Im 40. Geschäftsjahr: Münchner Traditionsfirma ist insolvent

Eigentlich steht in diesem Jahr das 40-jährige Firmenjubiläum an. Doch nun kämpft das Münchner Textilunternehmen Sympatex Technologies ums Überleben.
Am Montag hat das Münchner Amtsgericht die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Firma angeordnet, der Münchner Rechtsanwalt Axel Bierbach wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Sympatex hatte am 22. Januar Insolvenzantrag gestellt.
Bis Ende März bekommen die 70 Mitarbeiter Insolvenzgeld
Die Firma hat ihren Sitz in Unterföhring und entwickelt Hightech-Membranen für Funktionskleidung und Schuhe. Produziert werden die atmungsaktiven sowie wind- und wasserdichten Materialien klimaneutral in Europa. Doch nun ist das Unternehmen zahlungsunfähig. Wie die Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen am Montag mitteilte, laufe der operative Geschäftsbetrieb "uneingeschränkt weiter". Bierbach, so heißt es weiter, werde "alles daransetzen, dass Kundenaufträge weiterhin bearbeitet und laufende Projekte planmäßig umgesetzt werden können". Die 70 Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten seien am Montag über die Lage informiert worden.
Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter werden – wie in vorläufigen Insolvenzverfahren üblich – erst mal drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gezahlt – also bis Ende März 2026.
"Sympatex verfügt über eine technologisch starke Position im Markt und Mitarbeitende mit umfassendem Spezialwissen", so Bierbach. Ziel des Verfahrens sei es nun, diese Substanz zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln.
2025 standen frühere Berater wegen Sympatex vor Gericht
Sympatex galt schon einmal als wirtschaftlich ganz nah am Abgrund – hieß es jedenfalls. 2017 gab es einen sogenannten Schuldenschnitt, bei dem, so der jahrelange Verdacht der Staatsanwaltschaft, nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. 2025 fand in diesem Zusammenhang ein Betrugsprozess gegen zwei Star-Berater statt.
In der Anklage wurde ihnen vorgeworfen, Anleger um Millionen betrogen zu haben. Das Verfahren endete überraschend schnell mit milden Bewährungs- und Geldstrafen. Gegen einen weiteren Beschuldigten wurde das Verfahren gegen Geldauflage eingestellt.
Dieses Mal geht es ums Überleben der Münchner Firma.