko viel geringer.

Eine Statistik zeigt: Zu Jahresbeginn und in den beiden Monaten danach müssen besonders viele Menschen in München ihr Leben lassen. Woran das liegt...

München - Tote zählt man im Krieg. Oder bei Katastrophen. Im normalen Leben gilt es eher als makaber, Verluste zu verzeichnen. Es gibt aber Menschen, die das täglich tun: Statistiker.
Wer sie fragt, wie es mit der Mortalität in München so aussieht, erfährt folgendes: Von 1990 bis heute sind etwa 257 800 Münchner gestorben. Das entspricht der Bevölkerung von Mönchengladbach. Oder von Gelsenkirchen (für Fußball-Fans: Dortmund hat 580 000 Einwohner).

Die Statistiker wissen auch: Die meisten von ihnen starben im Winter, genauer gesagt: jetzt – im Januar. 1196 sind es im Durchschnitt. Das ergab eine Auswertung der AZ der Sterbezahlen seit 1990. Auf diesen schwarzen Monat folgen der März (1051 Tote) und der Februar (1029).

Besonders wenige sterben dagegen im Sommer. Vor allem im September (906) rauscht die Todes-Kurve in den Keller – erst im November schlägt der Sensenmann wieder öfter zu. Der Dezember scheint mit 840 Toten ein Ausreißer zu sein, doch das hat rein statistische Gründe: „Da viele zum Jahresende sterben, werden sie erst im Januar registriert“, sagt Gerhard Desch vom Statistischen Amt.

Wie zum Beweis ist auch der tödlichste Monat der Mess-Periode ein Januar. Anfang 1990 ließen gleich 1613 Münchner ihr Leben – was für ein Unterschied zum Juni 2000, als nur 681 Tote zu beklagen waren.

Damit liegt München im gesamtdeutschen Trend. „Generell wird im Dezember und Januar mehr gestorben“, sagt der Chef des Internet-Branchenportals Bestattungen.de.
Im Winter stirbt sich’s also leichter – aber warum?

Die Medizin-Meteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst macht dafür die Kälte verantwortlich: „Der Organismus ist im Winter geschwächt. Extreme Wetterlagen erhöhen das Herzinfarktrisiko, auch Atemwegserkrankungen nehmen zu.“ Besonders gefährdet seien da Senioren.

Unfälle durch Glatteis oder Schnee sind dagegen selten Schuld. Die Zahl der Verkehrstoten geht im Winter sogar zurück, weil Autofahrer vorsichtiger sind oder weniger oft fahren. Überhaupt waren unnatürliche Todesursachen 2010 nur für 3,9 Prozent der Todesfälle verantwortlich – auch das erfasst die Statistik.

Übers Jahr gesehen gibt es noch einen anderen Münchner Trend: Es sterben immer weniger Menschen. 1990 wurden 13 124 bestattet, 2011 dagegen waren es nur noch 10 878. Eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass die Einwohnerzahl durch höhere Geburten und massive Zuwanderung seit Jahren steigt.

Link zum Internet-Branchenportal Bestattungen.de

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